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Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 06.09.2018 um 15:19:24

Täglich neue Geschichten, die so sonst nirgendwo zu finden sind, im Händelfestspiel-Blog "Lovely shoes and Halleluja" 2018!

Es gibt sie immer noch, die titelgebenden 15 Jahre alten Es gibt sie immer noch, die titelgebenden 15 Jahre alten "lovely shoes"... - wenn auch nur noch der nostalgischen Erinnerung wegen....
Foto: S. Christmann Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder) Galerie (78 Bilder)
Montag, 11. Juni 2018

Wir paar Unentwegten haben uns früh um 9 Uhr aufgemacht zum Pressefrühstück am Ende der Festspiele. Die Gespräche, die man da führt, sind immer irgendwie besonders, weil das der letzte Festspieltag ist und man den wunderbaren Eindrücken, die man über die Festspielzeit gesammelt hat, schon anfängt, hinterherzuschmachten. Jene Kollegen sind ordentlich Mode, die es nicht lassen können, nach dem Haar in der Suppe zu suchen. Sie entlarven sich dabei oft auch selbst, wenn sie Oratorium, Oper, Pasticcio oder szenische Aufführung nicht sauber auseinanderhalten (wollen oder können). An der Akustik herumzumäkeln ist dabei ein besonders beliebter Kritiker-Stoff.

Das 11-Uhr-Konzert in der Aula im Löwengebäude war noch einmal etwas Besonderes. Weil sich das Ensemble eigens dafür – und nur dafür! - zusammengefunden hatte, um die deutsche Erstaufführung von Händels Kantate „Tu fedel? Tu costante?“ zu zelebrieren. Die Entdeckung für mich dabei: Saskia Fikentscher mit ihrem tollen Oboen- und Blockflötenspiel.

Angenehm überrascht war ich dann auch von dem – ich kann's nur so ausdrücken – beschwingten Programm des Abschlusskonzertes in der Galgenbergschlucht. Wirklich schön ausgesucht die Mozart-, Rossini-, Saint-Saens-, Rameau und Elgar-Werke. Die dann natürlich in Händels „Halleluja“ und der Feuerwerksmusik samt Feuerwerk gipfelten. Diesmal ließ der Himmel seine Schleusen zum Glück zu und so konnte das Konzert ein richtiger Genuss werden und die Festspiele mit einem Besucherrekord Enden (58 000). Das Tüpfelchen auf dem i war dann der Fahrer jener Sonderstraßenbahn, mit der jeder, der ein Konzert-Ticket hatte, gen home fahren konnte. Der machte persönliche Ansagen wie bei der Deutschen Bahn, aber mit Witz. Das habe ich um Mitternacht in Halle auch noch nicht erlebt.

Dieser Blog endet hier. Kommt alle gut über die Zeit – wir sehen bzw. lesen uns im nächsten Jahr hier an gleicher Stelle wieder.




Sonntag, 10. Juni 2018

Ich muss noch etwas nicht so Schönes zu den Händel-Fans und Vanessas (berechtigter) Angst vermerken, dass die älteren unter ihnen nach und nach „wegsterben“. 2016 habe ich über einen von ihnen im Blog das hier geschrieben: „Als wir zahlen wollen, hatte schon Jean-Claude ein paar Tische weiter die Rechnung übernommen. Jean-Claude ist gebürtiger Schweizer, lebt heute in Hamburg, singt dort noch selbst in einem Chor mit und ist ein echter Händel-Freak. Seit Jahrzehnten ist er Stammgast bei den Händelfestspielen in Halle (und in Göttingen auch). Er ist stets der erste, der Tickets für die Festspiele in Halle bucht, wenn im November der Vorverkauf gestartet wird.“ Vanessa denkt, dass er irgendwann in den letzten Monaten wirklich „von dieser Welt gegangen“ ist, wie sie beim Treff beim Italiener auf dem Markt zum obligatorischen Spaghetti-Eis am Samstagnachmittag sagt. Denn auf keine Mail habe er mehr reagiert, auch andere, die ihn kennen, haben ihn nicht mehr erreichen können. Das ist traurig. Auch weil wir alle irgendwie nicht herauszufinden vermögen, was mit ihm tatsächlich geschehen ist. Dass er nicht ganz gesund war, hat man ihm in den letzten Jahren angemerkt...

Genauso wie Sandra am Abend zuvor fragt mich Vanessa, was ich nach den Händel-Festspielen machen werde. Ich antworte (scherzhaft): „Ich werde in ein tiefes Loch fallen“. Dann erkläre ich, dass man in Halle als der Kulturhauptstadt Sachsen-Anhalt auch außerhalb der Händel-Festspiele genügend Kultur genießen kann. Und als Lokaljournalistin gibt es für mich ja auch noch viele andere Themen und Ereignisse, mit denen ich mich beschäftigen kann und muss. Das Stichwort „Fußballweltmeisterschaft“ muss ich gar nicht sagen, das fällt auch Vanessa zuerst ein. Wir sprechen noch darüber, was Vanessa nach den Händelfestspielen in Halle macht. Sie wird noch ein paar Freunde in Berlin und anderswo besuchen und alle danach ausfragen, wie sich die vier „Halles“, die es in Deutschland gibt, voneinander unterscheiden. Dazu will sie eine Geschichte für eine der Internetplattformen, für die sie schreibt, machen. Ihr Hauptauftraggeber ist „Classic Melbourne – Music news & views“. Hier ist auch das sehr lange, aber hochinteressante Interview mit dem amerikanischen Bariton Thomas Hampson erschienen, zu dem sie mir den Link geschickt hat. Wird ein bissel Zeit brauchen, bis ich das gelesen und vor allem übersetzt habe...

