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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Das Handwerk atmet auf - Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Halle >
Jana Keller Jana Keller
aktualisiert am 28.07.2020 um 13:42:53

Das Handwerk atmet auf - Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Halle

Bäckermeisterin Gerhild Fischer und Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle, beim Konjunktur-Pressegespräch am 22. Juli. Bäckermeisterin Gerhild Fischer und Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle, beim Konjunktur-Pressegespräch am 22. Juli.
Foto: Jana Keller
Halle (Jana Keller). Nach dem Stimmungseinbruch im März 2020 atmet das Handwerk langsam wieder auf, so Jens Schumann von der Handwerkskammer Halle beim Konjunktur-Pressegespräch zum zweiten Quartal 2020 am 22. Juli. Dennoch: Die dauerhaften Folgen der Corona-Krise könne momentan noch niemand absehen. „Auch wenn die Konjunkturzahlen sich im Vergleich zum letzten Quartal deutlich gebessert haben, zur sogenannten Normalität sind viele Betriebe noch nicht wieder zurückgekehrt“, zog Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer, Bilanz der wirtschaftlichen Lage.

46 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre wirtschaftliche Lage aktuell wieder als gut, 12 Prozent als schlecht. Die Aussichten sind dabei positiv: 32 Prozent der Betriebe erwarten eine bessere, 54 Prozent eine gleichbleibende und 13 Prozent eine schlechtere Lage im nächsten Quartal. In der Krise waren viele Unternehmen gezwungen, auf ihre Rücklagen zurückzugreifen, zudem hätten sich bestimmte Begebenheiten wie Lieferketten nun grundlegend geändert. Darin sieht Keindorf längerfristige Folgen. 

Zurückhaltung

Ein „Weiter so“ wie vor Corona würde es vermutlich nicht geben, denn die Krise habe viele Unternehmer nachdenklich gemacht. So ist man beispielsweise zurückhaltend bei der Einstellung von Lehrlingen. Aber: Wenn jetzt keine Fachkräfte ausgebildet werden, werden sie später fehlen. Ein weiteres Problem sei in dieser Hinsicht der Mangel an ausbildungsfähigen Kandidaten. 38 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, keine geeigneten Lehrlinge finden zu können. Die Zahl der Beschäftigten im Handwerk stieg im zweiten Quartal um 500 auf rund 69000. Der Zuwachs rühre aus einer jahreszeitlich bedingten Steigerung in den baunahen Handwerken und den Nahrungshandwerken. Beschäftigungsrückgänge meldeten die Handwerke für gewerblichen Bedarf und das Kfz-Handwerk.

Leichte Umsatzzuwächse

Betriebe meldeten für April bis Juni leichte Umsatzzuwächse. Diese beruhen vor allem auf Zuwächsen in den Bauhaupt- und Ausbauhandwerken. Die Auftragsreichweiten blieben  auf niedrigem Niveau. Die durchschnittliche Auslastung der Betriebe verbesserte sich auf 81 Prozent von 64 Prozent im Vorquartal. 

Nahrungsmittelhandwerk

Um zu hinterfragen, wie genau gerade das Nahrungsmittelhandwerk die Krise überstanden hat, wurde die Expertin Gerhild Fischer aus Wettin-Löbejün zum Konjunkturgespräch eingeladen. Seit 34 Jahren ist sie Bäckermeisterin in Rothenburg an der Saale − selbstständig und biozertifiziert. Darüber hinaus ist sie im Vorstand der Bäckerinnung Halle-Saalkreis. In der Corona-Krise blieben Lieferungen zu Hotels, Caterings und vor allem Schulen aus − ein schwerer Schlag für ihr breit aufgestelltes Unternehmen. So hat Gerhild Fischer am 30. März die Corona-Soforthilfe beantragt und auch bekommen, nur konnte sie die Mittel nicht für alle nötigen Bereiche einsetzen, beispielsweise ihr eigenes Unternehmergehalt. Sie rechnet damit, die Hälfte bis zu einem Drittel der Hilfe zurückzahlen zu müssen. 

Bürokratische Hürden

Und auch die Mehrwertsteuersenkung war für sie eine große bürokratische Hürde, die sehr an ihren Nerven zehrte, da die Unternehmerin diese schnell und nur mithilfe eines Online-Seminars selbstständig umsetzen musste. Eine Maßnahme, auf die sie mit Freuden verzichtet hätte, berichtete sie beim Konjunkturgespräch. Thomas Keindorf fügte hinzu, dass es zwar gut gewesen sei, dass die Politik schnell gehandelt hat, dennoch hätte er sich eine Differenziertheit der Maßnahmen bei kleinen vs. großen Unternehmen gewünscht. 

Die Ausbildung

Zum Thema Ausbildung beklagte Gerhild Fischer die mangelnden schulischen Voraussetzungen der Azubis gerade in Mathematik, die oft  zum Nicht-Bestehen der Prüfung führen würden. Und auch die Zentralisierung der Schulausbildung sei ein Problem. So findet diese für Bäckereiverkäufer nur noch in Weißenfels im Blockunterricht statt,  weshalb die Azubis 14 Tage im Unternehmen sind, 14 Tage nicht. Das sei gerade für kleine Betriebe schwierig umzusetzen.   

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