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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Politik > Weltweit größter Wärmespeicher dieser Bauart im Kraftwerk Dieselstraße ist fertig: Riesen-Thermoskanne in Betrieb genommen >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 20.09.2018 um 20:59:28

Weltweit größter Wärmespeicher dieser Bauart im Kraftwerk Dieselstraße ist fertig: Riesen-Thermoskanne in Betrieb genommen

Auf 45 Metern Höhe ragt der leuchtend orangefarbene Wärmespeicher im Kraftwerk Dieselstraße in die Höhe.   Auf 45 Metern Höhe ragt der leuchtend orangefarbene Wärmespeicher im Kraftwerk Dieselstraße in die Höhe.
Foto: S. Christmann
Halle (sc). Auch wer im Physikunterricht nur mit halbem Ohr hingehört hat, versteht das Thermokannen-Prinzip: der mit Flüssigkeit befüllt Behälter kann durch seine Konstruktion (Wärmeleitung, Wärmeströmung und Wärmestrahlung von innen nach außen bzw. von außen nach innen werden klein gehalten) eben jene Flüssigkeit über längere Zeit warm (oder auch kalt) halten.

Im Falle der „Riesen-Thermoskanne", die am vergangenen Mittwoch in Halle im Kraftwerk Dieselstraße in Betrieb ging, wird die Flüssigkeit, also Wasser, warm gehalten. Insgesamt 50 000 Kubikmeter oder anders ausgedrückt die Füllmenge von etwa
250 000 Badewannen. Damit hat man, wie Kraftwerksleiter Hans-Ulrich Thiel ausführte, die Möglichkeit, die bei der Strom-erzeugung auftretenden, zum Teil recht großen Schwankungen auszugleichen.

Wenn man denn wie die Energieversorgung Halle (EVH) auf die moderne Kraft-Wärme-Technik (gekoppelte Produktion von Strom und Wärme) setzt. Denn der Anteil Strom, der in Deutschland auf der Basis von Wind und Sonne erzeugt wird, wächst ständig und so passiert es auch immer häufiger, dass es Zeiten gibt, in denen mehr Strom zur Verfügung steht, als gerade gebraucht wird. In Form von Wärme können diese nun in Halle in der „Riesen-Thermoskanne" zwischengelagert werden, bis sie dann wieder gebraucht werden. Erzeugen Sonne und Wind mal nicht so viel Strom, wie gebraucht wird, sorgt dafür, dass die geforderten Energiemengen bereitgestellt werden. So kann man zum einen die regenerativ erzeugte Energie ziemlich optimal ausnutzen und zum anderen wird so die notwendige Stabilität im Netz mit hergestellt.

Bevor die EVH an der Dieselstraße diesen großen Wärmespeicher mit 40 Metern Durchmesser und insgesamt 45 Metern Höhe gebaut hat, wurde das Prinzip schon mal „geübt". An einem kleineren Behälter von 22 Metern Höhe und gleichem Durchmesser, der seit 2006 in Betrieb ist. Er wurde damals gebaut, um vor allem die Preis- und Bedarfsschwankungen zwischen Tag und Nacht auszugleichen.

Das „Risiko" von rund 10 Millionen Euro für den Bau der „Riesen-Thermoskanne" konnte und wollte die EVH auch nur deshalb eingehen, weil die Partner der Energie-Initiative Halle (zunächst 21 größere Firmen und Einrichtungen in Halle, zu denen am Mittwoch fünf weitere hinzukamen) dem Versorger auch garantieren, dass genügend Strom und Wärme abgenommen wird. Das liest sich leichter, als es getan ist. Weiß Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert. Die sagte am Mittwoch, dass es derzeit oft noch so ist, dass viele einzeln für sich etwas für den Schutz des Klimas und der Umwelt tun würden (wollen), aber es kaum so wie bei der Energie-Initiative Halle sei, dass dabei alle an einem Strang zögen. Vor zwei Jahren gegründet ging es damals vor allem darum, die Fernwärme attraktiv und ihren Absatz stabil zu halten. Inzwischen wächst der Absatz. 2017 habe es 40 neue Anschlüsse an das bestehende Fernwärmenetz gegeben, für 2018 seien 80 absehbar.

Auf diesem Weg soll es weiter gehen. Bis 2022 soll das Fernwärmenetz im halleschen Süden weiter verdichtet werden. Dass die EVH und die Partner der Energie-Initiative dabei auf dem richtigen Weg sind, zeigt dieser Fakt: Kurz vor dem Sommer wurde die hallesche Fernwärme mit dem bestmöglichen Primärenergiefaktor (Faktor zur Bewertung unterschiedlicher Energiearten, bei dem das Verhältnis der Mengen von Primärenergie und End-energie gewichtet wird) von optimalen 0,0 zertifiziert.

Nach dem Bau der „Riesen-Thermoskanne" will die EVH bis 2020 weitere 100 Millionen Euro in die Modernisierung des jetzt Energiepark genannten Krafwerkes Dieselstraße stecken, z. B. in die modernste Gasturbienen-Technologie. Weitere 20 Millionen Euro will man in das Kraftwerk Trotha stecken. Für die Hallenser wird es sich künftig optisch lohnen, mal am Kraftwerk Dieselstraße vorbeizufahren. Denn künftig soll die „Riesen-Thermoskanne" bei Dunkelheit beleuchtet werden: Rot, wenn der Speicher beladen und grün, wenn er entladen wird.

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