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Jana Keller Jana Keller
aktualisiert am 31.01.2020 um 09:19:39

Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Halle: Betriebe beklagen Fachkräftemangel

Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer, und Hauptgeschäftsführer Dirk Neumann ziehen positive Bilanz der wirtschaftlichen Lage. Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer, und Hauptgeschäftsführer Dirk Neumann ziehen positive Bilanz der wirtschaftlichen Lage.
Foto: Jana Keller
Halle (Jana Keller). Beim ersten Konjunktur-Pressegespräch der Handwerkskammer Halle im neuen Jahr, welches am 29. Januar stattfand, zogen Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer, und Hauptgeschäftsführer Dirk Neumann eine positive Bilanz der wirtschaftlichen Lage des Handwerks für das vierte Quartal 2019. Stabilität auf hohem Niveau würde weiter bestehen, so Keindorf. Das liegt unter anderem auch am anhaltenden Bauboom und einer relativ hohen privaten Nachfrage im Handwerk. 

So erreichte der Geschäftsklimaindex einen Wert von plus 54 und lag damit nur etwas niedriger als im Quartal davor. 28 Prozent der Betriebe erwarteten eine bessere Geschäftsentwicklung – optimistische Werte für das erste Quartal im Jahr 2020. Die Betriebsauslastung erreichte mit 88 Prozent einen sehr hohen Wert, der vier Prozent über dem des Vorjahres lag. 

Demografischer Wandel

Am Jahresende zählte die Handwerkskammer 13 532 Mitgliedsbetriebe mit 70 000 Beschäftigen. Die Zahl der Betriebe sank damit im letzten Jahr um 189, die Zahl der Beschäftigten um 1 500. Die geringeren Beschäftigtenzahlen lassen sich unter anderem auf den demografischen Wandel zurückführen, berichtete Dirk Neumann. Ältere scheiden aus den Berufen aus, während bei den Jüngeren der Fokus auf einer akademischen Ausbildung liegt. Darüber hinaus hat die zum 1. Januar 2020 in Kraft getretene Wiedereingliederung von zwölf Gewerken der zulassungsfreien Handwerke in das zulassungspflichtige Handwerk zu vorgezogenen Eintragungen diverser Betriebe geführt. Waren diese bis zum Jahresende 2019 eingetragen, erhielten sie per Gesetz Bestandsschutz und unterliegen damit nun nicht der Meisterpflicht. In diesem Zusammenhang erhoffte sich Neumann, die neue Meisterpflicht würde den Qualitätsverfall – zum Beispiel bei Fliesen- und Estrichlegern – bereinigen.    

Hindernisse für die Betriebe

Besondere Hindernisse für die Handwerksbetriebe sind laut der Umfrage der Handwerkskammer vor allem hohe Steuern, hohe Sozialabgaben und fehlendes Fachpersonal – ähnliche Äußerungen wie Ende 2018. Der Fachkräftemangel ließe sich unter anderem auf Fehler in der Schulpolitik zurückführen, so Keindorf, denn nach zehn Jahren Schule sei die Ausbildungsfähigkeit bei vielen neuen Azubis nicht gegeben. Diese Fachkräfte fehlen, muss man doch ca. elf Wochen Wartezeit in Kauf nehmen, wenn man einen Handwerker braucht. Eine umfassende Berufsorientierung und die Anerkennung der handwerklichen Berufe in der Gesellschaft seinen nötig, um diesem Umstand vorzubeugen. 

Forderungen des Handwerks

Keindorf sprach drei spezifische Punkte an, die helfen können, damit die Betriebe sich fair behandelt fühlen: Erstens fordere der Zentralverband des Deutschen Handwerks finanzielle Unterstützung für die Auszubildenden, sodass diese – genau wie Studierende – länger familienversichert bleiben können. Zweitens wünschte sich Keindorf kreisübergreifende Berufsschulen, um den Schulweg für die Auszubildenden eventuell verkürzen zu können. Eine Internatsunterbringung sei in diesem Zusammenhang ratsam, damit die Azubis den Weg nicht jeden Tag hinter sich bringen müssen. Drittens sollten Gymnasien vor allem der Studienvorbereitung dienen, Sekundarschulen dagegen der Vorbereitung auf eine Ausbildung. Hier sieht Keindorf Verbesserungsbedarf, vor allem im Bereich der MINT-Fächer. Die Anforderungen an eine Berufsausbildung steigen ständig – nur leider würden die Inhalte der Schulbildung sich diesen neuen Entwicklungen nicht schnell genug anpassen.   

Leserkommentare:


Thomas Schenk, Trier:
"Die Maßnahmen sind natürlich alle toll. Wenn aber das Hauptproblem, die geringe Bezahlung bei passender Qualifikation, nicht angegangen wird, dann nützt das eben auch nichts. Schade, dass wieder so unkritisch darauf eingegangen wird, dass der Fachkräftemangel immer durch andere Faktoren ausgelöst wird. Die Unternehmen tragen daran natürlich keine Schuld."


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