Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die vorhergehende Ausgabe

E-Paper Archiv E-Paper Archiv
MZ Immobilien

Sehr geehrte Damen und Herren,


zur Zeit bereiten wir eine neue Anzeigenannahme vor.

Schicken Sie Ihre Anzeige bitte vorübergehend an folgende E-Mail-Adresse:
info@wochenspiegel-halle.de

Telefon: (0345) 130 10 0
Fax: (0345) 130 10 61
Wochenspiegel > Halle (Saale) > Politik > Glaucha ist derzeit Halles (Parkplatz)-Hölle auf Erden >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 06.09.2018 um 15:21:17

Glaucha ist derzeit Halles (Parkplatz)-Hölle auf Erden

Auch die Lerchenfeldstraße und die Lange Straße beherbergen derzeit einen wahren Parkverbots-Schilderwald. Die Anwohner können derweil sehen, wo sie mit ihren Autos bleiben. Die Stadt verdient satt an Knöllchen und Abschleppen.                                                                      Auch die Lerchenfeldstraße und die Lange Straße beherbergen derzeit einen wahren Parkverbots-Schilderwald. Die Anwohner können derweil sehen, wo sie mit ihren Autos bleiben. Die Stadt verdient satt an Knöllchen und Abschleppen.
Foto: S. Christmann
Halle (sc). Bisher haben wir ja immer gedacht, das Paulusviertel ist die schlimmste Parkhölle von Halle (und damit gleichzeitig für die Stadt die lukrativste Geldeinnahmequelle, weil hier Knöllchen am Fließband hinter die Windschutzscheiben gesteckt bzw. Wagen reihenweise abgeschleppt werden können).

Seit exakt dem 15. Mai 2018 ist das anders: mit der Vollsperrung der Albert-Schmidt-Straße und dem damit in Zusammenhang stehenden Einmündungsteil der Lerchenfeldstraße mussten wir unsere Meinung korrigieren. Glaucha, die südliche Innenstadt von Halle, ist die derzeit schlimmste Parkhölle von Halle. Denn die mit der Verlegung von Fernwärmeleitungen verbundenen Stra-ßen(abschnitts)sperrungen waren die berühmte Tropfen, die das Fass zum Überlaufen bringen. Spaßenshalber machten wir uns auf den Weg, um die mobil aufgestellen Parkverbotsschilder an den Straßenrändern zu zählen. Als wir bei 40 angekommen waren, haben wir entnervt aufgehört zu zählen. Und wir waren noch nicht mal zur Hälfte durch! Während man beispielsweise beim Umbau der Torstraße große Anwohner- und Geschäftsleute-Info-Veranstaltungen abhielt und Angebote machte, die den Betroffenen die Zeit der Bauarbeiten erträglicher machen sollten, genügt in Glaucha mittlerweile ein an die Haustüren geklebter Zettel, der Bauarbeiten und die damit verbundenen Parkverbote ankündigt.

Nun mag man im Falle der Albert-Schmidt-Straße sagen, die ist ja recht kurz und so viele Leute mit Auto wohnen dort gar nicht (immer noch steht dort die Hälfte der Häuser leer, was den einstigen Baubeigeordneten Friedrich Bussmann mal zu der Aussage veranlasste, das sei die hässlichste Straße von Halle). Die paar Betroffenen werden schon um die Ecke einen Parkplatz finden, sie haben ja Anwohnerparkausweise, die für das gesamte Viertel gelten. Die Realität ist aber: man kann hier um so viele Ecken fahren, wie man will - man stößt derzeit immer wieder nur auf Baustellen und die damit einhergehenden Parkverbotsschilder. Die meist auch dann noch dort stehen, wenn alle Bauarbeiten erledigt scheinen. Im Schnitt zwei Wochen nach Beendigung einer Baustelle dauert es, bis die Schilder hier wieder abgebaut werden.

