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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Eine neue Orgel für die Schule >
Sonja Richter Sonja Richter
aktualisiert am 29.09.2017 um 16:23:03

Eine neue Orgel für die Schule

Prof. Wolfgang Kupke (re.), scheidender Rektor der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle, freut sich über die neue Orgel, die Dirk Eule, Geschäftsführer der Hermann Eule Orgelbau GmbH, mit seinem Team in Halle bauen wird. Prof. Wolfgang Kupke (re.), scheidender Rektor der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle, freut sich über die neue Orgel, die Dirk Eule, Geschäftsführer der Hermann Eule Orgelbau GmbH, mit seinem Team in Halle bauen wird.
Foto: S. Richter
Vertragsunterzeichnung war letzte Amtshandlung des scheidenden Rektors.

Halle (sr). Dass er sich ab 1. Oktober auf seinen Schaukelstuhl setzen und nur noch ausruhen wird, das glaubt kein Mensch.

Und deshalb hat Prof. Wolfgang Kupke, scheidender Rektor der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle, auch ein verschmitzes Lächeln in den Augen, als er von seinem anstehenden Rentnerdasein spricht. Drei Tage vor dem offiziellen Ruhestand ließ er es noch einmal richtig „krachen" - mit einer Unterschrift unter einen fast eine halbe Million teuren Vertrag. Die Aula der Hochschule erhält eine neue Orgel und was für eine! Eine echte Eule-Orgel muss es schon sein. Als Prof. Kupke in diesem Jahr mit seinen Studierenden auf Orgelreise in Paris war, ließ sich sein Ohr zwar von vielen Orgeln dort begeistern, aber erst auf der Rückreise war er auf der Zwischenstation in Trier von der dort 2014 gebauten Eule-Orgel so überzeugt, dass nur ein ähnliches Instrument für Halle in Frage kam.

„Idee und Entwurf sind jetzt vorhanden und auch das Geld ist zusammen gekommen", verkündete er am Mittwoch gegenüber der Medien. Sowohl das Land als auch die Kirche helfen bei der Finanzierung. Dazu kommt der Orgelbaufonds des Hauses. „Ich freue mich auf die Orgelweihe in 733 Tagen."

Die neue große Orgel in einem relativ kleinen Raum hat drei Manuale, ein Pedal und 36 Register. Zwischen zwölf Millimetern und 4,80 Meter sind die 1 719 Pfeifen groß. „Wir bereiten die Teile für die Orgel in Handarbeit in unserer Werkstatt in Bautzen vor", so Dirk Eule, Ge-schäftsführer der Hermann Eule Orgelbau GmbH, der extra zur Vertragsunterzeichnung nach Halle gekommen war. Mit 45 Mitarbeitern in der Werkstatt vertritt er den zweitgrößten Orgelbauer in Deutschland. „Wichtig für die neue Orgel als Übungsinstrument für die Studierenden ist es, dass der Klang auf den Raum abgestimmt wird und dass die Übenden ein Raumgefühl bekommen. Klang ist nicht messbar, sondern ein Gefühl. Wir bereiten zwar die Teile in der Werkstatt vor, die eigentliche Abstimmung erfolgt aber dann dort, wo das Instrument steht."

Vom Klang einer Eule-Orgel kann man sich übrigens nicht nur in Trier, sondern auch im gerade erst wieder eröffneten Kulturpalast in Dresden, im Halberstädter Dom oder der Leipziger Nikolaikirche überzeugen. Der 1872 gegründete Betrieb hat im Zwickauer Dom die größte Orgel in der DDR gebaut und ist stolz darauf, dass in Neukirch bei Bautzen die inzwischen renovierte Eule-Orgel noch zu 60 Prozent aus Originalteilen aus der Zeit der Firmengründer besteht.

„Unser Ziel ist es, unsere Studierenden bestmöglichst für die Ausbildung zu versorgen", begründete Prof. Kupke die Entscheidung für das neue Instrument. Denn die Kopie einer Barock-Orgel aus Holland, die bisher in der Aula der Hochschule steht, erlaubt mit ihrer Mechanik nicht, darauf große Werke zu spielen. Aber sie bleibt im Haus und zieht ins Konzert-Foyer um. Immerhin gibt es 60 Studierende in den Bachelor- und Masterstudiengängen und noch einmal jährlich zehn Seminaristen, die eine Orgel zum Lernen und Üben brauchen. „Wir sind das größte Institut seiner Art in Deutschland und auch das älteste und können jetzt mit der neuen Orgel angeben", freute sich Prof. Kupke - wieder mit einem Augenzwinkern - darauf, dass sie in zwei Jahren zu Semesterbeginn erklingen wird.

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