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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 22.08.2014 um 08:00:10

Störtebeker kämpft auf wirren Pfaden

Klaus Störtebeker (Bastian Semm) und Elisabeth (Anna Lena Class). Klaus Störtebeker (Bastian Semm) und Elisabeth (Anna Lena Class).
Foto: Störtebeker Festspiele
Ralswiek (red). Wieder einmal ist die Insel Rügen in Piratenhand. Seit dem 21. Juni entert Freibeuter Klaus Störtebeker allabendlich (außer sonntags) bis zum 6. September die Naturbühne in Ralswiek.

Blondschopf Bastian Semm verkörpert in der zweiten Spielzeit den Piratenhauptmann. Im vorigen Jahr feierte der "Neue" seinen furiosen Einstand bei den Störtebeker Festspielen. In einem rasanten Theaterstück mit vielen Effekten eroberte die neue Besatzung (Semm war nicht die einzige Neubesetzung) die Herzen der Zuschauer. Mehr als 340.000 Gäste sollen im Sommer 2013 gewesen sein.  

Entsprechend hoch die Erwartungen für 2014.

Gut viertel nach Acht - Intendant Peter Hick hatte die Festspiele gerade für eröffnet erklärt - ritt Störtebeker am Premierenabend von links auf der 70 Meter breiten Bühne ein. Umschlungen vom effektvollen Nebel der Geschichte.

Kurz danach schallte das für dieses Sommertheater bekannte Knall-Bumm-Peng das erste Mal über die Bühne. Flammen schlugen hoch, Stuntmen fielen aus riesiger Höhe und wurden spektakulär in Brand gesetzt.

Ein hoffnungsvoller Anfang für die aktuelle Episode "Gottes Freund". Regisseur Peter Dehler mühte sich, die historisch verankerte Geschichte plausibel ans zuschauende Abenteuervolk heranzutragen. 

Ein Großteil des Publikums konnte den Pfaden leider nicht folgen. Als zu verworren und nicht ganz schlüssig empfanden Premierenbesucher die erzählte Geschichte.

In der Tat fügt der Regisseur derart viele Handlungsstränge in das Gesamtgeschehen ein, dass es einem abenteuerlustigen Urlauber und nicht "geübten" Theaterbesucher schwer fällt, dem Ganzen noch zu folgen.

Von außen betrachtet stand Regisseur Dehler wohl vor dem Problem, etliche Darsteller und Vorgaben in das enge Handlungskonzept hineinzuzwängen, sodass der Rote Faden etwas auf der Strecke blieb. Da musste ein gerissener Lübecker Kaufmann samt Sohn ins Spiel gebracht werden, Störtebekers Liebesszenen durften nicht fehlen und die Hungersnot in der Feste Stockholm bekam einen Block. Schlussendlich galt es noch, die zahlreichen pyrotechnische Effekte unterzubringen. 

Gute schauspielerische Leistungen des Ensembles haben am Ende noch ein ansehnliches und unterhaltsames Theaterstück daraus gemacht. An dessen Ende sich die Zuschauer an die atemberaubenden Knall-Bumm-Peng-Effekte, an ein spitzenmäßiges Bühnenbild, an die komischen Auftritte eines sächselnden Kochs aus Thüringen und an ein bombastisches Feuerwerk am Ende erinnern. Und natürlich an Lippi, den Balladensänger.

Hochkultur erwartet keiner bei den Störtebeker Festspielen. Deshalb dürfte diese Sommerinszenierung am Großen Jasmunder Bodden - trotz dünn zusammengestrickter Handlung - auch 2014 zahlreiche Besucher anziehen.

Der Premierenapplaus jedoch fiel verhaltener aus als sonst. Wenn nicht Hauptdarsteller Bastian Semm noch für den Höhepunkt des Abends sorgte. Er hielt vor gut 8.000 Zuschauern um die Hand von Schauspielerkollegin Claudia Gaebel an. Beide lernten sich voriges Jahr bei den Festspielen kennen und lieben. Viel Glück!


Kurzfassung der Geschichte von „Gottes Freund“

Wir schreiben das Jahr des Herrn 1393. Drei lange Jahre währte nun schon der Krieg zwischen Mecklenburg und Königin Margarete von Dänemark. Es geht um Schweden. Drei Jahre trotzt nun die Festung Stockholm, als Mecklenburgs letzte Bastion, allen Angriffen der Dänenkönigin. Hat sie Stockholm, dann hat sie Schweden und kann sich die dritte Krone auf ihr stolzes Haupt setzen.

