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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Im Fokus beim 13. Internationalen Festival „Women in Jazz“: französisch geprägte Musikerinnen: Bienvenue - Jazz de France! >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 08.07.2019 um 18:07:15

Im Fokus beim 13. Internationalen Festival „Women in Jazz“: französisch geprägte Musikerinnen: Bienvenue - Jazz de France!

Die französische Saxophonistin Celine Bonacina bringt für ihr Festival-Konzert ihr Baritonsaxophon mit - ein Instrument, das als solistisch gespieltes Instrument eher eine Seltenheit ist und sonst fast immer „nur“ den Big-Band-Sound „abrundet“.     Die französische Saxophonistin Celine Bonacina bringt für ihr Festival-Konzert ihr Baritonsaxophon mit - ein Instrument, das als solistisch gespieltes Instrument eher eine Seltenheit ist und sonst fast immer „nur“ den Big-Band-Sound „abrundet“.
Foto: Nathalie-Lady Millions
Halle (sc). Frankreich, so weiß nicht nur Jazz-Experte und Konzertveranstalter Ulf Herden, ist ein Land des Jazz. Nachdem diese Musikrichtung bereits in den 1930-er Jahren in Frankreich Einzug gehalten hatte, hat sie sich bis heute dort immer als eine sehr populäre und von einem breiten Publikum beachtete Musikrichtung erhalten.

Im Gegensatz zu Deutschland: da ist der Jazz oft genug „nur" eine Musik-Gattung, die für Musiker und eine vergleichsweise kleine Fangemeinde gemacht wird. Beim Internationalen Jazzfestival „Women in Jazz" in Halle ist das freilich etwas anders: da sorgt mittlerweile bereits zum 13. Mal (auch) die Einbindung von lokalen und regionalen Musik-Projekten dafür, dass nicht nur Leute, die selber Musik machen, in die Konzerte strömen.

Beim diesjährigen Festival, das in Europa immer noch das einzige seiner Art ist, gilt die (lokale) Aufmerksamkeit der Uni-Bigband. Die feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Weshalb Veranstalter Ulf Herden für ein Jubiläumskonzert innerhalb des Festivals um extra Fördergelder geworben hatte. Er hat sie nicht bekommen. Das Konzert findet trotzdem statt (am 1. Mai ab 20 Uhr in der Oper). Weil, so Herden: „Sie haben es einfach verdient."

Ansonsten nämlich haben sich die Sponsoren und Partner nicht kleinlich gezeigt, so dass das weitere Festival-Programm mit großartigen Sängerinnen und Jazzmusikern aufwarten kann. Das Eröffnungskonzert am 21. April ab 20 Uhr in der Händel-Halle gestaltet die US-amerikanische Jazzsängerin Lizz Wright mit ihrer tiefen, rauchigen Stimme. Oder das kubanische Piano-Duo Marialy Pacheco & Omar Sosa. Die beiden „bespielen" in ihrem Sonderkonzert am 25. April ab 20 Uhr einen ganz besonderen Ort: nämlich das gläserne Atrium des Bio-Zentrums am Weinbergweg. Auch hier gilt es, ein Jubiläum zu feiern: 25 Jahre Technologiepark Weinberg Campus. Zu erwähnen sind noch das Konzert der „Exotin" Juli Campiche am 26. April ab 20 Uhr in der Georgenkirche: die Schweizerin setzt nämlich ihre Harfe jazzig ein - auch ein Instrument, das nicht gerade nach solistischem Jazz ruft. Juli Campiche gestaltet gemeinsam mit der Sängerin Lucia Cadotsch ein Doppelkonzert - genauso wie am 28. April ab 20 Uhr in der Oper Halle mit der Paris Combo mit ihrem modernem Gypsy-Swing und Sandra Nkake - die Afro-Soul-Sensation aus Frankreich.

Zu den erwähnten lokalen Projekten gehört das Opening-Konzert am 13. April ab 20 Uhr in der Georgenkirche mit dem InTune-Jazzchor aus Halle, der Jazzgottesdienst am 22. April in der Pauluskirche mit Pascal von Wroblewski, der SWH-Saalejazz - Halles Jazz-Open-Air für Groß und Klein - am 22. April am Peißnitzhaus, die Fotoausstellung vom 4. April bis 1. Mai im Ratshof mit den Rüdiger Schestag Fotos vom Festival 2017, die Fotoausstellung „Jazz im Osten" vom 5. April bis 31. Mai in der Musikbibliothek mit Fotos von Klaus P. Fritze von der Jazzszene in der DDR und die musikalische Lesung am 19. April ab 19.30 Uhr in der Musikbi-bliothek „Die Stasi swingt nicht. Ein Jazz-Fanz im Kalten Krieg". Siegfried Schmidt-Jacobs hat in diesem Buch seine Erfahrungen als junger Musikredakteur mit dem Jazz, der Stasi und dem kalten Krieg verarbeitet.

Das komplette Programm des Festivals gibt es hier hier.

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