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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Politik > G-20-Wissenschaftler übergaben Bundeskanzlerin Angela Merkel Gesundheits-Forderungen: Krankheiten kennen keine Grenzen >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 24.03.2017 um 16:25:02

G-20-Wissenschaftler übergaben Bundeskanzlerin Angela Merkel Gesundheits-Forderungen: Krankheiten kennen keine Grenzen

Die Wissenschaftsvertreter der G-20-Staaten am Mittwoch im Festsaal der Leopoldina bei der Übergabe des Papiers zur weltweit verbesserten Gesundheitsversorgung.    Die Wissenschaftsvertreter der G-20-Staaten am Mittwoch im Festsaal der Leopoldina bei der Übergabe des Papiers zur weltweit verbesserten Gesundheitsversorgung.
Foto: S. Christmann Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder)
Halle (sc). Dass die Leopoldina - die in Halle ansässige Nationale Akademie der Wissenschaften, die Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu aktuellen wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Fragen zu beraten hat - es geschafft hat, die G-20-Staaten für dieses Vorhaben unter einen Hut zu bekommen - schon allein das war Bundeskanzlerin Angela Merkel am vergangenen Mittwoch den Weg nach Halle wert. Denn unter der Federführung der Leopoldina ist ein Papier erarbeitet worden, in dem es um Empfehlungen und Forderungen zur Verbesserung der weltweiten Gesundheitsversorung geht. Sie sollen den 20 Staats- und Regierungschefs als Grundlage für ihre Beratungen auf ihrem Gipfeltreffen im Juli in Hamburg dienen. Denn, so die Bundeskanzlerin in ihrer Rede in Halle, globale Fragen würden globale Antworten benötigen. Infektionserreger, die Krankheiten verursachen, kennen keine Grenzen, also könne man, langfristig auch auf diesem Gebiet nicht auf Abschottung und Protektionismus setzen.

Die Wissenschaftler zeigen in dem Papier Strategien und Instrumente auf, wie Krankheiten effektiver bekämpft und die Gesundheitsverorgung verbessert werden kann. Es geht zum Beispiel um durch Viren mitversursachte Krebserkrankungen, stärkere Bemühungen beim Zugang zu Impfungen und medzinischen Geräten, um den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen und die globale Überwachung von Krankheiten und deren Ausbreitung. Die Ebola- und Zika-Epedemien in jüngster Zeit hätten gezeigt, dass eine Krankheit, die in einem Land ausbricht, auch weltweit für andere Länder erhebliche Folgen haben kann. Deshalb müsse die Vorsorge für künftige Ausbrüche von neuen oder wieder aufkommenden Krankheiten dringend verbessert werden.

Maßnahmen wie Impfungen, sanitäre Einrichtungen, Wasseraufbereitung und -versorgung sowie Abfallmanagement hätten bisher das Leben von Milliarden Menschen verbessert, aber weltweit sei die Umsetzung dieser Maßnahmen immer noch unzureichend. Zahlreiche Herausforderungen stünden guten Lebensbedingungen und der Gesundheit sehr oft entgegen: Armut, Ungleichheit, Bevölkerungswachstum, bewaffnete Konflikte, Vertreibungen, natürliche und von Menschen verursachte Katastrophen, Riesen-Städte, Gewalt, Verkehrs- und andere Unfälle, Umweltzerstörung und -verschmutzung und der Rückgang der Artenvielfalt.

Mit all dem soll und will man sich beim G-20-Gipfel im Juli befassen - die Wissenschaftler sind innerhalb eines eigens dafür geschaffenen Dialogforums „Science 20" mit  eingebunden. In einen kleinen Dialog traten die Wissenschaftler schon am Mittwoch mit der Kanzlerin. Ein Wissenschaftler wollte zum Beispiel von Angela Merkel wissen, was sie von der G-20-weiten Einführung eines Faches Gesundheit halte. Mit Blick hin zu Reiner Haseloff antwortete sie, dass sie in einem Land wirke, bei dem solche Entscheidungen nicht Bundes-, sondern Ländersache seien. Wie viel schwerer würde es da sein, das auch noch staatenübergreifend hinzubekommen.

Dass sie wenig von Zentralismus hält, kam auch in ihrer Antwort auf die Frage eines anderen Wissenschaftlers nach dem Verbot für Alkohol-Werbung zum Ausdruck. Man könne den Menschen ungesunde Lebensweisen nicht verbieten. Außerdem käme es ja hier auch auf die Dosis an und wenn man Alkoholwerbung verbiete, sei man sehr schnell auch beim Zucker und dem Verbot für Gummi-Bärchen-Werbung.

Das Thema Gesundheit steht im Juli übrigens zum ersten Mal auf der Tagesordnung eines G-20-Gipfels. Angela Merkel sagte dazu am Mittwoch: „Wenn wir noch einmal eine Pandemie von der Sorte der Spanischen Grippe bekämen, wie wir sie Anfang des 20. Jahrhunderts hatten, dann würde die Welt bei der Intensität der Vernetzung, wie wir sie heute haben, sehr schnell in einen sehr, sehr schwierigen Zustand kommen. Deshalb gehört ein Thema wie Gesundheit auf die Agenda der G 20."

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