Vanessa wird übrigens in der nächsten Zeit noch einmal nach Europa reisen. Mit einer US-amerikanischen Freundin nach London. Weil dort die Oper „Vanessa“ von Samuel Barber aufgeführt wird. Was für eine schöne Idee! Ich brauche 2019 für so etwas gar nicht verreisen. Denn dann steht im Festspielprogramm in Halle das Oratorium „Susanna“ auf dem Programm. Scherzhaft bilden wir uns am Samstag auf dem Markt bei Spaghetti-Eis und Spider (Bitterlemon mit Vanilleeis) ganz mächtig was ein darauf, dass berühmte Komponisten extra für uns bzw. unsere Vornamen etwas geschaffen haben.

Samstag, 9. Juni 2018

Das Beste kam zum Schluss. Denn in der zweiten Zugabe seines Festkonzertes gab Counter Max Emanuel Cencic eine Bravourarie aus „La Clemenza Di Tito“ von Johann Adolph Hasse, mit der er das Publikum am Freitagabend endgültig von den Sitzen riss. Er hatte mit Porpora (anlässlich dessen 250. Todestages) Händels Konkurrenten im Opernbetrieb in London, begonnen im ersten Konzertteil und widmete sich im zweiten Händel. Mit Arien aus dessen musikalisch schönsten Opern „Orlando“ und „Arminio“. Dramaturgisch so aufgebaut, dass er sich von Arie zu Arie mit seinem virtuosen Mezzosopran steigern konnte. Das ihn begleitende Ensemble „Armonia Atenea“ unter George Petrou brillierte unterdes mit Vivaldi-Konzerten. Besonders schön: das Konzert für Mandoline, Streicher und Basso continuo, bei dem sich Theodoros Kitsos, der sonst Theorbe spielt, an der Mandoline als wahrer Meister erwies und alle anderen Streicher als Zupforchester brillierten. Vanessa und Sandra waren ebenso begeistert wie ich. Vanessa wartete nach dem Konzert noch geduldig in der Autogramm-Schlange. Aber nicht für sich. Sie wollte das Autogramm von Cencic auf einer Halle-Poskarte haben, die sie einem langjährigen Händelfreund aus Göttingen, der nun leider zu krank war, um nach Halle zu kommen. Was für eine liebenswerte Idee! Sie kümmert sich liebevoll um alle Freunde, die sie in all den Jahren in Halle, Göttingen, Karlsruhe, Berlin und anderswo „gesammelt“ hat und fürchtet nun, dass einer nach dem anderen alt und krank wird, wegstirbt – und nicht mehr so liebenswerte neue Freunde hinzukommen.




Freitag, 8. Juni 2018

Da habe ich ja was gewagt! Die versammelte Männerschaft unter den Kollegen schreibt Julia Lezhnevas Auftritt am Mittwoch in den Barock-Sopranistinnen-Himmel und ich will zu viel Vibrato und (dadurch)„verschluckte“ Töne gehört sowie die Glockenklarheit in ihrer Stimme vermisst haben. Ein Kollege verlangt Beweise von mir - er mache das schließlich auch so: hinter jeder Arie sofort eine Kurzbewertung im Programmheft – nur was genau er da hinter den jeweiligen Arien notiert hat, hat er mir bis jetzt nicht verraten. Ich will daraus durchaus nicht so ein Mann-Frau-Ding machen, aber es sind halt alles Frauen, die mir in meinem Empfinden mehr oder weniger beipflichten, während die Männer sich durchweg nicht mehr einkriegen vor Begeisterung. Offensichtlich scheint es doch möglich zu sein, auf verschiedene Art und Weise hinzuhören. Und nein, an meinem Gehör liegt es nicht – das ist soweit in Ordnung, wurde jüngst erst überprüft.

Da war es dann gar nicht so schlecht, sich am Donnerstagabend mit „Pleasure Gardens – Musik aus englischen Lustgärten“ in der Georgenkirche einem Konzert zu widmen, in dem keine einzige händelsche Note gespielt wurde. Dafür hat das österreichische „Quadriga Consort“ unter Leitung von Nikolaus Newerkla britischen Folksongs aus der Barock-Zeit, die so oder so ähnlich in den Lustgärten der damaligen Zeit gesungen worden sein mussten, einen im besten Wortsinn feinen Instrumentierungs- und Arrangement-Anstrich verpasst. Gefunden hat Newerkla einige dieser Songs im Händel-Haus, wo er eine ansehnliche Sammlung britischer Lustgarten-Lieder aufgespürt hat. Dass er und das Consort mit der aus Österreich stammenden (Jazz)-Sängerin Ulrike Tropper zu den Händelfestspielen eingeladen worden sind, konnte er kaum fassen. Aber das zeige eben, was für ein „cooles“ Festival das sei. Ja, ein tatsächlich „cooles“ Festival, das in Kooperation mit dem Festival „Women in Jazz“ solche nicht 100-prozentigen Händel-Projekte versteht einzubinden. Klar waren alle Musiker des „Quadriga Consorts“ Meister in der Handhabung ihrer Instrumente, aber die beiden Flötistinnen Karin Silldorff und Angelika Huemer haben mich mit ihrem virtuosen Spiel besonders beeindruckt.

