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Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 05.02.2019 um 16:12:09

Ratsbeschluss zum „Schorre“-Erhalt: Nichts als eine bloße Resolution?

Noch darf getanzt werden in der Schorre. Doch für wie lange? Noch darf getanzt werden in der Schorre. Doch für wie lange?
Foto: S. Christmann
Von Susanne Christmann

Den Zahn zog Oberbürgermeister Bernd Wiegand den Antragsstellern vor einer Woche auf der Januar-Stadtratstagung kühl: „Das ist eine Resolution. Mehr ist Ihr Antrag nicht." Und schob gleich noch eines seiner Lieblingsargumente, warum auch hier der Verwaltung die Hände gebunden seien, hinterher: der übertragene Wirkungskreis, sprich, hier sei man nur ausführende Stelle, entscheiden tun andere (z. B. die Denkmalschutzbehörde).

Es geht um den Erhalt der „Schorre" in der Willy-Brandt-Straße, die die meisten Hallenser als Tanz- und Konzerttempel kennen. Historische Bedeutung hat das Haus durch einen Parteitag im Jahre 1890 im damaligen „Hofjäger", auf dem sich die SPD ihren bis heute gültigen Namen gab. Was nicht zuletzt auch einer der Gründe war, die einstige Philipp-Müller- in Willy-Brandt-Straße umzubenennen. Die SPD-Fraktion stellte also den Antrag, die Verwaltung solle alle Möglichkeiten prüfen, um den Abriss durch den Investor aus Leipzig zu verhindern, der auf dem Gelände neu für Seniorenwohnungen bauen will. Dieser Antrag bekam dann auch eine Mehrheit.

Aber nicht ohne vorherige Nadelstiche in Richtung SPD-Fraktion. Diese sei es schließlich auch mit gewesen, die 2010 dem Verkauf der Immobilie zugestimmt habe, schlug CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Scholtysseck eine Wunde. Tom Wolter von den Mitbürgern streute Salz hinein: 30 Jahre lang hätte die SPD sich nicht für die „Schorre" interessiert, da könne man heute den Eigentümer nicht zwingen, ein Museum draus zu machen. Schadenfreude blitzte bei Christian Feigel von den Grünen auf: „Ich sage nur: Augen auf beim Grundstücksverkauf!" Über 2 000 Unterschriften von Hallensern hat dagegen Rainer von Sivers für seine Petition gesammelt. Noch bis zum 10. Februar liegen dafür Listen in diversen Geschäften aus. Man kann nämlich jetzt schon sagen, dass der Erhalt der „Schorre" als Kulturzentrum kein bloßer SPD-, sondern der Wunsch sehr vieler Hallenser ist.

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