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Jana Keller Jana Keller
aktualisiert am 27.11.2019 um 16:02:22

Süße Bildhauer-Träume im Volkspark - Ausstellung "Sweet Dreams" der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Studierende der Studienrichtung Bildhauerei Figur zeigen ihre Kunstwerke bis zum 9. Januar 2020 in der Burg Galerie im Volkspark.

Halle, (Jana Keller.) Die in diesem Jahr letzte Ausstellung der Burg Galerie im Volkspark ist ab dem 28. November für Interessierte geöffnet. Noch bis zum 9. Januar 2020 dürfen die Besucher vor Ort die „Sweet Dreams“ der Ausstellenden aus der Studienrichtung Bildhauerei Figur von Professor Bruno Raetsch begutachten. Die Künstler der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle schufen hierfür unter dem Begriff des Skulpturalen 29 bildhafte, installative, objekthafte, performative und hörbare Positionen, die in zwei unterschiedlich gestalteten Ausstellungsräumen – einer hell, der andere abgedunkelt – bestaunt werden dürfen. Es handelt sich quasi um zwei verschiedene Expositionen unter einem Dach. „Sweet Dreams“ wurde von den Ausstellenden selbstständig zusammengestellt und von einem klasseninternen Kuratorenteam kuratiert. Den Leitfaden kannten von Anfang an nur die Studierenden selbst – sogar Professor Raetsch wurde von den Endergebnissen überrascht. Er freut sich, dass die Exposition so zusammengekommen ist, und betont, dass man den einzelnen Objekten nicht unbedingt ansieht, wie weit fortgeschritten die jeweiligen Künstler in ihrem Studium sind.

Mehr Schein als Sein

Betritt man den ersten – hellen – Ausstellungsraum, fällt der Blick zunächst auf ein komplettes kleines Häuschen auf der rechten Seite des Zimmers. „SO.DO.M. I“ genannt, behandelt die Rauminstallation der Künstlerin Foxxi L. aus unter anderem Holz und Knochen das Thema der häuslichen Gewalt. Von außen lockt das Haus mit einer Willkommensmatte und bunten Blumen vor der Tür, doch der schöne Schein trügt, was man erst im Inneren erfährt. Beim Begehen des Raumes soll der Besucher das Problem der Gewalt selbst nachspüren. Möchte man in den angrenzenden Ausstellungsraum gelangen, kommt man zunächst in sogenannte Zwischenräume. Hier sollte man den Blick auch mal nach oben richten, möchte man die treffend benannte Arbeit „Durchgang“ erspähen. Lena Schirrmeister fertigte hier ein Werk aus Konstruktionslatten, das sie raumspezifisch erarbeitet hat. Der starren Form der Latten will sie so neues Leben einhauchen. Die Konstruktion hat die Künstlerin direkt an der Decke zusammengebaut.

Im Dunkeln tappen

Im zweiten – dunklen – Raum angekommen, merkt man, dass hier viel mit Licht und Sound gearbeitet wird. Leicht angeleuchtet, beschreibt die Wandarbeit „lingua“ aus vielen kleinen Fundstücken von Svenja Deking beispielsweise eine plastische Sprache, die in Dialogform angeordnet ist. Die Bedeutung der fiktiven Geschichte, die hier erzählt wird, soll jeder für sich selbst finden. An anderer Stelle wartet mitten im Raum eine Tür auf die Besucher, aus der Geräusche dringen: Moritz Danners „Turbolader mit zwei Würfeln Zucker“ behandelt das Thema Aufstehen bzw. Auferstehen. Die Arbeit fragt, wie jeder Mensch den Morgen startet, und beschäftigt sich somit mit einem alltäglichen Moment. Die Tür dient in diesem Sinne als Gegenstand, den jeder jeden Tag benutzt. Zwei angeleuchtete Sandsteinobjekte im Raum stammen wiederum von Zacharias Lojenburg. Jeweils „Wal&Kaninchen“ sowie „DixiKlo Schmetterling“ genannt, bestehe zwischen den beiden Skulpturen eine gewisse Spannung, so der Künstler, wobei sie doch ruhig nebeneinander existieren. Zur Geltung kommt hier auch „Auf der Suche – im Versteck. Fragmente (m)einer Wirklichkeit“ von Klara Millek. In einer Adaption eines Ateliers hat die Künstlerin dafür ihren eigenen Atelierraum eins zu eins nachgebaut.  

Experimente im Ausstellungsraum

Viele der Arbeiten sind erst direkt in den Räumen entstanden, erklärt Professor Raetsch. Sie dienten den Studierenden tatsächlich als Experimentierräume, in denen sich die Kunstwerke verselbstständigten. Getrennt wurden die Sektionen, um so zwei unterschiedliche Stimmungen und ein wechselndes Raumgefühl zu erzeugen. Erfahrene Besucher der Burg Galerie werden bemerken, dass von dem gewohnten Holzfußboden des Volksparks momentan nichts erkennbar ist. Der für die Ausstellung gewählte Bodenbelag ist also Absicht. Zudem haben die Studierenden bis zum letzten Moment an ihren Werken gearbeitet – Erklärungstexte oder explizite Beschreibungen findet man daher eher nicht. Beim Besuch der Ausstellung können Kunstinteressierte vielmehr unbedarft die Stücke genießen. Bei Bedarf halten sich Aufsichtspersonen in den Räumen auf, die zu einzelnen Dingen Auskunft geben können.

Führungen & Finissage

Möchte man einen tieferen Einblick in die Gedanken der jeweiligen Künstler erhalten, bieten sich die Führungen durch die Exposition an, die am 1., 8. und 15. Dezember sowie am 5. Januar um 15 Uhr stattfinden und von Studierenden der Kunstpädagogik geleitet werden. Und bei der Finissage am 9. Januar ab 19 Uhr sind dann auch die eigentlichen Künstler vor Ort und können Fragen beantworten. Dieses Angebot sollte man in Anspruch nehmen, sind doch die jungen Perspektiven anspruchsvoller zeitgenössischer Kunst nicht immer so einfach ersichtlich. Bis zum 9. Januar ist „Sweet Dreams“ bei kostenfreiem Eintritt täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet – abgesehen von den Feiertagen vom 24. bis zum 31. Dezember, an denen die Ausstellung komplett geschlossen ist. Süße Träume!
 

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