Vanessa schreibt mir per Mail: „Die Nachtigall des Zaren“- concert last night was really good. I really enjoyed it. It was in German but that was "kein Problem". The acting and singing and the visuals told the story. The Knabensopran from 2017 Jepthta, Tae-Young Hyun was in it. I did not hear him singing in 2017 so was happy to hear him last night. He is an excellent young singer.“ Das ist doch ein schönes Kompliment für Halles Bühnenbetrieb (TOOH), die diese inszenierte Lesung mit Arien der Barockzeit – basierend auf der Autobiografie des Star-Kastraten Filippo Balatri – realisiert haben (musikalische Leitung : Katrin Wittrisch, Regie: Veit Güssow). Von dem Knabensopran in „Jephta“ - Tae-Qoung Hyun – hatte ich Vanessa im vergangenen Jahr vorgeschwärmt... Und ja, wir haben uns für den Samstag zum Spaghetti-Eis-Essen verabredet.


Donnerstag, 7. Juni 2018

Um es vorweg zu sagen: Julia Lezhneva bekam Standing Ovations nach ihrem Festkonzert am Mittwochabend in der Konzerthalle Ulrichskirche. Und hat vier Zugaben gegeben sowie danach noch Autogramme. Angesichts des frenetischen Beifalls traue ich mich kaum, an dieser Stelle etwas nicht ganz so Euphorisches zu vermerken. Mir war es nämlich ein bisschen zu viel mit dem Vibrato in ihrer Stimme. Sicher stimmtechnisch eine große Leistung, aber ich habe ihren sonst so klaren, berührenden Glocken-Sopran vermisst. Sandra aus der Australien-Community hat schon in der Pause gesagt, dass ihr das Konzert nicht gefällt. Ich weiß, dass die von so weit her Angereisten einfach auch mehr Händel hören wollen. Und eben nicht Telemann, Porpora, Vivaldi und Graun. Zwei Arien von sieben, acht oder zehn sind ihnen zu wenig. Sie machen den weiten Weg hierher einzig und allein wegen Händel. Während das Publikum in der Konzerthalle auch die prachtvollen zwei Kleider beklatschte, die Julia Lezhneva trug, war für mich der Dirigent, Violinvirtuose und Counter (!)Dmitry Sinkovsky DIE Entdeckung dieser Festspiele (neben dem wunderbaren jungen Counter Samuel Marino in „Berenice“ natürlich). Unglaublich, wie der fast in David-Garrett-Manier (natürlich ohne elektronische Verstärkung) sein Instrument zum Klingen brachte. Da durfte es für mich dann schon mal ein bisschen mehr Vivaldi sein. Seine Counter-Stimme – bravourös! Sie hatte die Glockenklarheit, die nicht nur ich bei Julia Lezhnevas Sopran vermisst habe. Und: „Unser“ Ruckert-Cembalo kam in der „Pflege“ von Roland Hentzschel wieder hervorragend zum Einsatz bei diesem Konzert.



Mittwoch, 6. Juni 2018

„Flammende Rose" hieß das Konzert, das am Dienstagabend im Festsaal der Leopoldina nun auch in echt das Festivalmotto „Fremde Welten“ konkret umsetzte. Denn persischer Gesang und persische Musikinstrumente muten uns wirklich „fremd“ an. Die belgische Lautistin Sofie Vanden Eynde hat hier die musikalischen Naturdarstellungen in persischer und europäischer Musik zusammengebracht. Das klang – für mich zumindest im ersten Teil – für mich doch irgendwie hölzern und eben nicht so recht zusammen passend. Aber als dann Nariman Hodjati an der Tar (Saiten-Instrument) und Hadi Alizadeh an Daf und Tonbak (Percussion) anfingen zu improvisieren, wurde es interessant, konnte man „mitschwingen“. Zu Höhepunkten gestaltete sich das Konzert immer dann, wenn europäische und persische Musik miteinander verwoben wurden. Zum Schluss hat es die Sängerin Maryam Akhondy geschafft, dass sogar das Saal-Publikum mitgesungen hat. An Maryam hat Vanessa auch das türkisfarbene persische Gewand, das prachtvoll glitzerte, fasziniert. Und sie fragte sich hinterher, wo die Sängerin, die nach der islamischen Revolution im Iran nach Deutschland ausgewandert ist, es erworben haben könnte. Vanessa, Sandra und ich landen nach dem Konzert in der Kleinen Ulrichstraße auf einen Drink im italienischen Lokal „Bacchus Grotte“. In das auch nach und nach just auch alle am Konzert beteiligten Künstler strömten. So konnte ich mich noch persönlich bei Michael Hell für sein wunderbares Flötenspiel bedanken.