Wo keine mobilen Schilder stehen, da wirken die temporären Parkverbote für die Tage und Zeiten, an denen Müllentsorgung bzw. Straßenreinigung anrücken. Montag dort, Dienstag hier, Mittwoch dort und Donnerstag wieder an einer anderen Straßenseite. All diese Parkverbote sollte man als Privatmensch tunlichst auch einhalten, denn was mit den Müllmännern und Straßenreinigern stets mit anrückt, sind die Knöllchendamen. Meist auch gleich noch mit den Abschleppunternehmen im Schlepptau. Wer von diesen aber nichts befürchten muss, sind die Auslieferungs-Laster jeglicher Art. Ob sie mitten auf der Straße oder in zweiter Reihe jemanden zuparken - das Ordnungsamt scheint ihnen Freibriefe ausgestellt zu haben. Denn wenn man als Zugeparkter beim Ordnungsamt anruft, bekommt man nach Nennung des Kennzeichens die Auskunft „Jaja, die kennen wir, die stehen nur kurz da, die sind schnell wieder weg." Was die Knöllchendamen vom Ordnungsamt allerdings nie „sehen": Jene, die ihr Auto, oft auch ihren Dienst-Transporter, direkt in der Kurveneinmüdung an Straßenkreuzungen abstellen und so allen anderen Verkehrsteilnehmern gefährlich die Sicht nehmen.

All das seien doch gewichtige Gründe genug, sein Auto abzuschaffen und auf andere Verkehrsmittel umzusteigen, meinen Sie, verehrte Leserinnen und Leser? Das funktioniert freizeittechnisch wirklich ganz gut, da haben Sie gewiss Recht. Aber es soll tatsächlich noch Leute geben, die aus den verschiedensten Gründen auf ihr Auto angewiesen sind und die keine Chance auf einen personengebundenen Stellplatz haben, ihr Auto am Straßenrand abstellen müssen. Und schließlich: Ziemlich viele Leute leben immer noch sehr gut von Autobesitzern: Autohäuser und Werkstätten, Pannenhilfsdienste, der Staat mit den von ihm erhobenen Steuern, Tankstellen und die Stadt mit ihrem Knöllchen- und Anwohnerparkausweiswesen. Für all diese ist im übrigen die südliche Innenstadt ein besonders ergiebiges Pflaster: denn die ist laut Statistischem Quartalsbericht der Stadt mit 115 Bewohnern pro Hektar (die Zahlen stammen von 2017) der am dichtesten besiedelte Stadtteil von Halle. Und eben auch jener Stadtteil, in dem mit knapp 7 000 die mit Abstand meisten PkW angemeldet sind. Kostenpflichtig natürlich.

Leserkommentare:


Andreas, Halle:
"Hallo, leider ist das in der Stadt nicht der einzige Brennpunkt, wo die Verkehrsplaner im Rathaus wenig Fingerspitzengefühl zeigten. Das Beispiel Thomasiusstraße verdeutlicht es ganz offiziell diese wird über Jahre komplett gesperrt anstatt die Straße in Abschnitten zu Bauen . Hier wissen die Leute auch nicht wo Sie parken sollen weder jetzt während der Bauphase noch nach der Fertigstellung wenn für die künftige Allee mehr als die hälfte der ehemals vorhandenen Parkplätze weg fällt . Danke"


Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Kontroverse Debatte im halleschen Stadtparlament: Wenn unter Punkt elf der Haushaltsplan 2020 "mitgeteilt" wird Kontroverse Debatte im halleschen Stadtparlament:  Wenn unter Punkt elf   der Haushaltsplan 2020 Halle (S. Christmann). Der Haushaltsplan einer Stadt gehört zum Wichtigsten, was die hauptamtliche Stadtverwaltung und die ehrenamtlich arbeitenden...
Anzeige
Globus Halle
Die Silberhöhe steckt voller Widersprüche Die Silberhöhe steckt voller Widersprüche Die Mitglieder des Forums Silberhöhe arbeiten daran, den Stadtteil in Halles Süden lebenswerter zu gestalten. Trotz vieler Bemühungen...
Anzeige
9. November 2019 - auch in Halle überschlugen sich vor 30 Jahren die politischen Ereignisse: Schlagstockeinsatz und Verhaftungen 9. November 2019 - auch in Halle überschlugen sich vor 30 Jahren die politischen Ereignisse: Schlagstockeinsatz und Verhaftungen  Halle (S. Christmann). Die mit Farbe beschmierte Figur des Kleinen Trompeters, ein Transparent, ein paar Fotos von Versammlungen, eine alte Schreibmaschine und...
Anzeige
Saalekids