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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Politik > Idee eines Denkmals für den Philosophen und Aufklärer Christian Wolff nimmt Gestalt an: Bildhauer Bernd Göbel soll Bronze-Skulptur schaffen >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 11.04.2019 um 11:00:51

Idee eines Denkmals für den Philosophen und Aufklärer Christian Wolff nimmt Gestalt an: Bildhauer Bernd Göbel soll Bronze-Skulptur schaffen

Der Platz neben dem Stadtmuseum - Christian Wolffs einstiges Wohnhaus in Halles Professoren-Straße  - ist wie gedacht für ein Denkmal für den großen Philosophen, der zu den größten Persönlichkeiten der Stadt (aller Zeiten) zählt.       Der Platz neben dem Stadtmuseum - Christian Wolffs einstiges Wohnhaus in Halles Professoren-Straße - ist wie gedacht für ein Denkmal für den großen Philosophen, der zu den größten Persönlichkeiten der Stadt (aller Zeiten) zählt.
Foto: S. Christmann
Halle (S. Christmann). Es ist schon ein wenig verwunderlich: da kann sich die Stadt Halle auf das langjährige Wirken des Begründers der europäischen Aufklärung berufen, aber nirgends findet sich in der Saalestadt ein Denkmal für den großen Philosophen Christian Wolff (1679 - 1754).

Immerhin trägt das hallesche Stadtmuseum, das in Wolffs Wohnhaus eingerichtet wurde, seinen Namen, aber sonst? Die Idee, Wolff heute ein würdiges Denkmal zu setzten, existiert daher nicht erst seit heute, schon 2016 versuchte eine Initiativgruppe um die emeritierten Professoren der Martin-Luther-Uni Jürgen Stolzenberg und Hans-Joachim Kertscher (hat jüngst eine neue Biographie Wolffs vorgelegt) dieses Projekt dem Stadtrat anheimzulegen. Passiert ist seitdem wenig, denn wie immer muss für die Verwirklichung erstmal die äußerst hohe Hürde der Finanzierung genommen werden.

Etwa 60 000 Euro würden dafür insgesamt gebraucht. Halles hoch angesehener (und hoch dekorierter!) Bildhauer-Professor Bernd Göbel hat sich bereiterklärt, eine etwa zwei Meter hohe Bronze-Statue von Wolff zu schaffen, die dann auf dem Platz am Kleinen Berlin vor dem einstigen Wohnhaus von Wolff aufgestellt werden soll. Für 2 000 Euro würde Göbel zunächst einen Entwurf fertigen. All das berichteten Stolzenberg und Kertscher am vergangenen Dienstag in der öffentlichen Runde der Beigeordneten, zu der sie von Oberbürgermeister Bernd Wiegand eingeladen wurden.

Die Beigeordneten signalisierten ihre Unterstützung, bei der Sposnorensuche mitzuhelfen. Bildungsbeigeordnete Ka-tharina Brederlow will das Christian-Wolff.Gymnasium mit ins Boot holen. Gegen den Platz der Aufstellung des Denkmals am Kleinen Berlin neben dem einstigen Wolff‘schen Wohnhaus gibt es auch keine Bedenken. Finanziell kann die Stadt, so ulturbeigeordnete Judith Marquardt, mit einer kleinen Finanzspritze aus dem Topf der Kulturförderung für Vereine helfen, ansonsten muss die Summe über Sponsoren eingeworben werden.

Christian Wolff wurde in Breslau geboren und hat aber die meiste Zeit seines (Berufs)lebens in Halle gewirkt. Er war Philospophie- und Mathematik-professor an der halleschen Uni und hielt als einer der ersten Professoren Deutschlands seine Vorlesungen nicht auf Latein, wie damals üblich, sondern auf Deutsch. Weil er sich mit seinen Vorlesungen über die „praktische Philosophie der Chinesen" (Konfuzius) den großen Ärger der Pietisten um August Hermann Francke (der war damals Dekan der Theologischen Fakultät) einhandelte, ließ ihn Preußens damaliger König Friedrich Wilhelm I. aus Halle werfen. Wolff ging nach Marburg.

17 Jahre später kam er mit dem Segen von Preußens König Friedrich II. zurück nach Halle. Triumphal! Europa huldigte Wolff in kaum vorstellbarer Weise. 1741 machte ihn Friedrich der Große zum Kurator aller Preußischen Universitäten, 1743 ernannte er ihn zum Kanzler der Universität Halle. Am 10. September 1745 wurde er auf Veranlassung des Jesuiten Stadler in den Reichsfreiherrnstand erhoben, so dass er von nun an den Titel eines Barons trug. 1752 schließlich wurde er Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Bologna. Er kaufte das Haus in der Großen Märkerstraße, das zum Zentrum der Philosophie und Wissenschaft in Halle avancierte. 1743 wurde Wolff Kanzler der halleschen Uni. Am 9. April 1754 starb Wolff in seinem Wohnhaus in Halle. Wo er genau begraben ist, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
 

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