Dienstag, 5. Juni 2018

Unbedingt eine Extra-Erwähnung muss das original von Dietrich Hein aus Oldenburg nachgebaute Ruckerts-Cembalo finden, das jetzt zu den Händel-Festspielen (nach dem Einweihungskonzert in der Bohlenstube des Händel-Hauses) seine ersten Einsätze gehabt hat. Zum einen bei der „Messiah“-Aufführung im Dom und beim Festkonzert von Nathali Stutzmann und ihrem Orfeo 55-Ensemble in der Konzerthalle Ulrichskirche. Ausgangspunkt: das Ruckerts-Cembalo, Baujahr 1599, das die Musikinstrumentensammlung des Händelhauses ihr eigen nennen kann. Kann man das älteste zweimanualige Ruckerts-Cembalo weltweit wieder bespielbar machen? Lohnt sich eine Restaurierung? Extra eine Konferenz wurde deswegen 1996 deshalb abgehalten. Die brachte die Erkenntnis, dass, wenn man das Cembalo heute wirklich wieder in Konzerten benutzen wolle, nur ein (originalgetreuer) Nachbau in Frage komme. Eine äußerst schwierige Aufgabe, denn ein Ruckerts-Cembalo ist in etwa das, was eine Stradevari unter den Geigen darstellt. Ein Cembalo-Bauer, der historisch bauen konnte, musste gefunden werden. In Dietrich Hein aus Oldenburg hat man ihn gefunden. Wenn Spitzenmusiker darauf vertrauen, dass es in Halle zu den Festspielen gut gehen wird mit dem Spitzeninstrument, das sie noch nicht kennen, kann man das schon als eine große Ehre betrachten. Schließlich hat man ja einen guten Ruf zu verlieren. Gerade ein Cembalo spielt in barocken Musik-Stücken oft eine tragende Rolle. Der Leiter der Restaurierungsabteilung der Stiftung Händelhaus Roland Hentzschel ist denn auch in diesen Tagen im Dauereinsatz. Immer wieder schaut er nach dem Instrument, stimmt es vor dem Konzert und in den Pausen erneut höchstselbst für die, die darauf spielen. Die Stiftung kann neben Instrumenten-Schätzen eben halt auch Experten-“Schätze“ ihr Eigen nennen.


Montag, 4. Juni 2018

Das war ein – mit Verlaub! - geiles Projekt, was die Zuhörerschaft im wieder bis zum letzten Platz besetzten Freylinghausensaal der Franckeschen Stiftungen am Sonntagvormittag miterleben konnte. Clemens Flämig, Direktor unseres halleschen Stadtsingechores, hat damit nämlich eine wunderbare Idee umgesetzt: Musiken von Händel und Bach in einem Konzert auf die Bühne zu bringen. Aber nicht einfach so hintereinander. Gut, sie haben es ihm aber auch vergleichsweise leicht gemacht, in dem sie sich beide der Vertonung des Hercules-Themas gewidmet hatten. Und so konnte Flämig diese in einem Pasticcio zu einem neuen Werk zusammenfügen. Freilich brauchte er dafür nicht nur ein hervorragendes Barockorchester. Das Händelfestspielorchester bot sich geradezu an. Ebenso ging's nicht ohne (hervorragenden) Chor. Den hat Halle mit dem Stadtsingechor zu bieten. Man nehme dann noch ebenso hervorragende Solisten dazu (Sopranistin Christina Roterberg, Mezzosopranistin Susanne Langner, den wunderbaren Altus Kaspar Kröner und den ebenso tollen Tenor Tobias Hunger) und „schon“ kann man ein unfassbar beeindruckendes Konzert auf die Bühne bringen. Hat jemand schon mal ein schöneres „Ja“- und „Nein“-Echo gesungen gehört? Der Stadtsingechor-Knabe berührte damit ungemein. Dass Clemens Flämig übrigens selbst einen hervorragenden Tenor abgibt, bewies er – neben seinem hervorragendem Dirigat – mit einer Händel- (Attendant on Pleasure) und einer Bach-Arie (Merkur). Halle kann nicht nur mithalten mit dem hohen internationalen Barock-Musik-Niveau, sondern bestimmt es mit solchen Produktionen selbst mit. Darauf kann jeder Hallenser wirklich mit Fug und Recht stolz sein!

Sonntag, 3. Juni 2018

Es müssen nicht immer die ganz lauten Töne sein. Nathalie Stutzmanns weiche und trotzdem volltönende Altstimme verzauberte - im Duett mit dem schönen, glockenklaren Sopran von Camilla Tilling - am Samstagabend das Publikum in der Konzerthalle, die übervoll besetzt war. Für alle, die kurzentschlossen noch Einlass begehrten, wurden (wieder) flugs zusätzliche Stühle herbeigeholt. Das sei – nur mal am Rande – all jenen ins Stammbuch geschrieben, die immer mal wieder an der Auslastung der Händelfestspielkonzerte etwas herumzumäkeln haben. 2018 dürften sie dafür null Futter haben – so gut wie sich die Tickets in diesem Jahr (bisher) an die Händel-Fans bringen lassen. Nathali Stutzmann und ihr Orchester „Orfeo 55“ sind allerdings auch (fast) ein Selbstläufer. Schließlich gehört die französische Altistin und Dirigentin zu den besten Musiker-Persönlichkeiten der Gegenwart. Für ihr Orchester sucht sie sich überdies immer wieder die (aller)Besten an den jeweiligen Instrumenten zusammen. Und das konnte man am Sonntagabend hören! Wie Stutzmann und Tilling getreu dem Titel des Festkonzerts „Duello Amoroso“ nicht nur gesungen, sondern auch gespielt haben, war ein wunderbares Vergnügen.

