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Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 14.11.2019 um 13:03:51

Vor 90 Jahren war es das Medienereignis im In- und Ausland: Der Erstflug der Junkers G 38 in Dessau

Die Junkers G 38, hier noch ohne Kennung und Fahrgestellverkleidung, während des Werkfluges über das Dessauer Bauhausgebäude am 6. November 1929. Die Junkers G 38, hier noch ohne Kennung und Fahrgestellverkleidung, während des Werkfluges über das Dessauer Bauhausgebäude am 6. November 1929.
Foto: Sammlung Erfurth, Dessau
Von Dipl.-Ing. Helmut Erfurth, Gründungsvorsitzender des Fördervereins Technikmuseum „Hugo Junkers“.

Ursprünglich sollte es ein unspektakuläres Ereignis werden. Doch Journalisten und Pressefotografen des In- und Auslandes berichteten bereits im Vorfeld  über den Bau  des „neuen Flugzeug-Kolosses“, wie das größte Landflugzeug seiner Zeit, die Junkers G 38, bezeichnet wurde. Ein  „Meisterwerk der Superlative“, gespickt mit zahlreichen flugtechnischen und aerodynamischen Neuheiten, so betitelten die größten Tageszeitungen und Illustrierten den neuesten Flugzeugtyp aus den Dessauer Junkers-Werken.
Doch nicht alles wurde bekannt. Die von der Pressestelle der Junkers-Werke intern festgelegte Nachrichtensperre funktionierte perfekt. Und so gestaltete sich der Werkflug der Junkers „J 38“, so die betriebsinterne Bezeichnung des Flugzeuges, am 6. November 1929 zu einem Erst- und Testflug mit zahlreichen Überraschungen. Bereits während der Rollversuche im Flugvorfeld, wobei die vier Motoren auf halbe Kraft gedrosselt waren, hob die 15 Tonnen schwere Maschine sanft vom Boden ab und setzte zum Flug an. Es wurde nun zur Gewissheit, sie kann fliegen. 

Flugkapitän Wilhelm Zimmermann und allen Anwesenden, vom flugtechnischen Personal bis hin zu den Prüfingenieuren, fiel ein großer Stein vom Herzen. Die Maschine lag so gut in der Luft, dass die Piloten die Motorleistungen erhöhten und in einem eleganten Bogen die Junkers-Werke überflogen. 
Mit großer Freude und Begeisterung verfolgten die Junkers-Mitarbeiter und Bürger Dessaus diesen Testflug. 

Der Anhalter Anzeiger, seinerzeit die auflagenstärkste Tageszeitung Mitteldeutschlands, berichtete in ihrer Freitagsausgabe vom 8. November 1929 exklusiv auf ihrer Titelseite über dieses Ereignis.

Den „offiziellen Testflug“ des größten Landflugzeuges seiner Zeit vor neunzig Jahren erlebten die geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft und der Presse am 9. November 1929. „Ein ereignisvoller Tag, ein erlebnisreicher Tag! Ein Tag hochgespannter Erwartungen – wie immer, wenn Junkers zur Besichtigung einlädt – und wie immer kehrte man mit einem großen Gewinn, mit einer starken Bereicherung an Einblick und Glauben, an Hoffnung und Vertrauen heim.“ Mit diesen Worten kommentierte John Rozendaal, einer der bekanntesten Kolumnisten der zwanziger Jahre, seine Eindrücke über das luftfahrttechnische Ereignis.

Mit der Konstruktion und dem Bau der Junkers G 38 gelang es dem Chefkonstrukteur Ernst Zindel und seinen Mitarbeitern, die Idee von Hugo Junkers Realität werden zu lassen. „Die G 38 ist ein Studienflugzeug für die spätere Verwirklichung der Nurflügel-Riesentype <J 1000>, deren Grundidee ich bereits in meinem Patent über <Gleitflieger mit zur Aufnahme von nicht Auftrieb erzeugenden Teilen dienenden Hohlkörpern> im Jahre 1910 klar umrissen habe. Dieser Idee sind wir ein Stück näher gerückt.“, sagte Prof. Junkers der deutschen und internationalen Presse am 9. November 1929, die ebenfalls ausführlich über das neue sensationelle Flugzeug berichteten.

So galt die Junkers G 38 als ein technisches Wunderwerk an Größe und technischer Ausstattung. Mit einer Spannweite von rund 45 m, einer Länge von 23 m und einer Höhe von 5 m sowie einer Tragfläche von fast 300 qm, lag das Flugzeug weit über den damals üblichen Proportionen und war in seinen Ausmaßen nur mit dem Wasserflugzeug Do X der Dornierwerke zu vergleichen. Vier Junkersmotoren mit insgesamt 2200 PS sorgten dafür, dass die exakt 14,92 Tonnen schwere Maschine mit einer Reisegeschwindigkeit von 175 km/h ihre 34 Passagiere und 10 Tonnen Fracht sicher an ihr Ziel brachten.

Eine Besonderheit war die große Dimensionierung des Flügelmittelstückes von rund 2 m Höhe. Dadurch wurde ein großer zusätzlicher Raum geschaffen, der die Wartung der Motoren bereits während des Fluges ermöglichte und dadurch den Fluggästen noch eine weitere Attraktion bot. In den so entstandenen zusätzlichen Passagierräumen konnte der Fluggast bequem durch die Fenster an der Flügelvorderkante wie auf einem verglasten Promenadendeck auf die vorüberziehende Landschaft blicken und das besondere Gefühl des Fliegens genießen.

Doch das waren nicht die einzigen Neuheiten. Die Fernleitungen des Luftschraubenantriebes, das Kastenleitwerk, das große Tandemfahrwerk und der Ersatz des Sporns durch ein Rad, verbunden mit einer neuartigen Bremsvorrichtung der Räder und einem akustischen Landefühler ermöglichten ein sichereres und angenehmes Fliegen und Landen auf dem Rollfeld. Die großzügig verglaste zweigeschossige Pilotenkabine mit ihrer damals modernsten Instrumentierung sowie die Gliederung bzw. Raumaufteilung im flug- als auch transporttechnischen Bereich waren beispiellos. Diese Neuerungen, geboren aus erstklassigem Ingenieurwissen und praktischer Umsetzung hatte sich Junkers bereits im Februar 1928 patentieren lassen.
 


 

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