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Wochenspiegel > Köthen > Feierliche Eröffnung der ICE-Neubaustrecke Erfurt - Leipzig/Halle >
Ralf Penske Ralf Penske
aktualisiert am 10.12.2015 um 15:28:56

Feierliche Eröffnung der ICE-Neubaustrecke Erfurt - Leipzig/Halle

Einzigartig: Die beiden ICE „Erfurt“ und „Halle“ während ihrer mehr als 100 Kilometer langen Parallelfahrt mit 225 Stundenkilometern (Foto aus dem ICE „Halle“) zum Hauptbahnhof Leipzig. Einzigartig: Die beiden ICE „Erfurt“ und „Halle“ während ihrer mehr als 100 Kilometer langen Parallelfahrt mit 225 Stundenkilometern (Foto aus dem ICE „Halle“) zum Hauptbahnhof Leipzig.
Foto: Ralf Penske Galerie (12 Bilder) Galerie (12 Bilder) Galerie (12 Bilder) Galerie (12 Bilder) Galerie (12 Bilder) Galerie (12 Bilder) Galerie (12 Bilder) Galerie (12 Bilder) Galerie (12 Bilder) Galerie (12 Bilder) Galerie (12 Bilder) Galerie (12 Bilder)
Die Fahrzeiten verkürzen sich um die Hälfte. In diesem Punkt wird der Zug zur echten Alternative zum Auto und Flugzeug.

Halle (rp).
Als sich am Mittwoch um 11.20 Uhr der ICE 9501 „Halle“ auf dem halleschen Hauptbahnhof in Bewegung setzte, begann für die Deutsche Bahn eine neue Zeitrechnung und es war zugleich der Abschluss eines Bauvorhabens der Superlative.
Mit der Zugfahrt Halle - Erfurt - Leipzig wurde das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8.2 in Betrieb genommen. Die 123 Kilometer Neubaustrecke ermöglicht Geschwindigkeiten bis zu 300 km/h und erforderte ein Investitionsvolumen über 2,7 Milliarden Euro, das durch Bund, Europäische Union und die Deutsche Bahn AG erbracht wurde.

Auf dem Hauptbahnhof in Halle lobte Ministerpräsident Haseloff das Verkehrsprojekt. „Es macht unser Land stärker, denn es fördert die wirtschaftliche Entwicklung und Mobilität im ganzen mitteldeutschen Raum“, sagte der Regierungschef.  „Gute Infrastrukturen und schnelle Erreichbarkeit sind wichtige Wachstumsfaktoren, nicht nur die angeschlossenen Städte selbst, sondern die ganze mitteldeutsche Region profitiert von den besseren Reisemöglichkeiten“, erklärte Sachsen-An-halts Ministerpräsident.

Darüber hinaus stellte er fest: „Noch mehr freue ich mich aber über den Umstand, dass mit diesem Verkehrsprojekt ein weiteres Mal die innere Einheit Deutschlands vorangetrieben wird.“ Auf der Fahrt von Halle nach Erfurt, die auf der Neubaustrecke nur noch 35 Minuten dauert, wurden mit dem Osterberg-, Bibra- und Finnetunnel drei Tunnelbauwerke mit einer Gesamtlänge von 15,4 Kilometern sowie sechs Talbrücken mit einer Gesamtlänge von 14,4 Kilometern passiert.

Bautechnisches Glanzstück ist dabei die 6.8 Kilometer lange Saale-Elster-Talbrücke zwischen Schkopau und Halle. Sie ist damit die längste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Hier verzweigen die Strecken nach Halle und Leipzig. Und noch etwas ist einzigartig: Signalanlagen sucht man entlang der Trasse vergeblich. Mit dem European Train Control System, kurz ETCS, und dem Funksystem GSM-R werden die Daten über Funk zwischen Zug, Betriebszentrale und Transpondern im Gleis übermittelt.
Nach der Ankunft in Erfurt ging es 15 Minuten später zurück nach Leipzig.

