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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Bühnenstreit in Halle: Schauspiel-Chef Brenner zückt seine schärfste Waffe und droht mit Rücktritt >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 01.04.2019 um 17:49:33

Bühnenstreit in Halle: Schauspiel-Chef Brenner zückt seine schärfste Waffe und droht mit Rücktritt

Zu Beginn ihrer Amtszeit saßen Opern-Intendant Florian Lutz (links) und TOOH-Geschäftsführer Stefan Rosinski noch einträchtig nebeneinander.  Zu Beginn ihrer Amtszeit saßen Opern-Intendant Florian Lutz (links) und TOOH-Geschäftsführer Stefan Rosinski noch einträchtig nebeneinander.
Foto: Archiv/S. Christmann
Von Susanne Christmann

Als im Mai 2016 - noch im nicht umgestalteten, gerade teuer sanierten Anbau der Oper - die versammelte Führungsmannschaft der halleschen Bühnen nebeneinander vor den Medienvertretern auf dem Podium saß und ihre jeweiligen Pläne für die nächste Saison kundtat, ahnte wohl kaum einer, welche Querelen die Personalien Florian Lutz (neuer Opern-Intendant) und Stefan Rosinski (neuer Geschäftsführer der TOOH, siehe Foto von damals) einmal auslösen würden. Schon gar keine Rücktrittsdrohung.

Genau das ist jetzt aber eingetreten. Mit Rücktritt droht jetzt aber nicht einer der beiden Genannten, sondern der erfolgreiche Schauspielchef Matthias Brenner. In einem eigentlich vertraulichen, internen Brief an den TOOH-Aufsichtsrat erklärte er, dass er sogar versuchen werde, vorzeitig aus seinem Vertrag auszusteigen, wenn sich an der derzeitigen Situation nichts ändere. Diese Situation trägt den Namen Stefan Rosinski. Von ihm fühlt sich Brenner gemobbt, mehr denn je, nachdem der Vertrag von Opern-Chef Florian Lutz, mit dem er sich verbunden fühlt, nicht verlängert wurde.

Oberbürgermeister Bernd Wiegand erklärte am Mittwoch in seinem Bericht in der März-Stadtratssitzung, dass er von Brenner die Erlaubnis habe, aus diesem Brief zu zitieren. Und nicht nur das: Wiegand brachte auch eine Vorlage in den Stadtrat ein, mit der er den Gesellschaftsvertrag der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle (TOOH) zu ändern gedachte. Im Kern ginge es ihm dabei darum, jene Stellen klarer und unmissverständlicher formulieren zu lassen, in denen es um die größtmögliche künstlerische Freiheit, Eigen- bzw. Budgetverantwortung der jeweiligen Intendanten geht.

SPD-Stadtrat Detlef Wend warf dem OB dabei vor, das Schreiben Brenners hier als Druckmittel einzusetzen. Er zitierte Ulrich Khuon, Präsident des Deutschen Bühnenvereins und Intendant des Deutschen Theaters Berlin, mit jenen Worten, die er im Januar zu einer Podiumsdiskussion in Halles Oper gesagt hatte: Die Verträge könnten noch so schlecht sein, wenn die beteiligten Leute miteinander könnten, dann liefe der Bühnenbetrieb. Wenn die Leute nicht miteinander könnten, dann helfe auch kein noch so guter Vertrag. „Für wen haben Sie hier eigentlich den Brenner-Brief zitiert?" fragte Stadtrat Tom Wolter (Mitbürger/Neues Forum) den OB.

„Mit uns wird es keine TOOH mit fünf Spartenkönigen und einem Buchhalter geben!" beschied Linken-Fraktions-Chef Bodo Meerheim. „Wir haben Rosinski viel zu verdanken." Keiner spreche mehr seit einem halben Jahr über die Staatskapelle und das Puppentheater, die ausgezeichnete Arbeit leisten würden, warf CDU-Stadträtin Ulrike Wünscher in die Debatte. Und: in dem Brenner-Brief stünden lauter unhaltbare Behauptungen. Betriebswirtschaftlich stünde die TOOH so gut da wie noch nie. Die zwei (also Brenner und Lutz, die Redaktion) dürften nicht auch noch belohnt werden.

Grünen-Fraktionsvorsitzende Ines Brock sprach dagegen von Mobbing, fand es aber positiv, dass „wir jetzt eine Transparenz haben, die bisher nicht da war." Sie hofft darauf, dass sich die Diskussion in der Öffentlichkeit so versachlichen werde, dass „wir bald offen Ross und Reiter nennen können." Brenner will, wie er hinterher sagte, mit allen Beteiligten noch einmal ins Gespräch kommen. Bis zum 12. April - dann hat im neuen theater "The Kings Speech" unter Brenners Regie Premiere - sollte das geschehen. Der OB-Antrag wurde derweil zur weiteren Beratung in diverse Ausschüsse verwiesen.

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