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Jana Keller Jana Keller
aktualisiert am 17.01.2020 um 09:14:18

Der Weg in die Selbstständigkeit - Ergebnisse einer Unternehmerkundenstudie der Commerzbank

Peter Graul, Anja Mayer und Johannes Herold in der Commerzbank-Filiale am halleschen Marktplatz. Peter Graul, Anja Mayer und Johannes Herold in der Commerzbank-Filiale am halleschen Marktplatz.
Foto: Jana Keller
Halle (Jana Keller). Der eigene Chef werden, etwas Eigenes aufbauen, mehr Geld verdienen, sich einen Traum erfüllen? Die Gründe, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen, sind vielfältig. Rund 600 000 Existenzgründungen gab es allein im vergangenen Jahr in Deutschland. Die Gründer stehen dabei noch immer vor großen Herausforderungen und Hürden, die es zu überwinden gilt. Welche genau sind das? Welche Motivationen gibt es, dennoch das eigene Unternehmen in Angriff zu nehmen? Und – wichtig gerade für Interessierte aus der Umgebung – wie gründerfreundlich ist eigentlich der Standort Halle?

Um all das und mehr herauszufinden, hat das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der Commerzbank eine Unternehmerkundenstudie aufgelegt und dazu speziell Unternehmer befragt, die sich in den letzten sechs Jahren selbstständig gemacht haben. Peter Graul und Anja Mayer von der Commerzbank – verantwortlich für Unternehmerkunden – stellten die Ergebnisse der Studie am 8. Januar 2020 der Presse vor. Zu diesem Zweck war auch Johannes Herold, Gründer von Hero CNC Präzisionszerspanung, eingeladen, um über seine persönlichen Erfahrungen zu berichten. Er hat sein Unternehmen vor zwei Jahren als Zwei-Mann-Show gestartet und kann inzwischen mit vier Fachkräften, vier Hilfskräften und sogar einem Azubi aufwarten. 

Der eigene Chef sein

Zu Beginn der Präsentation erläuterte Peter Graul zunächst den Hintergrund der Studie. Diese wird von der Commerzbank einmal im Jahr zu verschiedenen Themen durchgeführt. Dieses Mal wurden insgesamt 3 000 Gründer in Deutschland befragt, 50 von ihnen aus Halle. Hauptergebnisse der Studie: Die Befragten starteten hier zu 80 Prozent nur mit Eigenkapital. Zudem ist der Wunsch, der eigene Chef zu sein, der wichtigste Grund, diesen ungewissen Schritt zu wagen. 52 Prozent der Gründer aus Halle bewerten den hiesigen Standort dabei als gründerfreundlich. 

Ein weiterer Punkt: 84 Prozent der Unternehmensgründer in Halle sind männlich, so Peter Graul. Diesen Gesichtspunkt sollte man allerdings skeptisch betrachten, merkte Anja Mayer an, da die Erfahrungen in der Praxis andere Ergebnisse zeigen. Denn gerade in den Bereichen Pflege, Kosmetik und Dienstleistungen sind es Frauen, die Unternehmensgründungen wagen. Man muss an dieser Stelle also bedenken, dass in der Saalestadt insgesamt nur 50 Menschen befragt wurden.

Finanzielle Hürden

Die größte Hürde ist für gut 40 Prozent die Bürokratie – das gilt für Halle sowie auch für den Bundesdurchschnitt. Die Themen Finanzierung und Steuern schließen sich an. Gut 70 Prozent der halleschen Gründer werden deshalb auch durch einen Steuerberater unterstützt. Und jeder Vierte holt sich hier beratende Hilfe bei der Bank – das sind fast doppelt so viele wie im bundesweiten Vergleich. 

Vier von fünf Gründern in Halle finanzieren den Start in die Selbstständigkeit lediglich mit Eigenkapital. So startete knapp die Hälfte der Befragten auch mit weniger als 20 000 Euro in die Selbstständigkeit. Das ist deutlich mehr als der Bundesdurchschnitt. Bei knapp zwei Dritteln ist das Startkapital deshalb auch innerhalb der ersten sechs Monate aufgebraucht. Jeder Fünfte nimmt jedoch einen Kredit in Anspruch, jeder Siebte öffentliche Fördermittel. Auch wickeln 60 Prozent der Gründer in Halle ihren Zahlungsverkehr online ab – man ist hier also besonders onlineaffin. 

Das Problem des Fachkräftemangels

Die Finanzplanung ist bei den meisten Chefsache. Dabei ist es wichtig, schon früh in Personal zu investieren, da der Fachkräftemangel durchaus ein Grund für das Scheitern eines Unternehmens sein kann. Die Fachkräfte sind wichtig für die Weiterentwicklung des Unternehmens. Ein Geschäftskonto ist die Bankdienstleistung, die von den meisten Gründern beim Start in die Selbstständigkeit genutzt wird. „Deshalb begleiten wir Jungunternehmer von Anfang an mit unserem Gründer-Paket. Dazu zählt in erster Linie ein Geschäftskonto inklusive Giro- und Kreditkarte sowie mit 50 Prozent Rabatt auf die Monatspauschale für die ersten zwei Jahre“, so Graul. „Als Bank für Unternehmer wollen wir den Start in die Selbstständigkeit so gut wie möglich unterstützen.“

Johannes Herold zumindest beurteilt seine persönlichen Erfahrungen durchweg positiv. Er erinnert sich heute an wenige bürokratische Hürden – das liegt aber auch daran, dass er in der Produktionsbranche tätig ist, wo ganz einfach weniger Hürden bestehen. Zudem hatte er bereits im Vorfeld den Betrieb seines Vaters mit ausgebaut und konnte daher auf viele Erfahrungen in der Branche zurückgreifen. Ein Leidwesen, das ihn heute plagt: Er kann nicht immer das machen, was ihm Spaß macht, zum Beispiel an den Maschinen arbeiten. Denn als Chef muss er auch die Disziplin haben, die Büroarbeit zu erledigen, darunter Kundenakquise und Auftragsgewinnung. Wo sieht er sich in fünf Jahren? Auf jeden Fall immer noch in Halle und immer noch Commerzbank-Kunde! Zudem technologisch auf einem höheren Niveau, so der Gründer. Dabei will er mit seinem Unternehmen allerdings nicht um jeden Preis weiter wachsen, denn er will auch weiterhin Zeit für sich und seine Familie.

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