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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Kinder werden groß: Jugendliche liebevoll begleiten >
Susan Thomas Susan Thomas
aktualisiert am 11.02.2019 um 10:49:25

Kinder werden groß: Jugendliche liebevoll begleiten


Foto: Foto @ TheVirtualDenise/ pixabay.com Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Kinder durchlaufen in ihrem jungen Leben so viele Entwicklungsschritte und die meisten Eltern begleiten jeden von ihnen mit Stolz und Begeisterung. Kaum ein Entwicklungsschritt ist aber so tiefgreifend wie der Übergang vom Kind zum Jugendlichen. Nun stehen die Kinder, die eben noch im Sandkasten gespielt haben, plötzlich an der Schwelle zum Erwachsenwerden, scheinbar über Nacht. Und nicht selten sind die Heranwachsenden damit ebenso überfordert wie ihre Eltern. Aber keine Angst: Wenn Familien ein paar grundlegende Dinge beherzigen, kommen sie gemeinsam recht entspannt durch diese aufregende Zeit.

Die Jugendforschung widmet dieser ganz besonderen Phase im Leben eines jungen Menschen viel Aufmerksamkeit und hat ihr sogar einen eigenen Namen gegeben: Mittlere Adoleszenz heißt der Lebensabschnitt von ungefähr 10 bis 14 Jahren, in dem die meisten Kinder einen enormen Entwicklungssprung machen und ihre Kindheit zu großen Teilen hinter sich lassen. In dieser Zeit sind die jungen Heranwachsenden noch ein gutes Stück vom Erwachsensein entfernt, und doch spüren sie, dass sie auch kein Kind mehr sind. Dieser Zustand kann ganz schön verwirrend und teilweise auch äußerst ungemütlich sein. Wer sitzt schon gerne auf der Türschwelle und ist weder hier noch dort? Jugendliche benötigen in dieser Zeit des körperlichen und emotionalen Umbruchs deshalb sehr viel Verständnis und Vertrauen von ihren engsten Bezugspersonen, damit sie sich früher oder später doch für eine Seite der Türschwelle entscheiden können.

Aufruhr im Körper

Schon deutlich vor der eigentlichen Pubertät bereitet sich der Körper darauf vor, einen großen Entwicklungsschritt zu machen. Auch wenn sich äußerlich noch nicht unbedingt die typischen Veränderungen zeigen, ist im Inneren des Körpers doch schon einiges in Aufruhr. Die Hormone erwachen und ebnen den Weg für alles, was da in den nächsten Jahren noch kommen mag.

Kinder spüren diese Veränderung und begegnen ihr nicht selten mit Verwirrung oder sogar Angst. Sie sind neugierig auf die neue Lebensphase, aber sie fürchten sich auch vor der Veränderung, weil sie ihnen deutlich macht, dass sie etwas Vertrautes und Liebgewonnenes hinter sich lassen müssen. Tatsächlich bedeutet der Schritt von Kind zum Jugendlichen auch, die Bindung zu Eltern zu lockern und einen Teil der bisher so lebenswichtigen Nähe Stück für Stück aufzugeben und sich selbst hinauszuwagen in diese neue Welt.

Die innere Zerrissenheit, die Jugendliche in dieser Phase spüren, zeigt sich nach außen hin durch ein sehr unberechenbares Verhalten und häufig starke Stimmungsschwankungen. An manchen Tagen begegnen Eltern deshalb einem jungen Rebellen, der alles in Frage stellt und lieber heute als morgen seine Koffer packen und das heimische Nest verlassen möchte. An anderen Tagen wiederum sitzt da wieder das kleine Kind, das mit Puppen und Bauklötzen spielt und sich für seine Lieblingsgeschichte auf Mamas Schoß kuschelt. Ein Wechselbad der Gefühle für beide Seiten beginnt.

Eltern sollten in dieser schwierigen Phase viel Verständnis aufbringen und ihrem Kind gestatten, beides auszuleben, denn tatsächlich ist es genau das, was sie gerade sind: halb Kind und halb Jugendlicher und das manchmal im minütlichen Wechsel. Kontrollieren können sie diesen Aufruhr in ihrem Körper allerdings nicht Evelin Crone, Wissenschaftlerin und Autorin des Buches Das pubertierende Gehirn (Droemer: 2011) erläutert hierzu:

„Neurologen haben inzwischen herausgefunden, dass in der Pubertät eine tiefgreifende Umgestaltung des Gehirns sattfindet. Hirnforscher sprechen von einem „pubertierenden Gehirn“. Sie wollen damit sagen, dass das Gehirn sich in einem Umbau befindet. Das Gehirn wird neu organisiert. Ungenutzte Synapsen (Kontaktzellen zwischen den Nervenzellen) werden ausgeschieden, genutzte bilden sich aus. […] In der Pubertät geraten die Hirnregionen (z.B. Planung, Denken, Fühlen, Verstehen etc.) aus dem Gleichgewicht. Die Folge ist, dass Planlosigkeit und Gefühlsaubrüche von den Teenies nicht kontrollierbar sind.“
(Quelle: https://www.familienhandbuch.de)

Wenn Eltern sich diese Tatsache vor Augen halten, gelingt es ihnen vielleicht, ihren Kindern den Freiraum zu geben, um nach vielen Kurven und Kehrtwenden wieder zurück in die Spur zu finden.