Samstag, 2. Juni 2018

The Bass was the best! Vanessa und ich sind uns nach dem grandiosen „Messiah“ im Dom am Freitagabend einig. Dabei war Andreas Wolf erst in allerletzter Minute für den eigentlich vorgesehen Luca Tittoto besetzt worden. So raumgreifend, so melodiös, so kraftvoll wie den Wolf'schen hört man selten eine Bass-Stimme. Der – jetzt wiederhole ich meine Therapieempfehlung vom vergangenen Jahr – geht mehr als herrlich nicht nur durch die Ohren, sondern auch durch den Magen. Andreas Wolf war uns im vergangenem Jahr schon als Polifemo in „Aci, Galatea e Polifemo“ in der Aula des Löwengebäudes mehr als wohltuend aufgefallen. Auch der Tenor der „Messiah“-Aufführung in diesem Jahr, Rupert Charlesworth, hat sich in Vanessas und mein Herz gesungen. Die neben mir in der Kirchenbank sitzende Gattin von Festspiel-Intendant Clemens Birnbaum hat bei Charlesworth gar eine Ähnlichkeit mit Freddy Mercury (dem 1991 verstorbenen Frontman der Glam-Rock-Truppe Queen) ausgemacht. Ich kann ihr nach genauerem Hinsehen nur beipflichten. Gut möglich, dass Mercury die Tenor-Parts im „Messiah“ selbst auch ganz gut bewältigt hätte. Denn für einen Rocksänger hatte seine unverwechselbare Stimme sowohl einen ungewöhnliches Volumen als auch einen ungewöhnlichen Umfang. Etwas zu mäkeln hatten wir beide an Counter Carlos Mena. Nach unserem Gehör hat er seine Altstimme im Falsett nicht durchgängig durchgehalten, sondern ist immer mal wieder in seinen „normale“ Tenorstimme „gerutscht“. An Dirigent Andrea Marcon hat uns begeistert, mit welchem Körpereinsatz er „sein“ La Cetra Barockorchester samt dem Vokalensemble Basel (also den für den „Messiah“ unumgänglichen Chor) und die Solisten gesteuert hat.

Nach der Aufführung hat es uns in den "Kaffeeschuppen" in der Kleinen Ulrichstraße verschlagen. Ich erzähle Vanessa, dass es den schon zu DDR-Zeiten hier gab und sich seitdem kaum etwas an der sympathischen Kneipe verändert hat. Vanessa bestellt sich ein große Glas rote Fassbrause, weil sie noch arbeiten muss. Sie verbindet ihre Reisen von Melbourne/Australien nach Europa meistens mit möglichst vielen Terminen, bei denen sie großartige Künstler persönlich treffen und interviewen kann. Diesmal geht es um ein Gespräch, dass sie mit dem US-amerikanischen Opernsänger Thomas Hampson führen konnte. Sie hat es auch aufgenommen und findet es etwas nervig, beim Schreiben ständig vor- und zurückspulen zu müssen. Die Deadline ruft und so muss sie sich nach dem Konzert und unserem „Kaffeeschuppen“-Besuch noch an ihren Laptop setzen. In ihrem halleschen Hotelzimmer sitzt sie übrigens an einem Tisch, der wie ein Keyboard gestaltet ist. Und der Stuhl sieht aus wie ein Klavierhocker. Das findet sie natürlich passend und witzig – zumal offenbar nicht alle in ihrem Hotel so untergebracht sind. Landsmännin Sandra, sagt sie, habe ein bissel neidisch geguckt, als sie gefragt wurde, ob sie auch einen Keyboard-Tisch samt Hocker in ihrem Zimmer habe (was Sandra verneinen musste). Nur die eine schreiend giftgrün angestrichene Wand erschreckt Vanessa jeden Morgen, wenn sie aufwacht. Dieses Grün scheint zur Corporate Identity der Gruppe zu gehören, die das Hotel jüngst übernommen hat.


Freitag, 1. Juni
Vanessa hat es punktgenau zum Festkonzert mit Magdalena Kozena in der Ulrichskirche geschafft. Obwohl ihr Zuganschluss nach langem Flug von Melbourne aus in Frankfurt am Main nicht geklappt hat. Genau dieses Konzert war ihr ganz wichtig, es war ihr „favourite“, wie sie mir in der Pause sagte. Und es stimmte: Magdalena Kozena im giftgrünen Kleid mit angedeuteter Kapuze und das La Cetra Braockorechster Basel unter Leitung von Andrea Marcon präsentierten einen Händel-Arien-Rausch, der seinesgleichen suchte. Man kann es kaum beschreiben – wer in der ausverkauften Konzerthalle dabei war, weiß, wie sehr Magdalena Kozenas Interpretationen der bekanntesten Händel-Arien allen (und auch sichtbar ihr selbst) unter die Haut gingen. Wer meint, Händels „Lascia Ch'io Pianga“ aus der Oper „Rinaldo“ könne keine Sängerin und kein Sänger mehr (noch) eine eigene, individuelle Note (im übertragenen Sinne) geben, der ist am Donnerstagabend eines Besseren belehrt worden. Die Kozena hat das geschafft und damit ihr Publikum in Halle zu Beifallsstürmen hingerissen.

