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Sonja Richter Sonja Richter
aktualisiert am 13.07.2018 um 12:51:43

Georg Scheuerle, Landwirt in Queis: Das war die früheste Ernte

350 000 Euro kostet so ein moderner Mähdrescher. „Das will erwirtschaftet werden“, so Georg Scheuerle. 350 000 Euro kostet so ein moderner Mähdrescher. „Das will erwirtschaftet werden“, so Georg Scheuerle.
Foto: S. Richter Galerie (1 Bild)
Hitze und Trockenheit füllen den Bauern die Scheunen in diesem Jahr nicht gut.

Saalekreis (sr). Die vergangenen Tage waren wie eine Erholung - etwas weniger heiß und sogar einmal ein paar Regentropfen. Aber viel zu wenig, um das Minus aufzuholen, das uns der Mai und Juni beschert haben. Ein Problem, mit dem die Landwirte Deutschland weit zu kämpfen haben. „Kleine Körner, schlechte Qualitäten und Erträge, die noch unter den niedrigen Ergebnissen des vergangenen Jahres liegen, werden die Folge sein", so der Landesbauernverband.

Weniger Erträge holen auch Georg Scheuerle und sein Team von den Feldern. Der Landwirt aus Queis, der seit 1990 mehr als 1 000 Hektar östlich von Halle bewirtschaftet, hat bereits zwei Drittel seiner Schläge abgeerntet. „Das war die früheste Ernte, die ich je gemacht habe", sagt er dazu und schätzt ein, dass er so um den 20. Juli fertig sein wird. Wassermangel und Hitze haben zur Notreife geführt, das heißt, das Getreide reift, bevor die Körner gefüllt sind. Das beeinträchtigt zwar nicht unbedingt die Qualität, aber die Menge und damit den Verdienst seines landwirtschaftlichen Betriebes. Der Raps und die Gerste sind schon vom Feld - etwa 20 Prozent weniger als in einem durchschnittlichen Jahr. Beim Weizen rechnet er sogar mit einem Minus von 35 Prozent auf seinen Feldern und kann da noch froh sein, dass es im Saalekreis nicht so leichte Böden wie in den Altmarkkreisen, im Jerichower Land, der nördlichen Börde, in Anhalt, Wittenberg und Teilen des Salzlandkreises gibt. Dort erwartet der Landesbauernverband sogar Totalausfälle bei Getreide und Raps.

„Unsere Ertragslage ist nun mal abhängig vom Wetter", so Scheuerle. Deshalb galt früher der Spruch: „Eine Ernte muss man auf dem Halm haben, eine in der Scheune und eine auf dem Konto". Heute sei die finanzielle Situation der Landwirte wesentlich schwieriger. So müssen sie teure Pachten für ihre Felder bezahlen, das Personal erwartet regelmäßig sein Geld und auch die Be-triebsmittel kosten heute wesentlich mehr - ein moderner Mähdrescher, wie er momentan eingesetzt wird, beispielweise rund 350 000 Euro. Dieses Geld muss aber erst einmal durch die Ernte erwirtschaftet sein.

Seit vier Wochen wissen die Landwirte, dass eine schlechte Ernte absehbar ist. Die Präsidenten des Bauernverbandes und des Bauernbundes haben deshalb am Rande des Eröffnungsrundganges der DLG-Feldtage am 12. Juni die Landwirtschaftsministerin von Sachsen-Anhalt, Prof. Claudia Dalbert, gebeten, Hilfsmaßnahmen für die von der Trockenheit betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe vorzubereiten. „Hilfen könnten sein, Steuerforderungen auszusetzen, Liquiditätsdarlehen zu gewähren und Beratungshilfe zu geben. Ertragsminderungen und die damit verbundenen finanziellen Ausfälle werden erfahrungsgemäß aus eigener Kraft in den Betrieben nur schwer abzufangen sein", so der Präsident des Bauernbundes Sachsen-Anhalt, Jochen Dettmer.

Folgende Maßnahmen hat das Landwirtschaftsministerium bereits ergriffen: Seit dem ersten Juli dürfen ökologische Vorrangflächen auf Antrag in allen Regionen Sachsen-Anhalts für Futterzwecke genutzt werden. Damit soll tierhaltenden Unternehmen geholfen werden. Über Anträge der Landwirte, unter anderem auf Stundung fälliger Steuern oder Anpassung der Vorauszahlungen unter Einbeziehung der aktuellen Situation, soll nach pflichtgemäßem Er-messen schnell entschieden werden. Außerdem hat Ministerin Dalbert die Landwirtschaftliche Rentenbank gebeten, das Programm zur Liquiditätssicherung für von der Dürre betroffene Betriebe zu öffnen. Diese bietet nun zinsgünstige Darlehen für landwirtschaftliche Betriebe an, die einen Ergebnisrückgang von mindestens 30 Prozent im betroffenen Betriebszweig nachweisen können. Die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH und die BVVG wurden gebeten, Pachtstundungen zu prüfen. Die BVVG hat den Pachtstundungen zugestimmt. Zudem existiert bei der landeseigenen In-vestitionsbank eine Bürgschaftsregelung unter dem Namen „Land und Forst", die ge-nutzt werden kann.

Ob und was Georg Scheuerle von diesen Angeboten in Anspruch nehmen kann, das weiß er noch nicht. Erst muss die Ernte eingebracht und das Ergebnis analysiert werden. Noch stehen Mais und Zuckerrüben aus. „Beim Mais rechnen wir mit Einbußen von etwa 20 Prozent und die Zuckerrüben haben noch eine gute Chance, wenn es in den kommenden Tagen und Wochen viel regnet", hofft der Landwirt auf besser werdende Bedingungen.

Verschont geblieben sind die von ihm bewirtschafteten Felder bisher glücklicherweise auch von solchen Bränden, wie sie in den vergangenen Tagen rund um Halle fast täglich loderten und den wenigen Ertrag damit ganz zunichte machten. Vorbeugend stehen Wasserwagen am Rand der Felder, wo gerade Gerätetechnik im Einsatz ist, und auch jedes Fahrzeug ist mit zusätzlichen Wassertanks bestückt. „Wenn es zum Brand kommt, muss man schnell löschen können", erklärt Georg Scheuerle dazu, „die Feuerwehr ist zwar meist in wenigen Minuten da, aber im Ernstfall muss man in Sekunden reagieren".

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