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Wochenspiegel > Halle (Saale) > „Typo Utopia“ lädt ein in die Gedankenwelt der Bauhaus-Künstler >
Jana Keller Jana Keller
aktualisiert am 21.11.2019 um 09:25:24

„Typo Utopia“ lädt ein in die Gedankenwelt der Bauhaus-Künstler

Raumfüllende Medieninstallation von Claudia Dölling und Anja Krämer in der Kunststiftung Sachsen-Anhalt ist noch bis zum 22. Dezember für Besucher geöffnet.

(Jana Keller) Was kann Schrift heute? In den ersten Jahren nach der Gründung des Bauhauses spielte die Typografie noch eine untergeordnete Rolle, was sich jedoch mit der Berufung von László Moholy-Nagy als Nachfolger von Johannes Itten änderte. So wurde im Rahmen der Bauhaus-Ausstellung 1923 beispielsweise eine „Reklamewerkstatt“ unter der Leitung von Wassily Kandinsky eingerichtet. Durch die Ausstellung hat man sich ebenso ein neues Erscheinungsbild im Sinne der „Neuen Typografie“ gegeben und die Bauhaus-Farben Schwarz, Weiß und Rot herausgearbeitet. Die Ära einer intensiven Auseinandersetzung mit der Typografie war geboren und floss später in den Unterricht am Bauhaus ein. Man ging hier radikal mit den Buchstaben um und erschuf verrückte, fast unlesbare Experimente mit neuen Formen. Dieser Umgang mit typografischem Material ist heute völlig normal, denn alles ist digital, virtuell und multimedial. Doch wie wären wohl die Bauhaus-Künstler von damals mit der Schrift umgegangen, hätten sie unsere technischen Möglichkeiten gehabt?

Nach dieser Idee entstand die raumfüllende Medieninstallation „Typo Utopia“ von Claudia Dölling und Anja Krämer in der Kunststiftung Sachsen-Anhalt am Neuwerk 11 in Halle. Sie ist die größte Eigenproduktion der Kunststiftung, so Direktorin Manon Bursian, und entstand anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums. Die beiden Grafikerinnen, die auch als „Sisters of Design“ bekannt sind, haben zu diesem Zweck einen Ausstellungsraum völlig umgewandelt. Komplett abgedunkelt, gewährt eine Rundumprojektion hier einen direkten Zutritt in die Gedankenwelt der Bauhaus-Künstler. Beim Bewundern des Lichtspiels ist allerdings ein wenig Vorsicht geboten, damit man die Stufen im Raum nicht übersieht.

Für die Installation wurden ausgewählte Zitate typografisch inszeniert und werden nun an Wände, Decke und Boden geworfen – eine Hommage an die Ideen der Künstler von damals sowie auch an die typografische Formensprache des Bauhauses. Den passenden Sound dazu, der die nötige Stimmung vermittelt, komponierte Alex Nickmann, freischaffender Musiker und Klangkünstler. Die verwendeten Zitate stammen unter anderem von Josef Albers, Wassily Kandinsky, Paul Klee, László Moholy-Nagy, Marguerite Friedlaender, Walter Gropius, Gunta Stölzl und Ludwig Mies van der Rohe. Um die Zitate auszusuchen, begaben sich die Künstlerinnen Claudia Dölling und Anja Krämer auf eine Spurensuche durch den Kosmos des Bauhauses. Sie sollen nun beim Besuch der Installation zum Nachlesen und Nachdenken anregen.   

Eröffnet wurde „Typo Utopia“ am 16. November, wobei Bildungsminister Marco Tullner und auch Conrad Feininger, der Enkel des berühmten Bauhaus-Meisters Lyonel Feininger, Grußworte hielten. Die Installation kann nun noch bis zum 22. Dezember 2019 stets zu den Öffnungszeiten der Kunststiftung besucht werden. Sie wird dann ohne Unterbrechungen oder Pausen gezeigt. Das von Stiftungsdirektorin Manon Bursian kuratierte Begleitprogramm steht dabei ebenso ganz im Fokus des Bauhauses. So dürfen sich die Besucher am 30. November sowie am 14. Dezember jeweils ab 15 Uhr auf einen Kinderkunstnachmittag mit Anne Deuter und am 11. Dezember um 19 Uhr auf den Vortrag „Die Buchstabenschupser. Neue Typographie am Bauhaus“ von Elke Blauert freuen. Anmeldungen zu den einzelnen Programmpunkten sind unter oeffentlichkeitsarbeit@kunststiftung-sachsen-anhalt.de möglich. 

 

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