Donnerstag, 31. Mai

Was für ein zauberhafter Aufführungs-Ort die Georgenkirche ist, haben wir am Mittwochabend (wieder) erleben dürfen. Das Publikum strömte so zahlreich hin, dass flugs noch mehr Stühle organisiert werden mussten. Nur die Programmzettel reichten dann nicht mehr für alle und einen Versorgung in der Pause mit Erfrischungen fand leider auch hier nicht statt. Im besten Sinne zauberhaft war dann aber das Programm. „English Songs“ von Händel mit der Lautten Compagney Berlin und der Solistin Tora Augestad. Solchen Liedern soll man zu Händels Zeiten gelauscht haben, wenn man Lustwandeln gegangen ist. Ein riesen Hype damals und die sogenannten „Pleasure Gardens“ in London waren der prädestinierte Ort dafür. Durchaus eine Überlegung wert, das Lustwandeln in öffentlichen (schönen) Gärten mit Musik heute wieder einzuführen. Wer lustwandelt, kämpft und streitet nicht. Die Songs über melancholische Nymphen, Baccus an der Börse und ein regelrechter Nonsens-Song sind auch heutzutage noch ein ziemliches Vergnügen. Noch dazu, wenn man einen solchen Moderator dabei hat wie Christian Filips, der den zauberhaften Abend richtig "rund" machte.

Mittwoch, 30. Mai

Im Dom war es gestern Abend angenehm kühl. Und so konnte das wunderbare „Chandos Concert“ bei mir (wieder einmal) wie ein natürlicher Blutdrucksenker wirken. Denn die beiden Tenöre, die Sopranistin und der Bass sangen in Begleitung des London Handel Orchestra unter der musikalischen Leitung von Adrian Butterfield so wohltuend schön und zart, dass man sich einfach entspannen musste. Das Publikum erlebte hier die Erstaufführung des Chandos Te Deum 281 nach der Hallischen Händel-Ausgabe. Man kann dem Adligen James Brydges, dem Earl of Carnavon und ab April 1791 auch Duke of Chandos nur dankbar sein, dass der sein gewaltiges Vermögen – aufgebaut als Generalzahlmeister der englischen Truppen im Spanischen Erbfolgekrieg von 1703 bis 1713 – auch dafür einsetzte, 1711 Händel auf seinen Landsitz einzuladen und ihn als Composer in residence zu bezahlen. Das machte er nicht nur mit Händel so. Er engagierte stets herrvorragende italienische Orchestermusiker und englische Sänger für sein „Cannons Concert“. Erst 1719 gab Händel dieses Stelle bei dem Adligen auf und wurde in London Musikalischer Direktor der Royal Academyof Music, die mit finanzieller Unterstützung des Königs gerade gegründet worden war.

Dienstag, 29. Mai 2018

Kleine Händel-Pause am Montagabend zwecks sportlicher Betätigung am Abend. Ist immer dringend nötig, damit Nacken, Rücken und Bandscheibe entlastet werden. Zugeständnis seitens unserer Fitness-Trainerin wegen der Hitze: wir haben nicht ganz so viel „ mit Hüpfen“ gemacht.

Vanessa hat aus Melbourne geschrieben. Wir haben beide Tickets für fünf Veranstaltungen: Magdalena Kozena, Messiah, Preisträger Handel Singing Competition, Flammende Rose and Max Emanuel Cencic. Das passt doch. Am 30. und 31. Mai hat Vanessa dann einen Mammut-Reise vor sich: “I leave Melbourne on 30 May and arrive in Frankfurt 6.45 on 31 May. Then a train ride to Halle.“, schreibt sie. Und am Abend dann gleich das Festkonzert mit Magdalena Kozena. Hoffen wir, dass sich die Hitze bis dahin etwas abschwächt... Müssen wir halt ganz oft gemeinsam Spaghetti-Eis essen gehen, das mag Vanessa für ihr Leben gern. Ich freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen!

Montag, 28. Mai 2018

Sophie Karthäuser, belgische Sopranistin und als eine der besten Mozart-Interpretinnen ihrer Generation bekannt, nutzte ihre durch Mozart geschulte Koloratur-Kraft in der Stimme bei ihrem Festkonzert am Sonntagmorgen in der Aula des Löwengebäudes zur Freude des Publikums weidlich aus. Die Händel-Arien aus „Giulio Cesare in Egitto“, „Orlando“ und „Faramondo“ gaben ihr auch reichlich Gelegenheit dazu. Die Capella Augustina unter Leitung von Andreas Spering steuert kraftvolle, typisch händelsche Concerti grosso bei, die richtig gute Laune machen. Vom auswärtigen Publikum war zu vernehmen, dass ihnen dieser Ort so gefällt. Auch wenn die spätklassizistische Ausgestaltung der Aula kein Barock ist und viel später als zu Händels Lebzeiten gebaut wurde, sei die Atmosphäre hier stimmig – die Akustik sowieso. Leider hat der Getränkeversorger (für die Pause) den Organisatoren abgesagt, so dass eine Erfrischung für die Konzertgäste ausbleiben musste.

Festspiel-Intendant Clemens Birnbaum machte den „Lovely-shoes“-Spaß for men mit und zeigt mir, dass er an diesem Tag keine roten, sondern grüne Schnürsenkel in die Lederschuhe gefädelt hat. Natürlich passend zur grün-weiß gestreiften Krawatte. Mehr Farben, sagt er, hätte er aber nicht auf Lager, er könnte nur noch versuchen, in einen Schuh rot und in den anderen grün zu fädeln. Eine rot-grüne Krawatte könnte sicherlich auch noch auftgetrieben werden...

