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Wochenspiegel > Halle (Saale) > Politik > Erfahren bahnlärmgeplagte Anwohner im Thaerviertel eine Linderung? Lärmschutzwand Ende Juli fertig >
Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 23.07.2019 um 12:00:11

Erfahren bahnlärmgeplagte Anwohner im Thaerviertel eine Linderung? Lärmschutzwand Ende Juli fertig

Vier Meter hoch ist die neue Lärmschutzwand, die die Bahn bis Ende Juli zum Schutz der Thaerviertel-Bewohner bauen lässt. Ob sie die großen Erwartungen auch erfüllen kann, bleibt abzuwarten. Vier Meter hoch ist die neue Lärmschutzwand, die die Bahn bis Ende Juli zum Schutz der Thaerviertel-Bewohner bauen lässt. Ob sie die großen Erwartungen auch erfüllen kann, bleibt abzuwarten.
Foto: S. Christmann
Halle (S. Christmann). Lärmspitzenwerte von bis zu 90 Dezibel und das zwei- bis dreimal in der Stunde in der Nacht hatten die Gutachter gemessen im Thaerviertel - in einem unbewohnten Haus in der Wolhardstraße 5 bei nächtlich offen gelassenem Fenster. Solche Lärmpegel entsprechen in etwa denen in einer Diskothek. Dass dabei kaum an geruhsamen Schlaf zu denken  ist, kann sich jeder vorstellen. Aber: solche „Spitzen“ muss keiner in die gesetzlich vorgeschriebenen Berechnungen der Lärmschutzwerte einbeziehen. Trotzdem hatte  die Stadt im April dieses Jahres in der öffentlichen Beigeordnetenrunde festgestellt, dass etwas zu unternehmen sei, weil diese 90 Dezibel einfach unzumutbar seien.

Jetzt, Mitte Juli, ist die vier Meter hohe Lärmschutzwand, die die Bahn zwar nicht wegen der neuen Zugbildungsanlage, sondern wegen des Lärms durch den Betrieb der Zugstrecken nach Berlin und Magdeburg gebaut hat, fast fertig. Ende Juli soll sie gänzlich fertiggestellt sein. Und dann hoffen sowohl die  Stadt (Baubeigeordneter René Rebenstorf in der Beigeordnetenrunde am vergangenen Dienstag), als auch der Bauverein Halle-Leune (ihm gehören im Thearviertel 26 Mehrfamilienhäuser), dass die Schallschutzwand auch gegen den Lärm der Zugbildungsanlage wirken möge. Auch wenn diese ihren vollen Betrieb wohl erst Mitte 2020 erreichen werde und man erst dann die tatsächliche  Lärmbelastung für die Anwohner ermitteln könne.

Die Bahn, die  als weitere Maßnahme gegen den Lärm acht Gleise ständig auf Rillenbildung überprüft und diese gegebenenfalls abschleifen lässt, will keine weiteren Schallschutzmaßnahmen treffen, als jene, die sich aus dem Gutachten ergeben haben. 16 Gebäude im Thaerviertel - von insgesamt 222 entlang der Bahn-Neubaustrecke - hätten demnach einen Anspruch auf passiven Schallschutz (z. B. spezielle Fenster). Mit  der Lärmschutzwand verbinden sich also gewaltige Hoffnungen. Ob  sie diesen auch gerecht werden kann?

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