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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Fahrerinnen des MSC überraschend erfolgreich bei legendärem „Six Days“-Rennen: Anne und Maria sind Enduro-Vizeweltmeisterinnen >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 20.11.2019 um 15:54:30

Fahrerinnen des MSC überraschend erfolgreich bei legendärem „Six Days“-Rennen: Anne und Maria sind Enduro-Vizeweltmeisterinnen

Die beste Enduro-Fahrerin in Aktion in Portugal, Maria Franke. Die beste Enduro-Fahrerin in Aktion in Portugal, Maria Franke.
Foto: Kai Brake/kaibrakefotografie
Teutschenthal (MSC). Herzlichen Glückwunsch an Maria Franke (28/Zeitz) und Anne Borchers (27/Leps bei Zerbst). Am vergangen Samstagabend konnten die beiden Motorsportlerinnen vom MSC Teutschenthal nach sechs anstrengenden Wettkampftagen über den Gewinn des Vize-Weltmeistertitels bei den Enduro-Mannschaften der Damen jubeln. Selbst für die Fachwelt überraschend, holten die beiden Motorsportlerinnen aus Sachsen-Anhalt gemeinsam mit Selina Schittenhelm (Urbach/Baden-Württemberg) bei den legendären „Six Days“ in Portimão an der portugiesischen Algarve den Silber-Platz hinter den US-Amerikanerinnen und vor den Britinnen. 

„Wir sind sehr stolz auf die beiden Fahrerinnen, die seit vielen Jahren unserem Club angehören und beide vom Motocross-Sport kommen. Sie haben in der vergangenen Woche wirklich beeindruckende Leistungen und einen enormen Kampfeswillen gezeigt. Der gesamte MSC gratuliert zu diesem außergewöhnlichen Erfolg“, so Jens-Uwe Jahnke, Vorsitzender des MSC Teutschenthal.
Maria Franke, die sich 2017 die Krone der Enduro-Weltmeisterin in der Einzelwertung aufsetzen konnte und seit dem vergangenen Jahr Mutter eines kleinen Jungen ist, war in Portugal zugleich die beste Fahrerin im Feld der rund 50 Starterinnen. „Das habe ich überhaupt nicht erwartet, weder den Pokal als beste Fahrerin noch die Silbermedaille für das Team, da ich zuletzt nicht mehr so viel trainiert habe“, so Maria Franke hocherfreut. 

Keinen geringen Anteil am Teamerfolg hat Anne Borchers, die erst im Oktober gemeinsam mit Larissa Papenmeier Vize-Weltmeisterin im Motocross bei den Frauen-Mannschaften geworden ist und für die es in Portugal der erste Enduro-Wettkampf überhaupt war. Für eine verletzte Fahrerin kurzfristig eingesprungen, hatte sie vor ihrem Start gerade einmal drei Testfahrten auf neuem Bike absolvieren können. „Mit mehr Training im Vorfeld wäre auch mehr drin gewesen als Gesamtrang neun für mich“, so Anne Borchers, die sich über ihren zweiten Vize-WM-Titel innerhalb von zwei Monaten dennoch außerordentlich freut. Allerdings will sich die Motocrosserin im kommenden Jahr wieder ganz auf die Welt- und Europameisterschaft im Motocross konzentrieren, ohne einen weiteren Enduro-Start jedoch auszuschließen.

Die „Six Days“ sind weltweit das wichtigste Rennen im Enduro-Sport. Es wird jährlich in einem anderen Land ausgetragen und ist ein Mannschaftswettbewerb über sechs Tage. Seit 1970 gelten die „Six Days“ als offizielle Enduro-Weltmeisterschaft für Nationalmannschaften. Die „FIM Women’s World Trophy“ gibt es seit 2007. Die Siegerinnen kamen seither im Wechsel aus Frankreich, Australien und den USA. Bei den Damen starten drei Fahrerinnen, von denen zwei in die Wertung kommen. 14 Teams waren in der vergangenen Woche an der Algarve am Start. In 2018 waren die deutschen Damen in Chile Neunte geworden.

Bei den Herren holten sich in diesem Jahr die USA die „FIM World Trophy“ und die Australier die „FIM Junior World Trophy“. Herausragende Leistung bei den Männern aus deutscher Sicht: Mit Angus Heidecke aus Bitterfeld/Wolfen errang ein weiterer ehemaligen Motocrosser aus Sachsen-Anhalt einen  hervorragenden fünften Platz in seiner Klasse und war bester deutscher Starter bei den Männern. Ebenfalls mit einer Silbermedaille nach Hause fahren konnten die beiden deutschen Teams der Vintage-Trophy  und der Veteranen-Trophy.
 

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