Am Sonntagabend habe ich mir mit „Ungeschrieben: Händel und die Improvisation“ mit dem Ensemble all'improvviso im Kammermusiksaal des Händel-Hauses ganz schön was vorgenommen. Schließlich sollte man ein bisschen mehr als ein Bisschen von Komposition und Musiktheorie verstehen, um nachvollziehen zu können, was die Musiker auf der Bühne da leisten. Aber Martin Erhardt (Blockflöte und Cembalo) stimmte in seinen Moderationstexten recht gut ein auf die Stücke und spätestens nach der Pause hatte ich mich dann reingehört. Improvisation sei – wie beim Jazz – meist Musik für Musiker, hat mein musizierender Neffe mal gesagt. An diesem Abend war ich dann halt die Ausnahme von dieser Regel. Dank gebührt auch der Wirtin des neu eröffneten Restauration im Händel-Haus, die ohne darauf eingestellt zu sein, ad hoc die Versorgung mit erfrischenden Getränken der Konzertgäste in der Pause meisterte.


Sonntag, 27. Mai 2018

Im besten Sinne barock war das Fest, das die Hallesche Wohnungsgesellschaft für den Samstagnachmittag auf dem Domplatz zum mittlerweile dritten Mal für jeden, der bei freiem Eintritt kommen mochte, organisiert hat. Und sie kamen in Scharen und freuten sich, dass sie bei den doch recht hitzigen Temperaturen Wasser umsonst gereicht bekamen, die (gepolsterten) Stühle in den Schatten rücken und durch die zeitweise Straßensperrung am Dom von jedem Standpunkt aus das Bühnen- und sonstige Programm genießen durften. Zum Beispiel die prachtvolle, farbenfrohe Kostüm-Show mit Witz von „Gnadenlos schick“ und natürlich die händelschen Töne der Blechbläser-Truppe.

Am Abend dann DAS Ereignis dieser Festspiele: Joyce DiDonato mit ihrem „In Krieg und Frieden“-Programm auf der Händel-Hallen-Bühne. Eine derart kraftvolle, alle Nuancen beherrschende, einzigartige Mezzosopranstimme, die die kühle Kargheit des halleschen Konzerthallen-Saale mit den ersten Tönen ganz schnell vergessen lässt. Joyce DiDonatos stimmliche und persönliche Bühnenpräsenz ist derart umfassend, dass es den Side-Kick des tänzerischen Parts von Manuel Palazzo eigentlich gar nicht gebraucht hätte, um die Tragik der kriegerischen, leidenden und liebenden Szenen herüberzubringen. Zumal Vivienne Westwood, britische Stilikone und Erfinderin des (modischen) Punks mit den Roben für Joyce ganz(e) hervorragende Arbeit geleistet hat. Da braucht es dann keine – ansonsten für glamouröse Frauen doch für so wichtig und unverzichtbar gehaltenen – high heels mehr: DiDonato singt, steht, schwebt, sitzt, liegt mit blanken Füßen auf der Bühne. Und nimmt mit dem strahlendsten Lachen (samt Tränen der Rührung), das die Händel-Halle je gesehen hat, nach dem Konzert den diesjährigen Händel-Preis entgegen. Auch nach dem Konzert enttäuscht sie ihre Fans nicht: geduldig und mit offenherziger Freude gibt sie unzählige Autogramme. Und (fast) alle halten sich an die Bitte, keine Selfis zu machen. „Kunst ist ein beherzter Weg zum Frieden“, sagt Joyce DiDonato (nicht nur) zu ihrem Programm. Sie ist wohl die prädestinierteste aller Frauen, die man sich vorstellen kann, die diese Botschaft überzeugend wie sonst kaum einer zu vermitteln vermag.

Und ja, es war tatsächlich Donna Leon, die Halle (wieder einmal) bei diesem Konzert die Ehre gab. Denn nach wie vor unterstützt sie das Ensemble "Il Pomo d'oro" unter der musikalischen Leitung des jungen Maxim Emelyanychev am Cembalo, mit dem Joyce DiDonato ihr Festkonzert gestaltete.   


Samstag, 26. Mai 2018

Diese Feierstunde am Händel-Denkmal ist (vor allem) den halleschen Händel-Fans heilig. Bei strahlendem Sonnenschein fanden sie sich gestern denn auch zahlreich ein, um den Klängen zu lauschen – und den moderierenden Texten von Matthias Erben. Lachende Zustimmung bekam er vom Publikum, als er einen kleinen Seitenhieb auf Magdeburg ansetzte. Der Barockkomponist Georg Philipp Telemann sei zwar in Magdeburg geboren (und deshalb gibt es dort die Telemann-Festspiele) – aber gewirkt, sich einen Namen gemacht hat er in Hamburg – und so betrachte er eben Telemann eher als Hamburger denn als Magdeburger Sohn. Während die Herren der „Pfeiferstuhlmusik“ uns Fotografen ihre wie immer schön blank geputzten Blechblasinstrumente als Fotoobjekte, in denen sich die Motive so schön spiegeln, zur Verfügung stellen, zeigt Festspielintendant Clemens Birnbaum, was „lovely shoes“ fo men sein können: in seinen schwarzen Lederschuhen stecken rot leuchtende Schnürsenkel.

