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Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 06.02.2019 um 11:50:08

Hallescher FC: Klaus Hoffmann holte als einziger Fußballer zweimal den Pokal. Über 25 Jahre war er Mannschaftsleiter

Klaus Hoffmann als Mannschaftsleiter beim HFC zur Saison 1991/92 in der 2. Bundesliga. Klaus Hoffmann als Mannschaftsleiter beim HFC zur Saison 1991/92 in der 2. Bundesliga.
Foto: HFC-Archiv
Von Wolfram Bahn

Klaus Hoffmann hat hallesche Fußballgeschichte geschrieben. Als einziger Spieler des SC Chemie war er bei den beiden Pokaltriumphen 1956 und 1962 dabei, was ihn immer mit besonderem Stolz erfüllte. Er stand auch bei den Europapokal-Spielen gegen OFK Belgrad auf dem Platz. Als Vorstopper und Mittelläufer absolvierte er von 1956 bis 1968 rund 300 Pflicht- und Freundschaftsspiele für den SC Chemie Halle-Leuna, den SC Chemie und zum Abschluss seiner einzigartigen Laufbahn für die HFC-Reserve. Im Jahre 1969 wurde der gebürtige Hallenser Mannschaftsleiter bei den Rot-Weißen. Eine Position, die er sagenhafte 25 Jahre lang bis 1994 ausübte. Am 27. Januar wäre Klaus Hoffmann 85 Jahre alt geworden, er starb am 23. Juli 2016. 

Die HFC-Ikone war früher der „gute Geist der Truppe“. Trainer bezeichneten ihn gern als „Mann für alle Fälle.“ Seine beispiellose Karriere begann 1944 beim damaligen VfL Halle. Dessen Nachfolger Empor Halle förderte sein Talent und schickte ihn im Februar 1956 zum Leistungszentrum. Übrigens gemeinsam mit dem zweimaligen Nationalspieler Günter Imhof, der zwei Jahre später nach Jena ging und wie Klaus Hoffmann am 27. Januar 1934 geboren ist. Der Abwehrspieler erlebte in seiner Zeit drei Aufstiege, aber auch zwei Abstürze seines Klubs mit. 

So wie er als Aktiver seine Abwehr zusammenhielt,  bewies der studierte Bau-Ingenieur auch als Mannschaftsleiter seine organisatorischen Fähigkeiten und seine menschlichen Vorzüge. Er galt immer als Freund der Spieler. Klaus Hoffmann war allerdings zugleich auch ein loyaler Partner der Trainer, von denen er im Laufe der vielen Jahre ein knappes Dutzend an seiner Seite hatte. „Ich hatte mit keinem Probleme, weil ich die Ruhe und Ausgeglichenheit in Person war“, schilderte er zu seinem 70. Geburtstag einem Sportjournalisten der Mitteldeutschen Zeitung seine Vorzüge. Siege genoss er eher in sich gekehrt, so wie es seine Art war. Niederlagen trafen die „Mutter der Kompanie“ genau so wie die Spieler, die danach den Platz mit hängenden Köpfen verließen. 

Seine schmerzlichste Stunde beim HFC ist mit dem Rückspiel im Europapokal im September 1971 in Eindhoven verbunden. Klaus Hoffmann durfte nicht mit in die Niederlande reisen und konnte so nur aus der Ferne die schreckliche Brandkatastrophe verfolgen, bei der ein junger HFC-Spieler in den Flammen umkam.  Freude hat dagegen bei ihm 1991 der Aufstieg der Rot-Weißen in die 2. Bundesliga ausgelöst. Dadurch erlebte er auch den dritten Anlauf des HFC im Europapokal. Wie bei den beiden anderen Auftritten kam auch gegen Torpedo Moskau schon nach der ersten Runde das Aus. Klaus Hoffmann hat seinem Verein immer die Treue gehalten, auch als der HFC Mitte der 1990er Jahre eine Talsohle durchschritt. Er ist all die Jahre ein Mitglied des Vereins geblieben. 
  


 

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