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Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 13.11.2019 um 11:36:24

Gesundheitsreport: Zweithöchster Krankenstand in Dessau-Roßlau und ABI

Thomas Büttner analysierte den aktuellen Gesundheitsreport gemeinsam mit Sibylla Merian (l.) und Alexandra Honigmann vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Sachsen-Anhalt. Thomas Büttner analysierte den aktuellen Gesundheitsreport gemeinsam mit Sibylla Merian (l.) und Alexandra Honigmann vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Sachsen-Anhalt.
Foto: Anke Katte
Gesundheitsreport thematisiert Alkohol-, Nikotin- und Spielsucht

Von Anke Katte

Statistische Zahlen zum Krankenstand, die Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten und das Hauptthema „Sucht 4.0 - Trinken, Dampfen, Gamen in der Arbeitswelt“ standen im Mittelpunkt eines Pressegespräches, zu dem Thomas Büttner, Leiter des Servicezentrums Dessau der DAK Gesundheit, eingeladen hatte. Um das Zahlenmaterial des aktuellen DAK Gesundheitsreports aus ärztlicher Sicht zu interpretieren, standen ihm Dipl.-Med. Sibylla Merian, Dienststellenleiterin des Medizinisches Dienstes der Krankenversicherung (MDK) Sachsen-Anhalt in Dessau-Roßlau und Alexandra Honigmann,  ärztliche Gutachterin beim MDK, zur Seite. 

Der für das Bundesland Sachsen-Anhalt und die Stadt Dessau-Roßlau und den Landkreis Anhalt-Bitterfeld heruntergebrochene Report zeigt, dass der Krankenstand in der Region im vergangenen Jahr erheblich gestiegen ist. Mit 5,9 Prozent haben die Doppelstadt und der Landkreis den zweithöchsten Krankenstand in Sachsen-Anhalt. Nur im Landkreis Mansfeld-Südharz liegt er mit sechs Prozent noch höher. 
Für die Region Dessau-Roßlau und Anhalt-Bitterfeld bedeutet das Zahlenmaterial, das an jedem Tag des vergangenen Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 59 krankgeschrieben waren. 

Für Medizinerin Sibylla Merian hat das auch gesellschaftliche Ursachen. „Dort, wo die Wirtschaftskraft am höchsten ist, ist der Krankenstand vergleichsweise niedrig, so zum Beispiel in Bayern oder Baden-Württemberg.“

Die meisten Ausfalltage sind laut DAK-Gesundheitsreport auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurückzuführen. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt knapp 21 Prozent ist und ist im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal rasant angestiegen. 
„Aus unserer Sicht“, so die Dienststellenleiterin des MDK, „sind die psychischen  Erkrankungen auf Nummer ein.“ Die Diskrepanz könnte damit erklärt werden, dass als erste Diagnose auf den Krankenscheinen oftmals Rückenleiden auftauchen, was auch daran liegt, das ein Termin beim Psychotherapeuten kaum unter einem halben Jahr Wartezeit zu bekommen sei. 

Viele Menschen, die unter psychischen Krankheitssymptomen leiden, können bestimmte Alltagsproblematiken nicht mehr allein stemmen, erklärt Honigmann.  Damit sind sie nicht zwangsläufig psychisch krank, oftmals kann ihnen schon mit der Vermittlung von   Beratungs- und Hilfsangebote,, die u. a.  Selbsthilfegruppen und Wohlfahrtsverbände  anbieten, geholfen.  

Auf Rang zwei der häufigsten Ausfallursachen landen  Atemwegserkrankungen. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr im 20 Prozent. Im vergangenen Jahr gab es schwere Bronchitisverläufe und Erkältungsinfekte, die ungewöhnlich lange andauerten, erläuterte Sibylla Merian.

Um 24 Prozent sind Ausfalltage aufgrund von Verletzungen und Vergiftungen gestiegen.

Der Schwerpunkt setzte die DAK Gesundheit in ihrem aktuellen Gesundheitsreport auf das Thema „Sucht 4.0 - Trinken, Dampfen, Gamen in der Arbeitswelt“. Neben den klassischen Problemen, die durch unkontrollierten Alkohol- oder Zigarettenkonsum verursacht werden,  wurde  im Report erstmals  das Thema Computerspielsucht untersucht. Das Ergebnis ist überraschend: Rund 72.000 Erwerbstätige in Sachsen-Anhalt zeigen ein riskantes Nutzungsverhalten. Vor allem junge Beschäftigte im Alter zwischen 18 und 29 Jahren sind laut DAK-Report riskante Computerspieler. Bundesweit zockt jeder vierte riskante Gamer während seiner Arbeitszeit. 

Auch wenn Rauchen nach wie vor die verbreiteteste Sucht ist, gibt es dennoch Grund zur Hoffnung: Bundesweit gibt es unter den jungen Erwerbstätigen zwischen 18 und 29 Jahren mit 16,3 Prozent den geringsten Anteil an Rauchern. Dagegen raucht bei den 60- bis 65-jährigen Berufstätigen fast jeder Vierte. Die sogenannten Dampfer, die zur E-Zigarette greifen, finden sich fast ausschließlich unter Rauchern und Ex-Rauchern. 

Ein Großteil der Krankmeldungen bei Suchtproblemen ist in Sachsen-Anhalt auf Alkohol zurückzuführen. 
„Keine Droge verursacht so umfangreiche soziale und gesundheitliche Schäden in der Gesellschaft wie Alkohol. Das riskante Trinken bleibt daher ein zentrales Problem, das auch gravierende Folgen in der Arbeitswelt hat“, sagt Büttner. „Sucht ist eine Krankheit, die jeden treffen kann. Wir wollen eine breite und offene Debatte anstoßen. Wir müssen hinsehen, hinhören und handeln, um Betroffene nicht allein zu lassen. Ist es Genuss, Gewohnheit oder bereits Sucht?“ 


 

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