Gleichzeitig mit dem ICE „Halle“ nahm der ICE „Erfurt“ Fahrt auf. Die beiden Hochgeschwindigkeitszüge fuhren nahezu die gesamte Strecke parallel auf der Neubaustrecke - ein auch für die Deutsche Bahn einzigartiges Ereignis. Saalekreis-Landrat Frank Bannert war sichtlich begeistert. „Ich bin dankbar, dass ich bei diesem Ereignis dabei sein durfte. Mit diesem Tag wächst nicht Ost und West, sondern auch Europa ein weiteres Stück zusammen“, sagte er.

Eröffnungsfeier in Leipzig

Die zwei Sonderzüge rollten 13.22 Uhr in den Leipziger Hauptbahnhof zur feierlichen Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke ein. An der Veranstaltung nahmen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, die Ministerpräsidenten der drei beteiligten Bundesländer Sachsen (Stanislaw Tillich), Sachsen-Anhalt (Reiner Hase-loff) und Thüringen (Bodo Ramelow) sowie der Vorsitzende des Vorstands der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, teil. Der DB-Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube nannte die Neubaustrecke in seiner Rede einen wahrhaft historischen Meilenstein.

„Mit dieser Strecke starten wir in das digitale Eisenbahnzeitalter“, betonte er. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte das Bauvorhaben ein wirklich bewegendes Projekt. „Es ist wirklich eine rekordverdächtige Strecke in Bezug auf Sicherheit,  Zugleitsystem, Tunnel und Brücken. Wir brauchen auch zukünftig leistungsfähige Verkehrsinfrastrukturen und wettbewerbsfähige Verkehrsnetze, denn die Mobilitätsbedürfnisse wachsen. Deutschland ist die zentrale Verkehrs-Drehscheibe in Europa“, sagte sie zur Eröffnungsfeier.

Kürzere Fahrzeiten

Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember halbieren sich die Fahrzeiten zwischen Erfurt und Halle/Leipzig. Die ICE brauchen dann nach Halle kaum noch mehr als eine halbe Stunde und nach Leipzig etwas weniger als eine dreiviertel Stunde. Diese Zeitersparnis führt dazu, dass Reisende auch auf längeren Strecken deutlich schneller ans Ziel kommen. So gewinnen Fahrgäste zwischen Erfurt und Dresden 60 Minuten Zeit. Die Fahrt von Halle und Leipzig nach Frankfurt am Main dauert 50 Minuten kürzer - das gilt auch für die Strecke von Berlin nach Erfurt. 2017 wird mit der Strecke von Erfurt nach Nürnberg der letzte Neubauabschnitt des Verkehrsprojektes VDE 8 vollendet sein.

Realisierung

1991 beschloss die damalige Bundesregierung, die Verkehrsverbindungen zwischen Ost und West auf Schiene, Straße und Wasserwegen auszubauen. 1993 stimmten die drei Landesregierungen Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen in einem Raumordnungsverfahren der Trassenführung zu. Noch während der Regierungszeit von Kanzler Gerhard Schröder wurde das Verkehrsprojekt jedoch vorerst „auf Eis“ gelegt. 2006 begannen dann die Bauarbeiten an den großen Ingenieurbauwerken (Talbrücken und Tunnel). 2013 war die Strecke im Rohbau fertig gestellt.

Archäologie und Geschichte

Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie hat im Vorfeld des Neubaus der Strecke archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Auf 20 unterschiedlichen Grabungsstellen wurden mehr als 15 000 Befunde, darunter etwa 1 000 Bestattungen, dokumentiert. Sie er-brachten mehr als 400 000 Fundstücke. Die ergrabenen Funde erstrecken sich über 7 500 Jahre Menschheitsgeschichte und ge-ben intensive Einblicke in das Siedlungswesen unserer Vorfahren.

Mit der Via Imperii (Süd-Nord-Richtung) und der Via Regia (von West nach Ost) kreuzten sich schon in der Vergangenheit wichtige Handels- und Verkehrswege im Großraum der Städte Erfurt, Halle und Leipzig, die ihnen Entstehen und Entwicklung verdanken. Die ICE-Neubaustrecke hat die gleiche europäische Dimension wie die alten Handelsstraßen: Sie ist Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes, des Korridors Skandinavien - Mittelmeer.

 

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