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Saskia Hotek Saskia Hotek
aktualisiert am 29.05.2020 um 15:14:55

Vorgärten für den Naturschutz

Vorgärten verbessern das Mikroklima. Blühende Pflanzen locken zahlreiche Insekten und andere Tiere an. Vorgärten verbessern das Mikroklima. Blühende Pflanzen locken zahlreiche Insekten und andere Tiere an.
Foto: Jana Keller
Wer hat den schönsten Vorgarten im Land? Im Wettbewerb  „Mut zum Grün − Rettet unsere Vorgärten“ geht das Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt dieser Frage nach.

Halle (Saskia Hotek). Bunt und grün sollte er sein: der Vorgarten. „Grüne und blühende Vorgärten, in denen es summt und brummt, tragen aktiv zum Natur- und Artenschutz bei“, äußert Claudia Dalbert, Umweltministerin von Sachsen-Anhalt, im aktuellen Wettbewerbsaufruf. Zu gewinnen gibt es für die drei besten Vorgärten ein Preisgeld von je 500 Euro. 

Wettbewerbskriterien
Doch welche Kriterien muss ein Vorgarten erfüllen, um im Wettbewerb berücksichtigt zu werden? 
„Als Vorgarten wird der Eingangsbereich eines Grundstücks, der zwischen einem Gebäude und der Straße liegt und als Garten gestaltet ist, angesehen. Der Vorgarten muss von der Straße beziehungsweise von außen einsehbar sein. Vom Wettbewerb ausgeschlossen sind ,Schottergärten’“, heißt es im Wettbewerbsaufruf. Die Vorgärten werden anhand der Kriterien „Pflanzenverwendung“, „ökologische Wertigkeit“ und „Gestaltung“ bewertet. 

Unter „Pflanzenverwendung“ versteht man die Art und Auswahl der Bepflanzung. „Wichtig ist ein optisch ausgeglichenes Verhältnis zwischen Wegeflächen und Grünflächen“, so der Aufruf. Die Pflanzen verleihen dem Vorgarten die individuelle Note. Beim Kriterium „ökologische Wertigkeit“ wird darauf geachtet, dass die Bepflanzung Unterschlupf und Nahrung für viele Tierarten bietet. 

Eine Herausforderung wird das Kriterium „Gestaltung“ sein. Denn dabei kommt es darauf an, die Art und Auswahl der Bepflanzung mit deren ökologischer Wertigkeit zu kombinieren und entsprechend zu gestalten. „Der Vorgarten ist das
Aushängeschild des Hauses und trägt zu einem angenehmen Wohnklima bei. Für innovative Ideen können von einer Fachjury Bonuspunkte vergeben werden“, erklärt das Umweltministerium des Landes.

Die Jury, bestehend aus fünf Experten, sucht aus allen Einsendungen maximal acht Vorgärten aus, die anschließend vor Ort begutachtet werden. Die drei Besten erhalten bei der Auszeichnungsfeier am 15. September das Preisgeld.

Anmeldung bis 15. Juli
Um am Wettbewerb teilnehmen zu können, ist der Anmeldebogen, der unter mule.sachsen-anhalt.de/ministerium/service/preise-und-wettbewerbe zu finden ist, ausgefüllt und unterschrieben einzureichen. Zudem sollen vier Fotos eingereicht werden, die verdeutlichen, dass es sich um einen Vorgarten handelt. Ein Bild muss den Vorgarten in Verbindung mit dem Haus zeigen. Die Unterlagen können per E-Mail an Vorgartenwettbewerb@mule.sachsen-anhalt.de oder per Post an Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau, Dezernat Gartenbau, Kennwort: „Mut zu Grün“, Feldmark rechts der Bode 6, 06484 Quedlinburg gesendet werden. 

Hintergrund des  Wettbewerbs
In Sachsen-Anhalt habe es bisher noch keinen derartigen Wettbewerb gegeben, heißt es aus dem Umweltministerium. In anderen Bundesländern und auch von einzelnen Verbänden seien aber bereits ähnliche Wettbewerbe durchgeführt worden.

Die Idee für den Wettbewerb sei bei einem Fachgespräch zwischen Umweltministerin Claudia Dalbert und dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Sachsen-Anhalt e. V. entstanden. Man habe den zunehmenden Trend zur „Verschotterung“ von Vorgärten in Sachsen-Anhalt bedauert und war sich einig, dass die Themen Biodiversität und Naturschutz auch bei der Gestaltung von Vorgärten stärker in den Fokus der Bürgerinnen und Bürger gerückt werden sollten. 

Für die Thematisierung passte ein Wettbewerb gut. Denn auch in Sachsen-Anhalt wurde in den vergangenen Jahren ein starker Rückgang der biologischen Vielfalt registriert. Diesen Prozess gilt es aufzuhalten. Ein kleiner Schritt ist ein insektenfreundlicher Vorgarten.

Jeder kann etwas tun, auch ohne Vorgarten
Um etwas für den Naturschutz zu tun und zur Artenvielfalt beizutragen, muss man keinen (Vor-)Garten besitzen. Der Balkon kann ebenfalls insektenfreundlich bepflanzt werden, zum Beispiel mit Akelei, Fette Henne, Lavendel, Lilien, Salbei oder Sonnenbraut. Auch Sonnenblumen sind sehr insektenfreundlich. 

„Insekten lieben Pflanzen mit offenen und kelchförmigen Blüten“, erklärt das Umweltministerium. Hinweise zu insektenfreundlichen Arten bietet die Broschüre „Bienenfreundliche Pflanzen“, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlicht hat. Dieses Pflanzenlexikon ist online unter www.bienenfuettern.de abrufbar.
„Auch empfiehlt es sich, regionales Wildpflanzensaatgut zu verwenden. Abstand nehmen sollte man von nicht-heimischen Arten, die mitunter große, wohlriechende Blüten ausbilden, jedoch häufig keinen oder nur sehr wenig Nektar für die Insekten bereitstellen.“ Wer Rat bei der Auswahl von geeigneten Pflanzen benötigt, findet in Gärtnereien, Gartenmärkten oder Baumschulen fachkundige Informationen. 

Auf einem großen Balkon oder einer Dachterrasse kann zudem ein Insektenhotel aufgestellt werden. Das dient beispielsweise Wildbienen als Nistplatz. Denn Insekten haben eine wichtige Funktion in der Natur: Sie bestäuben einen großen Teil der Wild- und Kulturpflanzen. „Auch dienen sie vielen Artengruppen als Nahrungsgrundlage, unter anderem für Vögel, sodass sich die Steigerung der Insektenbiomasse und -vielfalt gleichzeitig positiv auf die Vielfalt weiterer Organismengruppen auswirkt“, informiert das Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt.

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