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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Ein ereignisreicher Jahreswechsel - Polizei und Stadtwerke im Einsatz >
Jana Keller Jana Keller
aktualisiert am 03.01.2020 um 12:08:23

Ein ereignisreicher Jahreswechsel - Polizei und Stadtwerke im Einsatz

Eine Gesamtmenge von 17 bis 22 Tonnen Silvestermüll wurde im Vorfeld des Festes erwartet. Ziel ist es, die Überreste innerhalb einer Woche zu beseitigen. Eine Gesamtmenge von 17 bis 22 Tonnen Silvestermüll wurde im Vorfeld des Festes erwartet. Ziel ist es, die Überreste innerhalb einer Woche zu beseitigen.
Foto: Kerstin Eschke
Aufgrund der Silvesternacht waren zahlreiche Menschen auf Arbeit, damit alle anderen in das neue Jahr hineinfeiern konnten. 

Halle & Saalekreis (Polizei Sachsen-Anhalt & Stadtwerke Halle). Die Silvesternacht – ist sie für die meisten Menschen ein Grund zum Feiern und Anlass, das vergangene Jahr vielleicht noch einmal Revue passieren zu lassen, bedeutet sie für andere doch mitunter viel Arbeit. Gerade die Polizeibeamten und Feuerwehrleute in Halle und Umgebung hatten während des Jahreswechsels alle Hände voll zu tun. Und auch die Mitarbeiter der Stadtwerke mussten schon früh am Neujahrstag ausrücken, um die Spuren der durchgefeierten Nacht wieder zu beseitigen.
    
Bilanz der Polizeiinspektion

Ereignisreich war es vor allem für die Polizeibeamten in Sachsen-Anhalt. Insgesamt waren 134 Einsätze zu verzeichnen, darunter über 30 Körperverletzungen, zahlreiche Sachbeschädigungen, einige Brände sowie aufgesprengte Zigarettenautomaten. 54 polizeiliche Einsätze gab es allein im Stadtgebiet von Halle, 22 in Mansfeld-Südharz, 28 im Burgenlandkreis und 29 im Saalekreis. 

So brannte im Allstedter Ortsteil Niederröblingen am Silvesterabend eine Scheune, vermutlich durch eine Silvesterrakete ausgelöst. Im Südharz-Ortsteil Uftrungen war aus bisher ungeklärter Ursache ein Mann nur leicht bekleidet in einem ca. 15 Meter hohen Schornstein eines Gebäudes eingeklemmt. Dies bemerkten Personen gegen 4.30 Uhr. Der Mann befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits seit etwa drei Stunden in der misslichen Lage. Rettungsversuche der Freiwilligen Feuerwehr schlugen fehl, das Technische Hilfswerk kam zum Einsatz und konnte den 19-Jährigen befreien. Er kam stark unterkühlt in ein Krankenhaus. 

Gegen 15.15 Uhr am 31. Dezember wurde in Bad Dürrenberg darüber hinaus ein Böller aus dem Fenster eines Wohnhauses geworfen und landete neben einer Familie mit Kinderwagen. Der Vater konnte ihn vor der Detonation wegstoßen, Personen kamen nicht zu Schaden. In Merseburg kam es gegen 20.30 Uhr hingegen zu einem Brand auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses. Die Ursache war vermutlich eine Silvesterrakete.

Körperverletzungen im Saalekreis

Leider kam es in der Silvesternacht auch zu zahlreichen Körperverletzungen. In Merseburg in der König-Heinrich-Straße provozierte eine Jugendliche gegen 23 Uhr zwei 13 und 15 Jahre alte Teenager. Sie griff zunächst den Jüngeren an und ging dann auf den 15-Jährigen los. Dieser wehrte sich, als weitere Personen hinzukamen und ihn schlugen. Er erlitt Verletzungen im Gesicht und wurde ambulant behandelt. 

