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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Krebszentrum in Äthiopien unter Leitung der Universitätsmedizin Halle gefördert >
Jana Keller Jana Keller
aktualisiert am 07.02.2020 um 09:26:35

Krebszentrum in Äthiopien unter Leitung der Universitätsmedizin Halle gefördert

Partner aus Addis Abeba und Halle bei einem gemeinsamen Planungs-Workshop in Äthiopien 2018. Partner aus Addis Abeba und Halle bei einem gemeinsamen Planungs-Workshop in Äthiopien 2018.
Foto: Dr. Eva J. Kantelhardt
Von Jana Keller

Ein „Else Kröner Cancer Center“ soll an der Universität von Addis Abeba etabliert werden – unter der Leitung von PD Dr. Eva Kantelhardt von der Universitätsmedizin Halle (Saale). Das Center verfolgt das Ziel einer besseren Früherkennung und Versorgung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs in Äthiopien. Das Projekt wird mit einer Summe von 2,5 Millionen Euro durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung gefördert. Dr. Kantelhardt stellte das Projekt am 4. Februar, dem Weltkrebstag, gemeinsam mit Dr. Judith von Heusinger von der Stiftung sowie Prof. Dr. Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität, der Presse vor. Letzterer erklärte, dass Krebserkrankungen weltweit zunehmen. So sei die Onkologie auch ein „Rising Topic“ in Afrika. Nun bestehe die Herausforderung, angemessene Lebensverhältnisse auf dem gesamten Globus zu schaffen. Das Geld der Else Kröner-Fresenius-Stiftung sei dabei in Halle gut angelegt, versicherte er.

Die Stiftung

Dieser Meinung sei auch die Stiftung selbst, so Dr. Judith von Heusinger. Die gemeinnützige Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung, sie wurde 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet. Bis heute hat sie etwa 1 930 Projekte gefördert und ist mit einem jährlichen Fördervolumen von 50 Millionen Euro die größte Medizin fördernde Stiftung Deutschlands. Das geplante Krebszentrum in Addis Abeba ist dabei eines von zwei Projekten, die man aus insgesamt 78 Bewerbungen – alle von hervorragender Qualität, so Dr. Judith von Heusinger – für die Förderung ausgewählt hat. Das zweite Projekt ist das „Else Kröner Center for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies Würzburg – Mwanza/Tansania“. Allerdings sei die Bewerbung aus Halle die einzige gewesen, die bei der Stiftung zehn von zehn Punkten erlangten konnte, bemerkte Dr. von Heusinger. Beide Projekte sind langfristig angelegt, in Äthiopien für eine Projektlaufzeit von fünf Jahren – ein Novum für die Stiftung. Doch hat man sich bewusst dafür entschieden, um auch eine nachhaltig verbesserte Gesundheit gewährleisten zu können.    

Engagement der MLU

Seit etwa zehn Jahren engagiert sich die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität unter der Leitung von Dr. Eva Kantelhardt in Äthiopien. Die Wissenschaftlerin und Fachärztin für Gynäkologie fliegt selbst drei- bis viermal im Jahr nach Addis Abeba. Sie wird nun in Kooperation mit Medizinern vor Ort daran arbeiten, die Versorgung von onkologischen Erkrankungen im Land mithilfe des „Else Kröner Cancer Centers“ voranzubringen. „Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs sind die häufigsten Krebserkrankungen in Äthiopien. Es geht auch darum, dort überhaupt erst einmal eine Forschung zu Brustkrebs aufzubauen. Die gibt es dort kaum“, so Dr. Kantelhardt. Dabei erkranken jedes Jahr etwa 13 000 Menschen. Das Problem: Anders als in Deutschland sterben zwei Drittel daran. Eine frühere Diagnostik und dadurch auch eine frühere Therapie sollen etabliert werden. Dazu gehören die Anschaffung neuer Geräte, die Optimierung von Abläufen und die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter vor Ort.

Die Ziele

Bisher gibt es nur ein vollausgestattetes Onkologiezentrum in Äthiopien – an der Addis Abeba Universität. Dieses ist überfüllt, hat lange Wartezeiten und kann den Bedarf nicht decken. Dr. Kantelhardt setzt sich nun dafür ein, die Versorgung vor allem in ländlichen Gebieten zu verbessern. Ihr enger Partner ist ein interdisziplinäres Team unter der Leitung von Dr. Adamu Addissie der Addis Abeba Universität. Dr. Kantelhardt verfolgt mit ihrem Projekt fünf große Ziele: eine One-Stop-Else-Kröner-Cancer-Clinic, sechs interdisziplinäre Trainingscenter, eine verbesserte Früherkennung, schnelle Überweisungen an die richtigen Anlaufstellen sowie eine Langzeitbetreuung der Patienten. Die Aktivitäten sollen dabei in das Gesundheitssystem Äthiopiens integriert werden und gerade dadurch nachhaltig wirksam werden. Die gewonnenen Erkenntnisse des Projekts könnten anschließend als Blueprint für weitere Regionen dienen.   
 

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