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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Sachsen-Anhalts Statistik damals und heute - Statistisches Jahrbuch 2019 vorgestellt >
Jana Keller Jana Keller
aktualisiert am 27.12.2019 um 17:14:30

Sachsen-Anhalts Statistik damals und heute - Statistisches Jahrbuch 2019 vorgestellt

Michael Reichelt, Präsident des Statistischen Landesamtes, mit dem Statistischen Jahrbuch 2019. Michael Reichelt, Präsident des Statistischen Landesamtes, mit dem Statistischen Jahrbuch 2019.
Foto: Jana Keller
Michael Reichelt, Präsident des Statistischen Landesamtes, ließ die vergangenen 30 Jahre Revue passieren.

Halle (Jana Keller). Ehe, Wohnen, Bildung, Erwerbstätigkeit und Mobilität – das Statistische Jahrbuch 2019 für Sachsen-Anhalt ist erschienen. Michael Reichelt, Präsident des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt, stellte es am 18. Dezember in Halle (Saale) der Presse vor. Auf den mehr als 600 Seiten der Publikation wird ein umfassendes Bild des Lebens im Bundesland aufgezeichnet – immer im Spiegel der amtlichen Statistik. Als Hauptthema seines Vortrags wählte Reichelt den 30. Jahrestag der politischen Wende in Deutschland und ließ die letzten drei Jahrzehnte von 1989 bis heute noch einmal Revue passieren. Den Fokus legte er dabei auch auf die Frage: Sind die Daten von damals und heute überhaupt noch vergleichbar?

Das Land und seine Einwohner

Zunächst betrachtete Reichelt die Fläche des Bundeslandes. Waren es 1990 noch 20 444 Quadratkilometer, misst man heute 20 454 – das liegt aber an verbesserten Vermessungsmethoden. Aus ehemals 37 Landkreisen wurden elf, aus 1 367 Gemeinden 218. Die Bevölkerungsdichte hat sich dabei von 141 Einwohnern pro Quadratkilometer auf 108 verringert, ist also zurückgegangen. Insgesamt hat sich die Bevölkerung zwischen 1989 und 2018 von 2 964 971 Einwohnern auf 2 208 321 verringert. Waren es einst noch 1 420 932 Männer und 1 544 039 Frauen, waren es im letzten Jahr jeweils 1 086 679 und 1 121 642. Das Durchschnittsalter hat sich dabei von 37,94 auf 47,78 Jahre erhöht. 

Was den Familienstand der einzelnen Einwohner angeht, hat sich zumindest den Zahlen nach nicht allzu viel verändert. 1989 waren 49,2 Prozent der Einwohner verheiratet, heute sind es noch 43,3 Prozent. 37,1 Prozent waren ledig, 39,6 Prozent sind es heute. Die meisten Menschen leben also immer noch in einer Ehe. Eine Besonderheit: Die Scheidungsrate ist hierbei stärker zurückgegangen als die Rate der Eheschließungen – Ehen sind heute also haltbarer. Das könnte unter anderem auch daran liegen, dass sich das Alter der Eheschließenden um etwa zehn Jahre nach oben verschoben hat. Die Anzahl unehelich geborener Kinder ist dabei von 34 Prozent im Jahre 1989 auf 59,6 Prozent gestiegen. Die Zahl der Wohnungen wiederum ist von 1 239 618 im Jahr 1989 auf 1 281 187 gestiegen und auch die Wohnfläche hat sich von 65 Quadratmetern im Durchschnitt auf 81 Quadratmeter erhöht, wobei auch die Anzahl der Räume in den jeweiligen Wohnungen gewachsen ist. Ein Umstand, der Michael Reichelt in diesem Zusammenhang besonders verwunderte: Gerade die Anzahl an Sieben-Raum-Wohnungen hat enorm zugenommen.