Das Jugendzimmer: Äußeres Zeichen eines inneren Umbruchs

Wenn Kinder spüren, dass sie die Schwelle zum Jugendlichen und damit fast schon zum Erwachsenen langsam erreichen oder vielleicht sogar bereits überschritten haben, möchten sie diesem Empfinden meist auch äußerlich Ausdruck verleihen. Kleidung muss plötzlich nicht mehr süß, sondern cool und angesagt sein. Für Eltern ist dies oft ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich etwas Einschneidendes tut.

Besonders wichtig ist Kindern auf dem Weg zum Erwachsenwerden aber oft auch ihr eigenes kleines Reich. Es wird mehr und mehr zum Rückzugsort und gleichzeitig auch zum gut sichtbaren Symbol für ihren Wandel. Die Tapete mit Tiermotiven muss verschwinden, ebenso ein Großteil der bisher so geliebten Spielsachen und Kuscheltiere. Die ersten Starposter finden vielleicht ihren Weg in die Teenagerhöhle, neue Farben bestimmen jetzt das Gesamtbild. Aus dem Kinderzimmer wird unverkennbar ein Jugendzimmer.

Eltern sollten ihre Kinder nach Möglichkeit dabei unterstützen, ihrem inneren Umbruch auch äußerlich Gestalt zu verleihen. Eine gemeinsame Umgestaltung des ehemaligen Kinderzimmers kann Spaß machen und zusammenschweißen. Außerdem ist der neue Look eine gute Möglichkeit für Eltern, ihren Kindern zu zeigen, dass sie ihre Entwicklung ernst nehmen und sie gerne auf ihrem Weg begleiten.

Ein neuer Anstrich und Vorhänge, die eher zum Stil eines jungen Erwachsenen passen, können schon eine große Veränderung schaffen. Das absolute Highlight sind aber ein paar schicke Jugendzimmermöbel, die aus dem Spielzimmer ein richtiges eigenes Reich werden lassen. Besonders beliebt sind bei Jugendlichen Funktionsmöbel, wie zum Beispiel eine Schlafcouch, auf der die beste Freundin übernachten kann, oder ein begehbarer Kleiderschrank, in dem die neuen Outfits richtig in Szene gesetzt werden. In vielen Jugendzimmern finden sich auch Kleidertruhen mit Sitzfunktion oder die ebenso bequemen wie angesagten Sitzsäcke. Das Jugendzimmer bekommt im Vergleich zum Kinderzimmer eben auch eine immer wichtigere soziale Komponente und diesen Wandel sollten die neuen Möbel unbedingt mitmachen.

Spätestens jetzt möchten die meisten Jugendlichen übrigens auch ihre Vor- und Nachbereitung für die Schule lieber in den eigenen vier Wänden erledigen und nicht mehr in der Nähe der Eltern. Ein gut beleuchteter und ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz im Jugendzimmer ist der beste Platz dafür. Hier finden Jugendliche die nötige Ruhe, um sich auch mit den immer komplexer werdenden Aufgabenstellungen konzentriert beschäftigen zu können. Da Schule bei Heranwachsenden nicht gerade auf Platz eins der Beliebtheitsliste steht, kann es natürlich nicht schaden, wenn Eltern hin und wieder einen Blick riskieren und sicherstellen, dass das Lernen neben Freizeitaktivitäten und neuen Interessen nicht zu kurz kommt. Grundsätzlich setzt es aber ein gutes Signal, wenn Jugendliche das Gefühl vermittelt bekommen, dass ihre Eltern ihnen den Schulalltag durchaus zutrauen und sie in ihrer Eigenständigkeit unterstützen.

Da Jugendliche in der Phase der mittleren Adoleszenz allerdings noch nicht ganz sicher sind, ob sie nun Kind oder Teenager sein möchten, sollte keiner dieser Schritte voreilig erfolgen. Es ist gut, wenn den Heranwachsenden ein kleines Hintertürchen bleibt, durch das sie bei Bedarf doch wieder in die Kindheit zurückschlüpfen können.

Vertrauen als Basis für gemeinsames Wachsen

Jugendliche, die gerade ihre Kindheit hinter sich lassen und fremdes Terrain betreten, brauchen einen sicheren Hafen und das Gefühl, geliebt und akzeptiert zu werden, ganz gleich, welches Engelchen oder Teufelchen gerade auf ihrer Schulter sitzt. Wenn es Eltern gelingt, dieses Gefühl zu vermitteln, haben sie ihren Kindern schon einen großen Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden geholfen.

Vertrauen ist ein wichtiger Grundpfeiler für die Entwicklung eines Jugendlichen. Vertrauen steht immer in engem Zusammenhang mit Wertschätzung und Liebe und genau danach suchen Jugendliche auf der Schwelle zum Erwachsenwerden immer wieder. Oft wissen sie nämlich selbst nicht, was sie sich zutrauen können. Umso wichtiger ist es, dass Eltern ihnen mit gutem Beispiel vorangehen und sie auf ihrem Weg mit einem gehörigen Vertrauensvorschuss ausstatten. So können Jugendliche lernen, sich auch selbst wieder zu vertrauen.

Im Alltag bedeutet das vor allem, klare Absprachen mit dem Jugendlichen zu treffen und anschließend darauf zu vertrauen, dass diese Absprachen auch eingehalten werden. Zu viel Kontrolle vermittelt den Heranwachsenden, dass die Eltern ihnen nicht ausreichend zutrauen, mit ihrem Leben zurechtzukommen. Ein gesundes Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Eltern legt dagegen eine unerschütterliche Basis für diese krisengeschüttelte Zeit, auf der der Familienalltag auch in unharmonischeren Zeiten ruhen kann.



 

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