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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Neue Jahresausstellung im Händel-Haus „Ladies first“ - Wo die Nachbarin aus dem Nähkästchen plaudert... >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 05.03.2019 um 11:13:16

Neue Jahresausstellung im Händel-Haus „Ladies first“ - Wo die Nachbarin aus dem Nähkästchen plaudert...

Kurator Karl Altenburg zeigt auf das Nähkästchen, aus dem Händels Nachbarin Mary Delany für diese Ausstellung „plaudert“.                                                                         Kurator Karl Altenburg zeigt auf das Nähkästchen, aus dem Händels Nachbarin Mary Delany für diese Ausstellung „plaudert“.
Foto: S. Christmann
Zu sehen und zu erleben seit dem 23. Februar 2019 bis zum 12. Januar 2020.

Halle (sc). Wie sah es bei Händel im Privaten aus? Hatte er Lebenspartner(innen) oder nicht? Und wenn ja, wie war er in seinen Beziehungen? Diese Fragen werden den Mitarbeitern im Händel-Haus immer wieder von den Besuchern aus aller Herren Länder gestellt. Beantworten lassen sie sich allerdings nicht. Denn darüber ist bis heute überhaupt nichts bekannt. Wir wissen nur: eine eigene Familie hat er nie gegründet.

Was man noch weiß, ist, dass verschiedene Frauen in seinem Leben teils eine große Rolle gespielt haben. Und diese sind samt ihrer gesellschaftlichen Stellung in der damaligen Zeit der Mittelpunkt der neuen Jahresausstellung „Ladies first - Händels Frauen - empfindsam, heroisch, erhaben" im Händel-Haus, die seit dem 23. Februar, Händels 334. Geburtstag, zu sehen ist.

Da wäre seine Mutter Dorothea. Von ihr gibt es nicht eine einzige bildliche Darstellung. Was, so Kurator Karl Altenburg, vor allem am damaligen Frauenbild lag. Egal, wie wichtig eine Frau im Leben eines berühmten Mannes auch gewesen sein mochte - keiner hielt es für nötig, etwas von ihr aufzubewahren. Von Händels doch recht innigem Kontakt zu seiner Mutter wissen wir lediglich aus seinen Briefen. Um sich trotzdem ein Bild von ihr machen zu können, griff Altenburg auf Händels verbürgte Vorliebe für Rembrandt-Gemälde zurück (er besaß einige davon). Dieser hat seine Mutter oft gemalt und mehrmals auch als Witwe. Da Dorothea die meiste Zeit in ihrem Leben Witwe war - Georg Händel, ihr Mann, starb, als sie 46 Jahre alt war - könne man sie sich in etwa wie eine von Rembrandt gemalte Witwe vorstellen. Dass Dorothea Händel eine starke Frau gewesen sein muss, kann man nicht nur daran ablesen, dass sie ihren Mann sehr lange überlebte, sondern auch daran, dass sie offensichtlich mit dem für eine Frau damals härtesten Schicksalsschlag - mit 46 allein mit drei Kindern - fertig geworden ist.

Überhaupt „wimmelte" es in Händels Leben von starken Frauen, die dem damaligen, gegenteiligen Frauenbild zum Trotz ihr Leben auf erstaunlich selbstbewusste Weise meisterten. Wie Händels Nachbarin in London, Mary Delany, die erst zehnjährig die Bekanntschaft von Händel machte und bis zu seinem Tod zu seinen treuesten Verehrerinnen zählte. Aus ihren Briefen erfahren wir einiges über Händel und die Aufführungen seiner Werke - was die Ausstellungsmacher auf die Idee mit der Plauderei aus dem Nähkästchen brachte.

Stark natürlich auch die englische Königin Caroline, Händels wichtigste Mäzenin. Die konnte eine für Frauen der damaligen Zeit ziemlich ungewöhnliche Machtfülle erlangen, nachdem sie es geschafft hatte, sich auf dem Heiratsmarkt zu behaupten. „Ladies first!" hat bei Händel auch für die vielen starken Frauenrollen gegolten, die in seinen Werken agieren und mit ihnen auf die Bühne kamen. Gesungen und gespielt von - wie sollte es anders sein - starken Primadonnen bzw. Darstellerinnen.

Von der Sängerin Francesa Cuzzoni hat wohl jeder Händel-Fan schon einmal gehört, aber wer weiß schon so genau, wie die Schauspielerin Kitty Clive war, die als seine Muse galt? Oder die Tänzerin Marie Sallé, die in die Empörungsgeschichte einging, als sie das beim Tanzen lästige Korsett ablegte? Ein Korsett ist es dann auch, dass als Motiv die Flyer und Karten für diese Ausstellung prägt. Man erkennt es meist erst, wenn man genauer drauf schaut. Aber dann kann man sich getrost gefangen nehmen lassen von den starken Frauen in Händels Leben.
 

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