Versorgung von Jung und Alt

Auch die Entwicklung der Besuchszahlen in Kindertages-einrichtungen, Schulen und Hochschulen seit 1989 wurde vom Statistischen Landesamt betrachtet. Dabei ist zu bemerken, dass die Betreuungsquote der Kinder im Kita-Alter fast gleich geblieben ist. Jedoch ist die Anzahl der Kindertagesstätten an sich stark zurückgegangen, was natürlich auch daran liegt, dass heute weniger Kinder geboren werden. So kam es auch zu einem deutlichen Abfall der Schülerzahlen – diese steigen aber seit 2010 wieder an. Die Art des Schulabschlusses hat sich ebenso verändert. 1989 haben lediglich 14 Prozent der Schüler ein Abitur gemacht, heute ist es ein Drittel. Die Zahl der Studierenden ist in diesem Zusammenhang ebenfalls stetig gestiegen. Die Erwerbstätigenquote ist dabei von 72 auf 75 Prozent gestiegen und liegt somit fast im Bereich des Bundesdurchschnitts.

Die Anzahl der Krankenhäuser ist zwischen 1989 und 2017 um 35,1 Prozent gesunken, die Anzahl der Betten sogar um 45,5 Prozent. Die Bettenauslastung jedoch ist fast gleich geblieben. Der Grund: Die eigentliche Verweildauer der Patienten im Krankenhaus hat sich von 16,8 Tagen auf nur 7,1 verringert, sie ist also um 57,7 Prozent gefallen. Die Anzahl der Pflegeeinrichtungen auf der anderen Seite ist um ganze 168,2 Prozent gestiegen. Grund hierfür ist selbstverständlich auch die Tatsache, dass die Lebenserwartung der Bevölkerung immer weiter steigt. Aktuell liegt sie für Männer bei 76 Jahren und für Frauen bei 82,6 Jahren.

PKW und Freizeit

Der Bestand von PKW im Bereich der zugelassenen Fahrzeuge hat sich von 47,9 Prozent auf ganze 70,7 Prozent erhöht – also von 1 374 916 Fahrzeugen im Jahr 1989 auf 1 712 437 im Jahr 2019. Die PKW-Dichte hat sich damit mehr als verdoppelt. Das durchschnittliche Alter eines PKW liegt heute bei neuneinhalb Jahren. Busse verlieren dagegen mehr und mehr an Bedeutung. Und obwohl die Zahl der Unfälle um etwa 22 Prozent gestiegen ist, ist die Zahl der Getöteten doch zurückgegangen.

Auch unsere Kultur- und Freizeitgestaltung wurde in diesem Rahmen statistisch beleuchtet. Hatten wir 1989 noch 3 164 Bibliotheken, sind es heute nur noch 258. Allerdings nutzten früher nur etwa 3 Prozent der Bevölkerung das bibliothekarische Angebot – heute sind es 5,2 Prozent. Schon 1989 hatten wir auch 125 Fernsehgeräte je 100 Haushalte vorzuweisen. Die Zahl ist auf 173 angestiegen, wobei das Medium Fernsehen dennoch an Bedeutung verliert. Zum Vergleich: Pro 100 Haushalte gibt es darüber hinaus 198 computergestützte Geräte wie Laptop oder Smartphone.

Eine objektive Meinungsbildung

Dazu stellte Michael Reichelt fest, „dass auch in den Zeiten von Meinungsblasen in sozialen Netzwerken bzw. Fake News im Bereich Social Media die amtliche Statistik eine verlässliche und belastbare Grundlage für eine objektive und neutrale Meinungsbildung ist.“ Die Daten der amtlichen Statistik bilden dabei noch immer die Grundlage für zahlreiche Entscheidungen, welche die Entwicklungen im Land Sachsen-Anhalt in Zukunft beeinflussen werden. Weitere Informationen hierzu gibt es unter www.statistik.sachsen-anhalt.de. 

Doch was hat Michael Reichelt bei seiner Aufstellung von damals und heute nun eigentlich am meisten überrascht? Dass 1989 noch die Zahlen von Telefonzellen, versandten Briefen und – für ihn unerklärlich – Edelpelztieren ermittelt wurden, so der Präsident des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt abschließend mit einem Schmunzeln.

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