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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Pascal Sohm, Stürmer beim Halleschen FC, drückt Astro-Alex die Daumen für die Rückkehr zur Erde - Update: Alexander Gerst am Donnerstagmorgen gut gelandet >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 20.12.2018 um 12:27:37

Pascal Sohm, Stürmer beim Halleschen FC, drückt Astro-Alex die Daumen für die Rückkehr zur Erde - Update: Alexander Gerst am Donnerstagmorgen gut gelandet

Pascal Sohm, hier mit der Rückennummer 9 beim letzten Heimspiel  gegen den Karlsruher SC und Alexander Gerst stammen beide aus Künzelsau, einer Kreisstadt  in Baden-Württemberg. Pascal Sohm, hier mit der Rückennummer 9 beim letzten Heimspiel gegen den Karlsruher SC und Alexander Gerst stammen beide aus Künzelsau, einer Kreisstadt in Baden-Württemberg.
Foto: S. Christmann
Halle (Wolfram Bahn). Wenn die Wolkendecke abends mal aufbricht, dann schaut Pascal Sohm in diesen Tagen öfter mit wachen Augen in den Sternenhimmel. Der HFC-Spieler hofft, die Internationale Raumstation ISS zu erblicken. Und das hat einen guten Grund: Dort oben umkreist der deutsche Astronaut und Geophysiker Alexander Gerst die Erde - und der ist ein Landsmann des Profifußballers. Am morgigen 20. Dezember soll „Astro Alex" - wie er sich scherzhaft selbst nennt - endlich auf die Erde zurückkehren.

„Ich drücke ihm die Daumen, dass alles gut geht", sagt Sohm, der wie Gerst aus Künzelsau, einer Kreisstadt in Baden-Württemberg, stammt. Allerdings trennen die beiden Bürger aus dem Kreis Hohenlohe rund 25 Jahre Altersunterschied. Gerst wurde 1976 geboren, während Pascal Sohn am 2. November 1991 in der Kreisstadt mit seinen etwa 15 000 Einwohnern zur Welt kam. „Ich würde meinen Landsmann schon mal gern treffen", bekennt der Angreifer des HFC, der am 22. Dezember gegen Zwickau das letzte Heimspiel vor der Winterpause bestreitet.

Der 30-jährige Profi kann sich noch gut an das Public Viewing in Künzelsau erinnern, als Gerst im Frühjahr 2014 zum ersten Mal ins All flog. „Da hatten sich viele Einwohner versammelt und es gab eine Liveschaltung zu ihm in die Raumstation", erzählt der 27-jährige studierte Sportwissenschaftler dem „Wochenspiegel". Er war damals gerade nach Großaspach gewechselt, wo er vier Jahre spielte, ehe dann der Anruf aus Halle kam. Kurioserweise war der Künzelsauer gerade kurz vorher in der Saalestadt, um ein Auto zu kaufen. „Bei einem Händler aus Peißen hatte ich im Internet das beste Angebot gefunden", fügt er mit einem Lächeln im Gesicht an. Bei diesem Abstecher ahnte der 1,86 Meter große und 77 Kilo schwere Fußballer nicht, dass er wenige Wochen später beim Halleschen FC anheuern würde. „Eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe", so der Stürmer. Nach der schmerzlichen Niederlagen gegen Karlsruhe will sich die Truppe von Trainer Torsten Ziegner am Sonnabend mit einem Sieg gegen Zwickau rehabilitieren.

Schon als Schüler hatte sich Pascal Sohm für das Weltall und die Raumfahrt interessiert. „Solche Phänomene wie die Schwarzen Löcher habe mich irgendwie fasziniert", zeigt der HFC-Angreifer, das sein Horizont über den grünen Rasen hinausgeht. Er hat sogar das Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit" vom genialen Wissenschaftler Stephen Hawking, der im Herbst verstorben ist, gelesen. Selber auf den Mond fliegen, will er nicht. Er schaut sich den Erdtrabanten lieber von der Erde aus mit seiner Freundin Alisa im Arm an. Seine eigene Sternstunde hat der HFC-Stürmer jüngst in Braunschweig erlebt, als er mit einem raffinierten Schuss den Siegtreffer für die Rot-Weißen markierte. Ein besonderes Ereignis in seiner Laufbahn war Anfang des vorigen Jahres auch das Testspiel mit Großaspach gegen Bayern München, als er ein Tor schoss.

