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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Konjunkturexperten der IHK aus Halle und Magdeburg wissen: Es wird keinen weiteren Höhenflug der Wirtschaft geben >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 04.02.2019 um 18:22:39

Konjunkturexperten der IHK aus Halle und Magdeburg wissen: Es wird keinen weiteren Höhenflug der Wirtschaft geben

Die IHK-Experten aus Halle (Hauptgeschäftsführer Thomas Brockmeier und IHK-Präsident Steffen Keitel) und Magdeburg (IHk-Präsident Klaus Olbricht und Hauptgeschäftsführer Wolfgang März) wissen: weiter nach oben geht der wirtschaftliche Aufschwung in Sachsen-Anhalt momentan nicht mehr.      Die IHK-Experten aus Halle (Hauptgeschäftsführer Thomas Brockmeier und IHK-Präsident Steffen Keitel) und Magdeburg (IHk-Präsident Klaus Olbricht und Hauptgeschäftsführer Wolfgang März) wissen: weiter nach oben geht der wirtschaftliche Aufschwung in Sachsen-Anhalt momentan nicht mehr.
Foto: S. Christmann
Halle (S. Christmann). Das ist die weniger geliebte Kehrseite eines Aufschwungs: irgendwann ist er mal vorbei. Jedenfalls in der Wirtschaft. Dieser Punkt ist in Sachsen-Anhalt jetzt erreicht. Laut der aktuellen Unternehmensumfrage der beiden Industrie- und Handelskammern Magdeburg und Halle-Dessau unter rund 1 000 Firmen im Land fiel der IHK-Geschäftsklimaindex nach einem Allzeithoch in den vergangenen zwölf Montaten von damals 31,0 auf nun 18,7 Punkte im zurückliegenden Quartal.

Das bedeutet, dass die Unternehmen im Land nun ihre Geschäftsaussichten jetzt wesentlich skeptischer betrachen als vor Jahresfrist. Die pessimistischen Stimmen werden nun wieder lauter und mit Investitionen ist man auch nicht mehr so fix bei der Hand. Trotzdem, so Steffen Keitel, Präsident der IHK Halle-Dessau, bestehe kein Anlass zu (wirtschaftlicher) Sorge. Zwar sei der Höhenflug nun zu Ende, aber die meisten Betriebe seien - quer durch alle Branchen - mit ihrer Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr zufrieden. Im Gastgewerbe (man höre und staune!) sowie im Baugewerbe werde die aktuelle Geschäftslage sogar noch besser bewertet als vor einem Jahr.

An die Politik gerichtet, forderte Klaus Olbricht, Präsident der IHK Magdeburg, die „richtigen politischen Weichenstellungen, insbesondere, was den Fachkräftemangel" angehe. Ein bedarfsgerechtes und praxisnahes Fachkräfteeinwanderungsgesetz müsse her. Keitel forderte vor dem Hintergrund des angekündigten Kohleausstieges eine „kluge Infrastrukturpolitik" ein, sprich (mehr) Geld für Verkehrswege und für Forschung und Ausbildung. Neben den schon seit Jahren immer wieder beklagten hohen Energiekosten und dem schon erwähnten Fachkräftemangel belaste auch die „unsichere, globale Großwetterlage" den (Welt)Handel. Stichwort: Brexit. Zwar raten die IHK-Experten den Unternehmen, „sich auf alle möglichen Szenarien vorzubereiten." Das aber ist zur Zeit kaum möglich, weil eben keiner weiß, was wirklich kommen wird.

Ohne größere Sorgen kann Halle-Dessaus IHK-Präsident Steffen Keitel auf dieses Problem schauen. „Seine" Firma, die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Halle, deren Geschäfte Keitel führt, habe keine Exportbeziehungen zur Großbritannien. Allerdings weiß er, dass Forscherkollegen von der Insel wohl künftig auf EU-Fördergelder für ihre Projekte verzichten müssen. Magdeburgs IHK-Präsident Klaus Olbricht, Geschäftsführer der Elektromotoren und Gerätebau Barleben GmbH, wird der Brexit treffen. Seine Firma gehört zu den Betrieben Sachsen-Anhalts, die derzeit für immerhin 1,4 Milliarden Euro Export-Umsatz in Großbritannien generieren. Weil eben so ungewiss sei, was passieren werde, sind die Vorbereitungen auf ein Szenario in Olbrichts Firma noch nicht sehr weit gediehen.

Auf jeden Fall kämen mit einem Brexit jede Menge neuer Bürokratie-Vorgänge und Zollbelastungen auf die betreffenden Firmen zu. Da könne es durchaus sein, dass Firmen ihre Geschäftsbeziehungen zur Insel abbrechen und woandershin verlagern müssten. Von möglichen Firmenpleiten aufgrund des Brexit will aber keiner sprechen. Wohl auch deshalb, weil die Konjunktur-Experten Sachsen-Anhalts und so mancher Unternehmer (insgeheim) doch immer noch mehr als ein Fünkchen Hoffnung darauf setzen, dass die Briten es sich mit ihrem Brexit noch einmal anders überlegen.
 

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