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Kerstin Eschke Kerstin Eschke
aktualisiert am 25.09.2020 um 14:59:41

Halles Theater leben (wieder) auf

Oliver Rank, Anja Jünger und Bartel Wesarg in Oliver Rank, Anja Jünger und Bartel Wesarg in "1989 - Vielleicht ist ja morgen schon alles anders ...".
Foto: Martin Patze Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Der Mensch steht im Mittelpunkt der Stücke von und mit Figurenspielerinnen, der Kulturreederei und der Bühnen Halle.

Halle (Kerstin Eschke).
Vor zwei Wochen war Spielzeitauftakt der Bühnen Halle als Open-Air-Spektakel. Mit dabei war auch die freie Theater- und Tanzszene. Ohne diese wäre das kulturelle Leben in der Saalestadt um einiges ärmer. Halles Theater leben (wieder) auf. Die Corona-Zwangspause wurde intensiv genutzt, um Stücke zu produzieren, die an die Seele gehen, uns erinnern lassen, ohne Worte auskommen und vom Erwachsenwerden erzählen. 

„Der schwarze Hund“ − ein Figurentheater

 „... Und breite mich aus und falle in mich hinein und werfe mich ab und bin ganz allein in dem großen Sturm“, dichtete Rainer Maria Rilke in einem seiner Herbstgedichte. Vielleicht  ein inneres Bild eines depressiven Menschen. Vielleicht spürt dieser  aber  auch, wie die beschützende Mutter Erde zum Sumpf wird und ihn verschlingt. Vielleicht aber ist  eine Depression ein schwarzer Hund. Das Thema aus dem Schatten ins Rampenlicht zu rücken war das Anliegen von Julia Raab. 

Die Figurenspielerin hat als Angehörige Erfahrungen mit der Krankheit gemacht: „Niemand kann sich hineinfühlen in einen Betroffenen. Nur wer in einer depressiven Phase steckt, weiß, was das bedeutet.“ Nichtsdestotrotz sind auch die Angehörigen betroffen, die den schwarzen Hund mit aushalten müssen. Weil oft Worte fehlen, müssen Bilder gefunden werden. Matthew Johnstone zeichnete in dem Bilderbuch „Mein schwarzer Hund“ seinen selbst erlebten Zustand in der  Depression und erklärte, wie er, wie er selbst sagte, seine Depression an die Leine legte. 

Auch Julia Raab denkt in Bildern. Das half ihr und Ideen- und Spielpartnerin Anja Schwede bei der Entwicklung des Stoffes. Anja Schwede arbeitet im Depressionsnetzwerk Leipzig als Theaterpädagogin. Durch diesen Kontakt kam es zur engen Zusammenarbeit mit dem Bündnis für Depression in Halle und Magdeburg. Von den Fachleuten erhielten die Theatermacherinnen fachliche Unterstützung, aber nicht nur von ihnen. „Wir sprachen  mit Betroffenen. Ihre Aussagen wurden im Nachhinein von Schauspielern eingesprochen und sind Teil der Geschichte. Mit unserer assoziativen Fragestellung haben wir versucht, Bilder zu finden.“ 

Die Premiere der figurentheatralen Zähmung des schwarzen Hundes ist am 9. Oktober  im WUK Theater Quartier  in Halle. Sie ist  der Auftakt der Woche zur seelischen Gesundheit. Weitere Vorstellungen finden am 10. und am 14. Oktober jeweils um 20 Uhr statt. Karten gibt es auf der Seite des WUK Theaters. Nach der Vorstellung können sich Zuschauer bei Bedarf an die anwesenden  Psychologen und Therapeuten vom Bündnis für seelische Gesundheit wenden. „Für den Fall, dass wir mit dem Stück Wunden aufgerissen haben“, so Julia Raab. http://wuk-theater.de/


„1989 – Vielleicht ist ja morgen schon alles anders …“    

In diesem Jahr am 3. Oktober wird der 30. Jahrestag der Deutschen Einheit begangen. Die aktuelle Produktion der Kulturreederei beginnt in ihrer Erzählung elf Monate früher. Martin Kreusch, für Text und Regie verantwortlich, inspirierte  ein Hörspiel von Sven Hornung. „Die Dokufiktion lässt wahre historische Ereignisse und persönliche Erinnerungen des 9. November 1989  und Fiktion  miteinander  verschmelzen“, so Produzentin Anja Jünger. Sie sagt weiter: „Unterschiedliche Menschen begegnen sich in der Raststätte Köckern. Dieser Ort wird zum Drehpunkt der Geschichte. In der Raststätte ahnt noch keiner, dass noch am selben Abend die DDR nicht mehr das Land sein wird, das es 40 Jahre lang war.“ Elf Schauspieler aus unterschiedlichen Generationen, unter ihnen Anja Jünger, erzählen mit ihrem persönlichen Spiel ihre kleine Geschichte mit all den  Ängsten und Träumen. So wird eine ganz große Geschichte erzählt.

Die Premiere findet ebenfalls im WUK Theater Quartier statt:  am 3. Oktober um 20 Uhr. Weitere Vorstellungen am 6. und 7. Oktober sowie am  3., 4., 5., 7. und 9. November. Außerdem gibt es jeweils eine Schülervorstellung am   5. und 9. November um 10 Uhr. http://wuk-theater.de/


Premieren-Doppel 

(Bühnen Halle). Bereits jetzt am Freitag und Samstag feiern das neue theater und das Thalia Theater eine Premiere. „Die Stunde da wir nichts von einander wußten“ von Peter Handke kommt  ohne Worte aus. Die Regie führte Schauspielintendant Matthias Brenner. 1991 geschrieben, lieferte Handke dem Theater ein nur aus Bildern bestehendes stummes Stück.  

Im Zentrum der Coming-of-Age-Geschichte „Mit der Faust in die Welt schlagen“ stehen die Brüder Philipp und Tobias, die in der sächsischen Provinz aufwachsen. Das Stück basiert auf dem  erfolgreichen Romandebüt des 25-jährigen Autors Lukas Rietzschel. Während die Alten, die Landschaften und die ehemaligen Fabriken von Strukturwandel und Entwurzelung erzählen, starten Philipp und Tobias in eine Zukunft, in der ihre Identitätssuche mit der Neuorientierung eines Landes zusammenfällt. 

Weitere Vorstellungstermine im Programmheft der Theater und unter www.buehnen-halle.de.

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