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Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 23.11.2018 um 15:54:28

Hallesche Rettungsschwimmer Joshua Perling und Jessica Grote mit den nächsten Weltmeister-Titeln - jeweils in der Puppenstaffel!

Auch Jessica Grote aus Halle kann sich nun Weltmeisterin nennen. Sie gewann den Titel mit der Puppen-Staffel. Auch Jessica Grote aus Halle kann sich nun Weltmeisterin nennen. Sie gewann den Titel mit der Puppen-Staffel.
Foto: Archiv/DLRG
Adelaide/Halle (DLRG). Die Rettungsschwimmer der deutschen Nationalmannschaft haben bei der Weltmeisterschaft in Australien am Freitag (23.11.) die Pool-Wettbewerbe erfolgreich beendet. Fünf Gold- und eine Bronzemedaille sammelten die Athleten der  Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Schwimmbecken in Adelaide. Als Mitglied im Weltverband International Life Saving Federation (ILS) stellt die DLRG das Nationalteam im Rettungsschwimmen. „Der letzte Tag im Pool war in der Vergangenheit schon oft unser stärkster. Dass wir einen derartigen Lauf entwickeln, damit war aber nicht zu rechnen; das war absolut fantastisch", kommentierte Teammanager Holger Friedrich im Anschluss an die letzten Siegerehrungen.

Besagten Lauf eröffnete Jan Malkowski aus Warendorf im ersten Finale der Männer. Über 100 Meter Retten einer Puppe mit Flossen setzte sich der gebürtige Berliner in 44,72 Sekunden souverän an die Spitze des Feldes.Im nächsten Finale der Männer, diesmal Retten über 50 Meter – ohne Flossen, ließ Danny Wieck aus Stralsund die nächste Goldmedaille folgen. . Bereits am Vortag hatte er die Chance auf solch ein Trippel. In der kombinierten Rettungsübung musste er sich aber dem Australier Matt Davis geschlagen geben.

In der anschließenden Staffel viermal 25 Meter Retten einer Puppe sorgten die Frauen für die Überraschung des Tages. Mit der Hoffnung, eine Medaille zu gewinnen, ins Rennen gehend, wuchsen Kirsten Lühr aus Dortmund, Vivian Zander aus Warendorf, Jessica Grote aus Halle an der Saale und Kerstin Lange aus Wiesbaden förmlich über sich hinaus und holten in neuer deutscher Rekordzeit von 1:20,35 Minuten Gold. „Das war ein unfassbarer Lauf, alles hat gepasst und wir haben uns einen Traum erfüllt", freute sich Jessica Grote. Direkt im Lauf danach wurden Christian Ertel (Oestrich-Winkel), Danny Wieck, David Laufkötter (Bad Wünnenberg) und Joshua Perling (Halle an der Saale) ihrer Favoritenrolle gerecht und gewannen ebenfalls den Weltmeistertitel.

Den Schlusspunkt setzten dann auch die Männer. Mit Malkowksi anstatt Perling siegten sie in der Gurtretter-Staffel erneut. Die Finalzeit von 1:26,19 Minuten ist zugleich der neue Weltrekord in dieser Disziplin. Im Finaldurchgang zuvor holte David Laufkötter über die 200 Meter Super Lifesaver zudem noch eine Bronzemedaille. Diese verpassten Kerstin Lange und Joshua Perling über die 50 Meter Retten einer Puppe jeweils als Vierte nur knapp.

Bereits am Donnerstag war die gemischte Lifesaver Staffel der DLRG-Athleten schneller als alle anderen. Der neue Wettbewerb wurde erstmals bei einer großen internationalen Meisterschaft ausgetragen. Malkowski hatte nur wenige Minuten davor noch das Finale über Retten mit Flossen und Gurtretter absolviert und dort Silber gewonnen. Zander verpasste in dieser Disziplin eine Medaille und wurde Vierte. Sie verbesserte aber ihren eigenen deutschen Rekord von 59,75 Sekunden im Finale auf 59,20 Sekunden. „Die Bestzeit bedeutet mir viel. Wenn man so nah an der Medaille ist, ärgert man sich aber auch schon, dass es nicht ganz gereicht hat", so die 20-Jährige, die erstmals im Erwachsenenbereich an einer Weltmeisterschaft für Deutschland teilnimmt.

Eine nationale Bestmarke schwammen in 1:53,31 Minuten auch die Frauen in der Hindernisstaffel – Platz sechs.

Die Wettbewerbe für die Nationalteams bei Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen dauern noch bis Sonntag an. In den kommenden beiden Tagen stehen die Wettbewerbe am Strand und im Ozean auf dem Programm. Insgesamt nehmen Athleten aus 44 Nationen teil. In der Nationenwertung liegt die deutsche Mannschaft zur Halbzeit auf dem vierten Platz, hinter den favorisierten Australiern und Neuseeländern sowie in Reichweite zu Europameister Italien auf Platz drei.

Die von der ILS ausgetragene Weltmeisterschaft im Rettungsschwimmen findet alle zwei Jahre statt. Neben dem Wettstreit der Nationen werden weitere Wettbewerbe mit Athleten aus der ganzen Welt ausgetragen, etwa die der Vereine (Interclubs), der Altersklasse-Athleten ab 30 Jahren (Masters) oder auch von Teams mit Rettungsbooten.

Der Rettungssport ist die Wettkampfvariante des Rettungsschwimmens. Er entstand aus der Idee heraus, Menschen für den Wasserrettungsdienst zu gewinnen. Denn gute Rettungssportler sind auch gute Rettungsschwimmer. Der Sport kann im Ernstfall helfen, Leben zu retten. Gleichzeitig können durch ihn Techniken zur Rettung verfeinert und perfektioniert werden. Kraft, Kondition, Schnelligkeit und die Beherrschung der Rettungsgeräte sind Voraussetzung dafür, im Wettbewerb konkurrenzfähig sein zu können. In der DLRG betreiben rund 61.000 meist junge Menschen aktiv den Rettungssport, vom lokalen Verein bis hin zum internationalen Wettkampf. Vielen von ihnen konnten dadurch bereits für den Wasserrettungsdienst an den Stränden, Badesee und in Schwimmbädern begeistert werden.

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