Kurz nach Mitternacht kam es zudem zu einer Auseinandersetzung in Obhausen. Drei 16-Jährige zündeten Pyrotechnik an, als aus einer Gruppe heraus ein Böller zu ihnen flog und auf Kopfhöhe nahe eines der Jugendlichen explodierte. Er wurde leicht am Ohr verletzt. Daraufhin geriet man in einen Streit und es kam zu Handgreiflichkeiten. Dabei wurden auch die anderen beiden 16-Jährigen leicht verletzt. Alle drei wurden in einem Krankenhaus ambulant behandelt. Gegen die Beschuldigten im Alter von 47, 58 und 51 Jahren wurde Anzeige erstattet. Im Querfurter Ortsteil Vitzenburg kam es gegen 0.30 Uhr wegen Unstimmigkeiten über die Nutzung von Pyrotechnik zu einer Rangelei, zwei Personen wurden leicht verletzt und im Krankenhaus ambulant behandelt. Gegen 2.20 Uhr am Neujahrstag wiederum wurde ein Mann durch einen anderen mittels einer Aluminiumschippe ins Gesicht geschlagen und leicht verletzt. Bei der Rangelei wurden auch Bekleidung und ein Handy beschädigt. Der Geschädigte kam zur ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus. 

In Querfurt – Eislebener Straße am Busbahnhof – haben mehrere unbekannte Täter ebenfalls am Mittwoch gegen 2 Uhr randaliert. Zeugen alarmierten die Polizei. Vor Ort konnten keine Personen mehr festgestellt werden, eine Suche im Umfeld verlief negativ. Es wurden Betonmüllbehälter geleert und umgeworfen, an einem Wartehäuschen eine Scheibe zerschlagen sowie eine elektronische Anzeigetafel durch Pyrotechnik zerstört.

Einbrüche in der Silvesternacht

Auch zu Einbrüchen kam es in der Silvesternacht. So wurde der Einbruch in einen Einkaufsmarkt in Landsberg am Mittwoch gegen 2.45 Uhr gemeldet. Entwendet wurde eine unbekannte Menge an Tabakwaren. In Teutschenthal wiederum drangen unbekannte Täter gewaltsam in eine Garage ein. Wie am Morgen danach festgestellt wurde, stahlen die Einbrecher Musikinstrumente, einen Verstärker und andere Dinge. Im Braunsbedraer Ortsteil Roßbach wurde Neujahr gegen 4.40 Uhr ein Diebstahl festgestellt. Unbekannte Täter hatten die Seitenscheibe eines LKW eingeschlagen. Entwendet wurden ein Werkzeugkoffer, ein Starthilfegerät und weitere Dinge.  

In Halle wiederum drang ein unbekannter Täter am Dienstag gegen 9.50 Uhr in eine Wohnung in der Schulstraße ein. Das Schlafzimmerfenster der Parterrewohnung war zum Lüften geöffnet und die Bewohner hörten plötzlich Geräusche. Als sie nachsahen, flüchtete der Täter durch das geöffnete Fenster, durch welches er zuvor eingestiegen war. Er entwendete ein Smartphone. 

Gegen 21.30 Uhr meldete eine Bewohnerin eines Mehrfamilienhauses in der Seebener Straße zudem, dass eine unbekannte Person lautstark gegen ihre Wohnungstür schlägt. Als die Polizeibeamten eintrafen, befand sich bereits die Feuerwehr vor Ort und löschte einen Balkonbrand. Es stellte sich heraus, dass es der Balkon der Anruferin war und ein Hausbewohner sie darauf aufmerksam machen wollte, indem er an ihre Tür klopfte. Durch den Brand wurden Gegenstände auf dem Balkon sowie die Fassade beschädigt. Ausgelöst wurde er vermutlich durch Pyrotechnik.

Körperverletzungen in Halle 

In der halleschen Erich-Kästner-Straße kam es am Mittwoch gegen 0.25 Uhr zu einer Körperverletzung. Ein 14-Jähriger wurde von einem 28-Jährigen mehrfach mit der Faust gegen den Kopf geschlagen. Der Beschuldigte hatte sich durch die Art der Nutzung von Pyrotechnik gestört gefühlt. Etwa zur gleichen Zeit gerieten im Mühlweg zwei Männer im Alter von 51 und 53 Jahren in Streit und es kam zu Tätlichkeiten. Der 51-Jährige wurde verletzt und musste zur ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Und auch in der Rudolf-Breitscheid-Straße kam es gegen 0.40 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen Personen. Auf dem Marktplatz wiederum wurde ein 16-Jähriger kurz vor 1 Uhr am Mittwochmorgen von zwei unbekannten Täter ins Gesicht geschlagen und leicht verletzt. 

