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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Politik > Das Prinzip „Disziplinierung durch Medizin“ hatte in der gesamten DDR Methode - Halles "Tripperburg" war kein Einzelfall >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 31.05.2016 um 16:12:06

Das Prinzip „Disziplinierung durch Medizin“ hatte in der gesamten DDR Methode - Halles "Tripperburg" war kein Einzelfall

Birgit Neumann-Becker, Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, der Fluchthelfer, DDR-Häftling und heute als  Künstler tätige  Gino Kuhn und Dr. Florian Steger am Dienstag bei der Vorstellung des Buches im halleschen Stadtmuseum.                      Birgit Neumann-Becker, Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, der Fluchthelfer, DDR-Häftling und heute als Künstler tätige Gino Kuhn und Dr. Florian Steger am Dienstag bei der Vorstellung des Buches im halleschen Stadtmuseum.
Foto: S. Christmann
Halle (sc). Das Terrorsystem in Halles „Tripperburg" - der geschlossenen venerologischen Station in der Poliklinik Mitte - war kein Einzelfall. Was Dr. Florian Steger und Maximilian Schochow von der Uni Halle bei der Arbeit für ihr Buch „Disziplinierung durch Medizin" (erschienen im September 2014, http://www.supersonntag-web.de/wisl_s-cms/_supersonntag/7205/Halle__Saale_/48658/Terrorsystem__in_der__Tripperburg____Erst_jetzt_kommt_Licht_in_dieses_dunkle_hallesche_Kapitel_.html) schon mitbekamen, haben sie jetzt in wissenschaftlicher Buchform hieb- und stichfest belegt. In dem jetzt erschienenen Folgebuch „Traumatisierung durch politisierte Medizin" belegen sie, dass dieses Terrorsystem Methode in der gesamten DDR hatte.

Nicht nur in Halle, sondern auch in Berlin, Berlin-Buch, Dresden und Leipzig wurden venerologische Stationen dazu benutzt, Mädchen und Frauen per Zwangseinweisung dort im Sinne der damaligen Gesellschaft umerziehen zu wollen. Umfangreiche Archivrecherchen, Interviews mit ehemaligen Zwangseingewiesenen, dort tätig gewesenen Ärzten, Krankenschwestern und Mitarbeitern lassen nur den einen Schluss zu: in der gesamten DDR ließ sich die Medizin als Instrument der damaligen Politik missbrauchen. Denn nur ein Drittel der zwangseingewiesenen Mädchen und Frauen ab dem zwölften Lebensjahr waren tatsächlich geschlechtskrank.

Wie zum Beweis erhob sich am Dienstagabend im Stadtmuseum bei der Vorstellung des Buches eine betroffene Frau aus Erfurt. Sie sei damals als junge Frau in der Friedensbewegung aktiv gewesen und noch - definitiv nicht geschlechtskrank - freiwillig der „Einladung" zur Untersuchung gefolgt. Aus ihren Stasi-Akten erfuhr sie nach der Wende, wer sie denunziert und damit für Wochen hinter die Gitter einer solchen Station gebracht hatte. Ja, so Florian Steger, auch im Westen gab es venerologische Stationen. Aber man fand nicht den geringsten Beleg dafür, dass hier jemand weggesperrt und mit schlimmen Untersuchungsmethoden umerzogen werden sollte.

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