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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Politik > Bewohner des Thaer-Viertels leiden unter nächtlichen Lärm auf den Bahngleisen: Krach wie in der Disco >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 11.04.2019 um 20:14:06

Bewohner des Thaer-Viertels leiden unter nächtlichen Lärm auf den Bahngleisen: Krach wie in der Disco

Die Gutachter haben ganz genau gemessen. Bewohner des Thear-Viertels erleben zwei bis dreimal in der Stunde in der Nacht Krach wie in der Disco.                                    Die Gutachter haben ganz genau gemessen. Bewohner des Thear-Viertels erleben zwei bis dreimal in der Stunde in der Nacht Krach wie in der Disco.
Foto: S. Christmann
Halle (S. Christmann). Die Gutachter haben es ganz genau gemacht. Sie haben sich ein unbewohntes Haus in der Volhardstraße 5 rausgesucht und dann wurde des nächtens bei offenem Fenster gemessen, was an Zuglärm auf die Bewohner des Thaer-Viertels tatsächlich einströmt. 72 Anwohner hatten sich zuvor über den neu dazu gekommenen Lärm der Zugbildungsanlage beschwert. Vor dem Hintergrund, dass die Anlage jetzt noch nicht zu hundert Prozent voll ausgelastet arbeitet, fordern sie mehr und besseren Schallschutz ein.

Zwischen zwei und fünf Uhr maßen die Gutachter durchschnittlich 53 Dezibel. Die Planer der Zubildungsanlage waren einst von knapp 47 Dezibel ausgegangen. Was aber richtig reinhaut, sind die sogenannten „Spitzen", die zwei- bis dreimal in der Stunde ausschlagen und zwar bis auf 90 Dezibel! Da kann kein Mensch mehr schlafen, denn das sind Lärmpegel, wie sie in einer Diskothek üblich sind.

Trotzdem hat sich die Bahn an die gesetzlichen Vorgaben gehalten. Denn solche Spitzenwerte muss man in die Berechnung der gesetzlichen Lärmschutzwerte nicht mit einbeziehen. Hinzu kommt, dass die hohen Werte auch dadurch zustande kommen, dass sich die Schallimmissionen aus verschiedenen Quellen summieren würden. Zu denen von der Zugbildungsanlage kommen die von den Gleisen der Bahnstrecken nach Berlin und Magdeburg hinzu.

Es muss also etws unternommen werden, denn die 90 Dezibel, so der Oberbürgermeister, seien unzumutbar. Baubeigeordneter Renè Rebenstorf soll und will unverzüglich mit der Deutschen Bahn darüber sprechen, welche zusätzlichen Maßnahmen zur Lärmreduzierung diese noch ergreifen kann. Bis Juli wird an einer Lärmschutzwand gebaut. Aber man könne auch noch mehr tun, so Rebenstorf, als gesetzlich vorgeschrieben sei.
 

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