Doch das mecklenburgische Herrscherhaus vergibt Kaperbriefe an alle, die der „Dänenkönigin“ schaden und der eingeschlossenen Feste Hilfe bringen wollen. So sammeln sich um Klaus Störtebeker und Goedeke Michels mutige Seefahrer, welche die Blockade vor Stockholm durchbrechen wollen. Auf ihnen ruhen Stockholms wie Mecklenburgs letzte Hoffnungen. „Gottes Freund und aller Welt Feind“, so hallt ihr Schlachtruf über die See!

Der Osten - sprich Mecklenburg, ist Goldgräber Land. Hier sind die Gesetze und Richtlinien der Hanse außer Kraft gesetzt. Das bewegt den Lübecker Kaufmann Westhoff den Schwerpunkt seines Handels nach Wismar zu verlegen, verspricht doch der Handel mit der Kaperware der Piraten enorme Gewinne. Kaufmann Westhoff, der in der Abfolge unserer Geschichte den gewissenlosen Kaufmann Langendoorp ersetzt, zeigt die sich ewig wiederholende Geschichte unserer Menschheit auf. Ob gut oder böse, alle Facetten des Handelns in der Geschichte der Menschen wachsen nach und sterben nie aus.

Störtebeker und Goedeke, gerade von einer Fahrt von Stockholm zurück, werden von der Landesherrin Herzogin Ingeborg in Wismar aufgesucht und beauftragt, sie zu den Verhandlungen um die Feste Stockholm zu begleiten. Goedeke und Magister Wigbold folgen dieser Aufforderung. Klaus bleibt zurück, bereitet die nächste Versorgungsreise für Stockholm vor.

Die Mission von Herzogin Ingeborg endet im Fiasko. Goedeke wird in Ketten gelegt und Ingeborg tritt ohne Hoffnung auf eine Veränderung ihre Heimreise an.

Zu allem Überdruss gärt es in der Feste. Denn nicht nur Mecklenburger, auch Schweden hatten auf Albrecht, den in Gefangenschaft geratenen König von Mecklenburg, ihren Eid geschworen. Jetzt hungern sie gemeinsam in der Feste. Aber - Margaretes Angriffe bleiben erfolglos. Dies verleiht den Mecklenburgern Mut zum Durchhalten - treibt die Schweden aber zur Weißglut, halten sie doch die Festung gegen die eigenen Landsleute und leiden Hunger.

Der Befehlshaber der Festung, Albrecht von Pecatel, sieht sich nicht nur mit einem möglichen Aufstand in der Feste konfrontiert, sondern auch mit einer alle Festungsmauern sprengenden gewaltigen Bombarde, die der gewissenlose Lübecker Kaufmann Westhoff der dänischen Königin liefert.

Aber die Königin hat ihre Rechnung ohne Klaus Störtebeker gemacht. Er bringt die Königin und die gewaltige Bombarde in seine Gewalt. In einem Kampf auf Leben und Tod mit Margaretes Heerführer Swarte Skaaning, glaubt Klaus Störtebeker, ein schonendes und schnelles Ende des Krieges herbeiführen zu können.

Störtebeker gewinnt, jedoch gibt Margarete weder Schweden, noch den gefangenen König Albrecht, frei.
So kann Störtebeker nur für einen Wimpernschlag der Geschichte die Niederlage Mecklenburgs verhindern und die Feste Stockholm retten.

Denn noch drei weitere Jahre sollten die Männer um Goedeke Michels und Klaus Störtebeker die Blockade um die eingeschlossene Feste Stockholm durchbrechen müssen, um die verbliebenen Mecklenburger mit Vitalien, Ausrüstung und Waffen zu versorgen. Dann wurden die Mecklenburger Häfen Wismar, Rostock und Ribnitz auf Druck der Allianz geschlossen.


Besetzung von „Gottes Freund“
  • Klaus Störtebeker: Bastian Semm
  • Goedeke Michels: Andreas Euler
  • Kurzer, Pirat: Thomas Kornack
  • Bootsmann und Rattenfänger: Thomas Linke
  • Meister Hugo & Betrunkener Charles Lemming
  • Magister Wigbold, Piratenhauptmann: Mathias Engel
  • Königin Margarete von Dänemark: Daniela Kiefer
  • Swarte Skaaning, der Heerführer: Margaretes Mario Ramos
  • Herzogin Ingeborg von Mecklenburg: Patricia Schäfer
  • Fronica, Wirtin des „Goldenen Horn”: Karin Hartmann
  • Elisabeth, Langendoorps Tochter: Anna Lena Class
  • Albrecht von Pecatel, Festungskommandant von Stockholm: Norbert Braun
  • Lars Larsson, sein Widersacher in der Festung: Mike Hermann Rader
  • Hinrik Westhoff, Lübecker Kaufmann: Hans H. Steinberg
  • Edwin Westhoff, sein Sohn: Marco Matthes
  • Johann Bantzkow, Wismaraner Kaufmann: Neithardt Riedel
  • Balladensänger: Wolfgang Lippert

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