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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Personalie des Halleschen FC um Schädlich schlägt hohe Wellen: Woher einen neuen Präsidenten nehmen? Update: Schädlich am Sonntag zurückgetreten >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 17.12.2018 um 11:30:24

Personalie des Halleschen FC um Schädlich schlägt hohe Wellen: Woher einen neuen Präsidenten nehmen? Update: Schädlich am Sonntag zurückgetreten

Noch-HFC-Präsident Michael schädlich im Januar 2018 vor dem Heimspiel gegen den VfL Aalen.        Noch-HFC-Präsident Michael schädlich im Januar 2018 vor dem Heimspiel gegen den VfL Aalen.
Foto: S. Christmann
Update:  HFC- Präsidenten-Personalie, vierter Akt: Am gestrigen Sonntag ist Michael Schädlich als HFC-Präsident zurückgetreten. Er erklärte dazu schriftlich: "Vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen beim Halleschen Fußballclub e.V. (HFC) sowie angesichts der medialen Berichterstattung in Bezug auf meine Person, erkläre ich mit sofortiger Wirkung meinen Rücktritt als Präsident des HFC e.V. Ich bedanke mich bei der Vielzahl von Partnern des Vereins für die mehr als 16-jährige vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünsche unserem HFC weiterhin sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg."


Halle (sc). Präsidenten-Personalie, erster Akt: Wer auch immer das Thema mit dem MDR-Fernsehbeitrag medial noch einmal angestoßen hat - der Zeitpunkt war perfekt gewählt. Der Neuwahl-Termin des Präsidiums des Halleschen FC in Sichtweite versprach die Offenlegung der doch intensiveren Berichtstätigkeit von Präsident Michael Schädlich zu DDR-Zeiten für die Staatssicherheit - von vielen Fans und auch Spielern oft respektvoll nur „der Dok" (wegen des Doktor-Titels) genannt - allerhöchste öffentliche Aufmerksamkeit. Prompt stieg Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand, der im nächsten Jahr in seinem Amt wiedergewählt werden möchte, darauf ein und setzte dem Einzigen nach der Finanzmisere des Vereins Ende 2017/Anfang 2018 noch im Präsidium verbliebenen Trios am vergangenen Montag mit folgender Erklärung die Pistole auf die Brust: „Die öffentliche Hand kann nicht mit einem Verein zusammenarbeiten bzw. ihn finanziell fördern, wenn an dessen Spitze eine Person steht, die als Inoffizieler Mitarbeiter für die Staatssicherheit tätig war."

Schädlich zog daraufhin umgehend seine erneute Kandidatur fürs Präsidium zurück. Weil es seine Pflicht sei, Schaden vom Verein abzuwenden (die öffentliche Hand in Halle ist mit ihren Unternehmen, in deren Aufsichtsräten der Oberbürgermeister sitzt, quasi Hauptsponsor des Halleschen FC). Schädlich, dem jetzt noch einmal vorgeworfen wurde, zwar seine Berichtstätigkeit frühzeitig offen gelegt zu haben, aber das Ausmaß nicht, erklärte zum wiederholten Male, dass er damals (1983 bis 1989) einen Fehler gemacht habe, der ihm leid tue. Er könne ihn nur leider nicht mehr rückgängig machen.

Präsidenten-Personalie, zweiter Akt: Wiegands Mitbewerber auf den OB-Posten melden sich zu Wort. „Wie sich Oberbürgermeister Bernd Wiegand des langjährigen HFC-Präsidenten Michael Schädlich entledigt, ist in mehrerlei Hinsicht befremdlich und hinterlässt mehr als einen faden Beigeschmack", schreibt der rot-rot-grüne OB-Kandidat Hendrik Lange. „Zum einen ist die IM-Tätigkeit Michael Schädlichs seit 29 Jahren bekannt. In den vergangenen sechs Jahren seiner Amtszeit hat sich der Oberbürgermeister nicht an dieser Tatsache gestört, sondern offenkundig erst jetzt, wo er Herrn Schädlich sowieso loswerden wollte. Michael Schädlich hat sich in seinen 16 Jahren Amtszeit als Präsident um den HFC verdient gemacht. Ihn jetzt aufgrund eines beinahe doppelt so lang bekannten Fehlverhaltens aus dem Amt zu drängen, ist nicht nachvollziehbar", schreibt Lange weiter, und: „Mit welchem Recht erpresst er einen gesamten Verein? Und mit welchem Recht glaubt er, eigenmächtig fragwürdige Förderrichtlinien festlegen zu können? Die städtischen Unternehmen, die als Sponsor des HFC auftreten, gehören und dienen der gesamten Stadt und nicht dem Oberbürgermeister alleine."

Auch CDU-FDP-OB-Kandidat Andreas Silbersack zeigt sich „entsetzt über den Umgang" mit HFC-Präsident Schädlich. Dessen Stasi-Vergangenheit sei seit Jahren kein Geheimnis. Die öffentliche Hand habe das bisher nicht davon abgehalten, mit dem HFC zusammenzuarbeiten. Auch für den Oberbürgermeister sei das offensichtlich erst zum Problem geworden, nachdem Herr Schädlich bei ihm in Ungnade gefallen sei. Die direkte Einmischung eines Oberbürgermeisters in die An-gelegenheiten eines Sportvereins seien außerdem - gelinde gesagt - ungewöhnlich. Man können durchaus diskutieren, ob ehemalige IM in öffentliche Ämter gehörten. Diese Diskussion gehöre jedoch an den Beginn eines solchen Amtes und nicht erst dann, wenn man denjenigen aus dem Amt vertreiben wolle.

Ein „Bündnis akiver HFC-Mitglieder" ließ in einem öffentlichen Brief seinem Frust freien Lauf: „Wir, die Mitglieder, die Basis des Halleschen FC, werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Man will uns offenbar vorschreiben, wen wir gefälligst zu wählen haben. Oder nicht wählen dürfen ... Wir werden nicht zulassen, dass Verantwortlichkeiten und Befugnisse an der Spitze unserers geliebten HFC im stillen Kämmerlein ausgeklüngelt werden ... Wir wollen als Mitglieder, als Verein, nicht abhängig sein von der Gnade Einzelner. Wer den Club führt, entscheiden wir als höchstes Gremium. Wir sind nicht käuflich mit Versprechungen über Etataufstockung und nicht eingeschüchtert bei angedrohter Reduzierung."

Präsidenten-Personalie, dritter Akt: Der HFC als Verein sah sich nach diesen Ereignissen gezwungen, die Mitgliederversammlung mit der Wahl des neuen Präsidiums auf den (voraussichtlich) 3. Februar 2019 zu verschieben, weil die Satzung vorschreibt, dass die Kandidaten für den Vorstand mindestens vier Wochen vor der Wahl vom Wahlausschuss den Mitgliedern vorgeschlagen werden müssten. Bis zum 3. Februar 2019 lenkt also der amtierende Vorstand, dem Schädlich ja als Präsident angehört, weiter die Geschicke des Vereins.

Man hat auch keine Wahl, denn: es ist derzeit keine respektable Persönlichkeit in Sicht, die bisher ihr Interesse, den Präsidentenjob haben zu wollen, öffentlich bekundet hätte. Sowohl Jens Rauschenbach, Vorstand für Finanzen und Marketing, als auch Dr. Jürgen Fox, zuständig für Nachwuchs und Personal, wollen zwar weiter im Vorstand mitarbeiten, aber für das Präsidentenamt stehen beide erklärtermaßen nicht zur Verfügung.

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