Wenn der Fußballer aus dem fränkischen Nordosten des Landes Baden-Württemberg noch eine Weile beim HFC bleibt, könnte er miterleben, wie auf dem Holzplatz in einem alten Gasometer ein neues Raumflug-Planetarium entsteht. Der Vorgängerbau stand fast 30 Jahre lang auf der Peißnitz und wurde in diesem Jahr abgerissen. Das Planetarium, das am 10. November 1978 eingeweiht wurde, trug den Namen von „Siegmund Jähn", dem ersten Deutschen im All. Der heute 81-jährige Ruheständler aus Morgenröthe-Rautenkranz im Vogtland war am 26. August des gleichen Jahres mit einer Sojus-Rakete zu seiner Mission aufgebrochen. Mitte Januar jährt sich zum 40. Mal der erste Besuch von Jähn in Halle. 1988 zum zehnjährigen Jubiläum war er wieder da. Es wäre wohl eine schöne Geste, wenn vielleicht Alexander Gerst zur Einweihung des neuen Planetariums nach Halle kommen würde. Schon vor einem halben Jahrhundert wurden berühmte sowjetische Kosmonauten in der Saalestadt begrüßt, darunter Juri Gagarin, der erste Mensch im Orbit.

Der „Held der Sowjetunion" aus dem russischen Ort Kluschino fuhr er im Juni 1963 in einem Sonderzug gemeinsam mit Valentina „Walja" Tereschkowa, der ersten Frau im All, durch die DDR. Die beiden Kosmonauten hatten knapp zwei Jahre nach dem Mauerbau ein volles Programm zu erfüllen. In Berlin vollzogen sie im Walter-Ulbricht-Stadion den symbolischen Anstoß zum Länderspiel DDR-Ungarn (Endstand 1:3). Auf ihrer Werbe-Tour für den Sozialismus besuchten sie zahlreiche Betriebe, so unter anderem die Filmfabrik in Wolfen, die Zeiss-Werke in Jena, die Jagdwaffenfabrik in Suhl und den Strumpfproduzenten „Esda" in Auerbach im Vogtland. Ein außergewöhniches Erlebnis verschaffte Valentina Tereschkowa den Bäuerinnen in Landsberg bei Halle. Die Tochter eines Traktoristen, die heute Putin-Anhängerin ist, ging mit ihnen in einen Schweinestall. Die DEFA hat dies alles in einem Propaganda-Film festgehalten, der die „unverbrüchliche deutsch-sowjetische Freundschaft", so der SED-Duktus, dokumentieren sollte.

Auf keinem Zelluloid-Film ist dagegen ein „Zwischenfall" gebannt, der sich zwei Jahre zuvor in einem kleinen Dorf zwischen Bernburg und Könnern zugetragen hat. German Titow, der zweite Kosmonaut nach Gagarin, musst dort am 4. September 1961 auf seiner Fahrt von Magdeburg nach Halle einen ungewollten Stopp einlegen. Die Schranke an einem Bahnübergang ging plötzlich runter. Ein Vater, der in einer Menschentraube stand, die dem Tross entlang der Strecke zujubelte, nutzte die Gunst der Stunde. Er schnappte sich seinen fünfeinhalb Jahre alten Sohn, rannte mit ihm die paar Schritte zum Auto und drückte dem verdutzten Kosmonauten seinen Sprössling in den Arm. Beifall brannte auf. Kurz darauf rollte der Konvoi weiter. Der Junge wurde später Journalist und HFC-Anhänger und schreibt heute für das Stadionmagazin „Der Chemiker".

Leserkommentare:


Die Redaktion , Halle (Saale):
"Der Beitrag steht ja auch schon seit dem gestrigen Mittwoch auf unserer Homepage. Sie haben sich also - nicht ganz top aktuell ein wenig Zeit gelassen, bis Sie ihn gelesen haben. :)"

Dieter, Halle:
"Der ist doch schon zurück, da muss keiner mehr Daumen drücken! Ihr seid ja Top-Aktuell!"


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