Gegen 1.35 Uhr wurde in der Großen Steinstraße ein 30-Jähriger von drei unbekannten Tätern angesprochen und nach Zigaretten gefragt. In der weiteren Folge wurde er gegen eine Wand gedrückt und ihm die Zigarettenschachtel geraubt. In der Eislebener Straße kam es dann gegen 3.30 Uhr zu einer Auseinandersetzung nach dem Zünden von einer Silvesterrakete. Ein Mann und eine Frau fühlten sich gestört und griffen zwei Männer und eine Frau an und verletzten sie dabei leicht. Insgesamt kam es in der Silvesternacht zu mindestens 20 Körperverletzungen im Stadtgebiet von Halle.
 
Und leider war auch nach Silvester noch nicht Schluss mit der Verletzungsgefahr. Am Neujahrstag fand ein 12-Jähriger, der allein unterwegs war, im Bereich der Hemingwaystraße in Halle-Neustadt eine Silvesterrakete, vermutlich einen Blindgänger. Der Junge entzündete die Rakete und es kam zur Explosion. Er erlitt Verletzungen im Gesicht, am Oberkörper und einer Hand. Er kam umgehend in ein Krankenhaus zur ärztlichen Versorgung.

Sachbeschädigungen

Ebenso kam es in der Silvesternacht zu zahlreichen Sachbeschädigungen. Eine Briefkastenanlage eines Mehrfamilienhauses in der Traberstraße in Halle wurde Mittwoch gegen 1 Uhr durch Pyrotechnik beschädigt, ebenso die Hausfassade und mehrere Klingelschilder. Am Morgen wurden zudem vier aufgesprengte Briefkästen und eine zerstörte Klingelanlage an einem Gebäude in der Weststraße festgestellt. Darüber hinaus kam es im Laufe der Nacht zu mehreren Containerbränden im Stadtgebiet von Halle und auch ein Imbiss in der Straße der Republik wurde beschädigt. Unbekannte Täter hatten hier die Rollläden an den Fenstern entfernt und dann mittels Pyrotechnik ein Fenster komplett zerstört. Dann wurde weitere Pyrotechnik in den Imbiss geworfen und Sachschaden angerichtet.

Tonnen von Silvestermüll

Bei einer so ereignisreichen Silvesternacht ist es nicht verwunderlich, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) auch Anfang des Jahres 2020 alle Hände voll zu tun hatten, um die Straßen vom Silvestermüll zu befreien. Man rechnete im Vorfeld mit einer Gesamtmenge zwischen 17 und 22 Tonnen. Am Neujahrstag legten die Mitarbeitenden der HWS zwischen Bahnhof und Hallmarkt deshalb eine Extraschicht ein. Die Reinigung der Innenstadt – zum Beispiel am Hauptbahnhof, in der Leipziger Straße bis zum Hallmarkt und in der Großen Ulrichstraße – dauerte rund vier Stunden. Ab 7 Uhr in der Frühe waren insgesamt zehn Mitarbeitende mit drei Kehrmaschinen, einem Papiersammler, einem Kleintransporter und etlichen Besen unterwegs, um die Überreste der Nacht einzusammeln. Der Aufwand wird dabei jedes Jahr größer, da die Anzahl und Größe der Raketenbatterien zugenommen hat. Diese müssen zuweilen händisch aufgesammelt werden. 

Die HWS kehrte dabei zwar die Straßen, aber es gilt auch das Verursacherprinzip: Wer dreckig macht, macht auch sauber. Die  Hallenser sollten also auch selbst dafür sorgen, dass die Stadt schnell wieder sauber wird – durch Mithelfen und Beseitigung des von ihnen verursachten Silvestermülls. Ziel der HWS ist es, Raketenüberreste innerhalb einer Woche zu beseitigen. Neben diesen Sondereinsätzen gilt natürlich auch der normale Tourenreinigungsplan. 
 

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