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Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 05.09.2018 um 14:37:20

„Interventionistische Linke“ überklebte Straßenschilder mit Namen von NSU-Opfern: Ausgerechnet Bebel und Lohmann!

An dieser Straßenecke wollte die Bürgerstiftung am Mittwoch das Zusatzschild mit Informationen über Willy Lohmann anbringen. Die Stadt hat das mit dem Namen „T. Boulgarides-Straße“ überklebte Straßenschild umgehend entfernen lassen. An dieser Straßenecke wollte die Bürgerstiftung am Mittwoch das Zusatzschild mit Informationen über Willy Lohmann anbringen. Die Stadt hat das mit dem Namen „T. Boulgarides-Straße“ überklebte Straßenschild umgehend entfernen lassen.
Foto: S. Christmann
Halle (sc). Als die Redaktion die Mail von der Verschiebung des Termins am heutigen Mittwoch zur Anbringung des Straßenzusatzschildes in der Willy-Lohmann-Straße am Dienstag erreichte, war die von der Stadt beauftragte Firma schon dabei, die betreffenden Schilder im Paulusviertel und in benachbarten Straßen abzumontieren.

Was war passiert? Wie sich herausstellte, hatten Unbekannte - vermutlich im Auftrag der „Internationalistischen Linken" (IL) - diverse Straßenschilder mit Namen von NSU-Opfern überklebt. So hieß die Willy-Lohmann- nun T.-Boulgarides-Straße oder der August-Bebel- jetzt Habil-Kilic-Platz. Der Termin war bewusst gewählt - am heutigen Mittwoch stand in München die Urteilsverkündung im NSU-Prozess an.

Wie die IL in einem an diverse Medien verschickten Schreiben später erklärte, war die Aktion nicht auf Halle beschränkt. In mehr als 20 Städten seien über 200 Straßen auf die gleiche Weise mit Namen von NSU-Opfern versehen worden. Es seien dabei bevorzugt Straßen ausgesucht worden, die NS-belastete Na-men trügen und deren Umbenennung überfällig sei. Willy Lohmann NS-belastet? Der Schul-Beamte und Politiker wurde im Juli 1932 von den Nationalsozialisten in Köthen als erster höherer Beamter Deutschlands aus dem Dienst entlassen und nach Dessau strafversetzt. Dort war er Leiter einer Mädchen-Mittelschule und durfte keine Ehrenämter und politischen Funktionen mehr ausüben.

Auch August Bebel steht bis heute bei wirklich keinem im Verdacht, dem Hitlerregime (1933 bis 1945) irgendwie gedient zu haben. Der Begründer der deutschen Sozialdemokratie (!) - im Volksmund oft auch „Kaiser Bebel", „Gegenkaiser" oder „Arbeiterkaiser" " genannt - ist nämlich bereits am 13. August 1913 in Passugg in der Schweiz verstorben. Noch weiter von der NS-Ära entfernt - rein zeitlich gesehen - sind die beidenSchriftsteller und Dichter Joseph Victor von Scheffel (1826 bis 1886) und Ludwig Uhland (1787 bis 1862), deren Straßenschilder in Halle auch mit einem NSU-Opfer-Namen überklebt worden waren.

Die Bürgerstiftung hat den Termin mit dem Anbringen des Straßenzuschatzschildes in der Willy-Lohmann-Straße deshalb in den August verschoben, weil sich am Mittwoch aufgrund der IL-Aktion keiner mehr für die hallesche Geschichte und Willy Lohmann, sondern nur noch für diese Aktion interessiert hätte, wie eine Sprecherin gegenüber dem Super Sonntag erklärte.

Die Stadt hat Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Immerhin seien etwa 50 Schilder überklebt worden. Und zwar derart heftig klebend, dass man die Schilder abmontieren und in einer Werkstatt reinigen müsse. Am Donnerstag will man die Schilder wieder anbringen.

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