Und dann die „Berenice“-Premiere, die den Reigen aller Händel-Opern beschließt, die in Halle nach der wissenschaftlichen Händel-Ausgabe gespielt wurden: da stand ein junger Mann als Alessandro auf der Bühne, der das Festspiel-Publikum mit riesigem Staunen begeisterten Beifall spenden ließ. Samuel Marino hatte bis dato nicht in einer szenischen Aufführung singend auf einer Bühne gestanden. Das wird sich für den Counter mit wirklich einzigartiger Stimme mit 100-prozehtiger Sicherheit ändern: das Festspiel-Publikum war am gestrigen Abend dabei, als ein neuer Welt-Star „geboren“ wurde. Aber auch ansonsten ist diese „Berenice“-Produktion etwas, was nicht nur Händel-Fans gesehen haben sollten. Regisseur Jochen Biganzoli hatte in Berlin bei der Vorstellung des Festprogramms und seiner Inszenierung nicht zu viel versprochen. Wie er das historische Thema mit der heutigen Zeit verquickt hat, ist hochaktuell und nicht nur von erfahrenen Opern-Gängern zu verstehen. Und wer eigentlich „bloß“ besten Gesang und wunderbare Darsteller sehen möchte, der ist hier auch ganz richtig – Kammersängerin Romelia Lichtenstein (als Berenice) und dem gesamten Ensemble inklusive hervorragendem Händel-Festspiel-Orchester sei Dank! Also: Hingehen, hingehen, hingehen!!!

Freitag, 25. Mai 2018

Gleich geht es richtig los: mit der Auftakt-Pressekonferenz im Händel-Haus. Wie immer ist auch ein musikalischer Appetits-Happen dabei, den man schon mal genießen kann. Leo Duarte, Musikalischer Leiter des Händel-Pasticcios „Ormisda", wird mit Musikern des Ensembles Opera Settecento musikalisch auf die Festspiel-Tage einstimmen. Auch sehr erfreulich: Mit dem heutigen Tage eröffnet auch wieder mit dem "Zum Händel Cofee & Food" eine gastronomische Einrichtung im Händel-Haus. Feine ausgesuchte Speisen, regional und frisch, werden versprochen und: guter Kaffee, frischer Kuchen und Eis. Praktischerweise können wir vor der Pressekonferenz hier gleich mal vorbeigucken - soll heute auch einen Sektemfpang geben... :)  Am Nachmittag gucken wir bei der Feierstunde am Händel-Denkmal vorbei und am Abend die mit Spannung erwartete letzte der insgesamt 42 Opern-Premieren nach der wissenschaftlichen Hallischen Händel-Ausgabe "Berenice". Da kann doch nur noch das Händel-Fieber ausbrechen...      


Donnerstag, 24. Mai 2018

Bei uns im Verlag hat es in diesem Jahr schon etwas früher zu händeln angefangen. Denn unsere Sonderausgabe zu den diesjährigen Festspielen haben wir schon am 9. Mai herausgebracht. Wie stets haben wir damit wieder ein paar Hallenser glücklich gemacht, denn von der Stiftung Händelhaus haben wir Verlosungskarten für ausgewählte Konzerte zur Verfügung gestellt bekommen. Nur noch mal der Vollständigkeit halber: es waren 32 Logos in der Ausgabe "versteckt" und wie sich herausstellte, waren die nicht für alle so einfach zu finden.

Ja, nach Vanessa kann ich auch in diesem Jahr wieder Uhr und Kalender stellen. Sie hat sich vor ein paar Tegen per Mail bei mir gemeldet. Sie kann zwar erst am 31. Mai hier in Halle sein, will dann aber so viel wie möglich von den dann noch stattfindenden Festspielkonzerten "mitnehmen".  Wir müssen noch unsere jeweils bestellten Konzertkarten "matchen", um zu sehen, wo wir beide dabei sind. Das dürfte kein Problem sein, denn im Laufe der Jahre habe ich Vanessas "Festspiel-Geschmack" ganz gut kennengelernt und mich beim Bestellen der Konzertkarten schon darauf eingestellt.

Ab dem morgigen Freitag-Nachmittag mit Beginn der Eröffnungs-Pressekonferenz lege ich den Schalter dann vollends auf Händel um. Und nein, Händel wird nie langweilig, auch nicht für Journalisten, die ein Thema schnell über haben können. Wer mag, kann hier noch einmal im Händel-Festspiel-Blog 2017 "Lovely shoes and Halleluja" schmökern.                   



Prolog

Vor 15 Jahren saß die mir damals noch unbekannte Vanessa Taylor bei der traditionellen Händel-Opern-Premiere zu den Festspielen neben mir. Wir stellten schnell die beruflichen Gemeinsamkeiten fest, aber ihr wirklich begeisterter Blick galt meinem Schuhwerk. „Lovely shoes!" rief sie angesichts der mit rotem Glitzer-Flitter überzogenen Ballerinas und ich erklärte ihr in holprigem Englisch, in welchem Laden (am Markt) ich sie gekauft hatte. Dass ich mit ihr auch noch denjenigen Händelfan gefunden hatte, der die Antwort auf meine Jahr für Jahr auf der Eröffnungspressekonferenz gestellte Frage war ("Woher kommt der am weitesten gereiste Händelfestspiel-Gast?" - Antwort " Aus Australien."), stellte sich erst später heraus; ich hatte Vanessa der englischen Sprache wegen zunächst mal in London verortet. Aber seit diesem Ausruf feiern wir jedes Jahr im Juni unser Wiedersehen und erleben zu den Festspielen immer wieder kleine, aber feine Abenteuer.

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