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Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 01.08.2019 um 09:15:22

Sommertheater im Gartenreich: Rosie träumt im Georgengarten

Felix Würgler als Kaiser Diokletian, seine Tochter Rosie (Gloria Iberl-Thieme) und Feldherr Gallikan (Jörg Thieme) Felix Würgler als Kaiser Diokletian, seine Tochter Rosie (Gloria Iberl-Thieme) und Feldherr Gallikan (Jörg Thieme)
Foto: Anke Katte Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder)
Dessau (ak). Das Küchengebäude im Georgengarten in Dessau, von dem nur noch das Portal erhalten geblieben ist und das dank des Engagements des Rotary Clubs Dessau zu neuem Leben erweckt werden soll, erlebt am 9. August 2019 eine Premiere. Wurden hier einst die erlesenen Speisen für die fürstliche Tafel im nur einige Meter entfernten Schloss Georgium zubereitet, soll es am Vorabend des Gartenreichtages die Kulisse für einen vergnüglichen Sommertheaterabend bilden.

Mit einem kleinen Ensemble -  bestehend aus fünf Schauspielerinnen und Schauspielern, und Stefan Bleidorn, der für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich zeichnet, Anja Mikolajetz (Puppenbau, Grafik) und einem Musiker bringt Regisseur Jens Mehrle ein Lustspiel von Peter Hacks (1928-2003) auf die kleine Open-air-Bühne.

Für das Stück „Rosie träumt“ hatte sich Hacks von Hrotsvith von Gandersheim (geboren vermutlich anno 935) inspirieren lassen. Sie gilt heute als erste deutsche Dichterin und Geschichtsschreiberin. In der Abgeschiedenheit des Stifts Gandersheim schrieb sie Legenden und Geschichten, die von göttlichen Wundern, Heiligen und Märtyrern handeln, für die Nachwelt auf.

Die junge Christin Rosie entscheidet sich gegen den Märtyrertod, denn sie will weder auf ihr irdisches, noch auf das ewige Leben verzichten. Sie bekennt sich zum schwierigen Weg irdischer Prüfungen, die dann prompt in Form von Männern über sie hereinbrechen. Rosie hilft ihnen souverän mit Schlagfertigkeit und Wundertaten aus der Patsche und zum Glauben.

Jens Mehrle: „Ich habe das Stück zwar nicht im Theater gesehen, aber gelesen und fand es ziemlich verrückt und die Handlung überraschend. Und ich fand es sehr aktuell, in dem Sinne, dass es uns heute etwas zu sagen hat.“

„Das Stück spielt zu der Zeit, als das römische Imperium sich auflöst. Schon darin sehe ich eine Nähe zu unserer Zeit. Es ist offensichtlich geworden, dass auch der Kapitalismus in seiner heutigen Form am Scheitern ist. Es gibt viele Welt-Veränderungs-Bewegte, viele sind sehr romantisch. Hacks sah romantische Ideen immer skeptisch. In ’Rosie träumt’ sind die Christen diese kleine, widerständige Gruppe mit der neuen Idee. Sie sind nicht widerständig in dem Sinne, dass sie sich zur Wehr setzen, sondern sie setzen  eine neue Weltsicht gegen die verbreitete, übliche“, so Regisseur Jens Mehrle zur Aktualität des Stoffes.

Den Regisseur, der 1964 in Berlin geboren wurde und der am Regie-Institut der Schauspielschule „Ernst Busch“ studiert hat, verbindet mit Peter Hacks eine lange Beziehung.
Bereits 1998 inszenierte er gemeinsam mit Stefan Nolte „Orpheus in der Unterwelt“ für den Kulturpalast Bitterfeld. 2003 führte er „Pandora“ im Alten Arbeitsamt in Dessau auf und im Kulturhaus Wolfen 2006 „Genovefa“. Mit dem Förderkreis „Theater Provinz Kosmos“ inszenierte Mehrle viele weitere Stoffe, u. a. im letzten Jahr „Ion“ von Euripides für Spielorte in Dessau, Wörlitz und Wittenberg.

Apropos Spielorte: Davon gibt es in diesem Jahr für die Inszenierung „Rosie träumt“ gleich vier. Neben den Open-air-Aufführungen am Küchengebäude im Georgengarten in Dessau sind weitere im Amphitheater des Lutherhauses in Wittenberg, auf der Insel Stein in Wörlitz und im Herbst „indoor“ in der Marienkirche in Dessau geplant. Das bringt natürlich einige Herausforderungen für den Bühnenbildner und die Akteure mit sich.

Die fünf Männer und Frauen auf der transportablen Bühne müssen gleich in 16 verschiedene Rollen schlüpfen.
Schau- und Puppenspielerin Gloria Iberl-Thieme verkörpert nicht nur die Hauptfigur Rosie, sondern auch den Paul und Spes. Im September wird sie in „Hoffmanns Erzählungen“ am Nationaltheater in Weimar zu erleben sein.

Als leicht verpeilter Henker stolpert Mark Harvey Mühlemann über die Bühne. Außerdem schlüpft er in die Rollen von Emmerich, Ernst und Sisinius. Am Neuen Globe Theater Potsdam ist er als Gaveston in das „Leben Eduards des Zweiten von England“ erfolgreich unterwegs.

Jörg Thieme ist dem Dessauer Publikum von verschiedenen Rollen am Anhaltischen Theater bekannt. Gegenwärtig spielt er am Theater Graz und wird demnächst in „Violett“ auf der Raumbühne in Dessau zu erleben sein. In „Rosie träumt“ ist er Gallikan und Gotthold.

Mit großer Spielfreude als Teufel, aber auch als Fides, Bradan, Thais und Jungfrau ist Babette Winter zu sehen. Neben Schauspielengagements u. a. in Salzburg, München und Heidelberg arbeitet sie für Film und Fernsehen und als Sprecherin. Gerade noch rechtzeitig hat sie den Film „Arezo“ des Ateliers Ludwigsburg-Paris abgedreht.

In den Rollen des Diokletian und Pafnutius greift Felix Würgler in das Geschehen ein. Neben Engagements u. a. in Heidelberg, Heilbronn und am Anhaltischen Theater arbeitet er als Synchronsprecher für Film und Fernsehen.

Termine

9. August, 19 Uhr, Dessau, Georgengarten, Küchengebäude, Premiere
10. August, 19 Uhr, Dessau, Georgengarten, Küchengebäude,  Gartenreichtag
11. August, 17 Uhr, Dessau Georgengarten, Küchengebäude
16. August, 19 Uhr, Wittenberg, Lutherhaus, Amphitheater
17. August, 19 bis 23 Uhr, Wittenberg, Lutherhaus, Amphitheater, Szenen aus dem Stück zur Erlebnisnacht (nicht im freien Verkauf)
23./24. August, 19 Uhr, Wittenberg, Lutherhaus, Amphitheater
1. September,  17 Uhr, Wörlitz, Insel Stein
23. Oktober, 19 Uhr, Dessau, Marienkirche
26. Oktober, 19 Uhr, Dessau, Marienkirche

Kartenvorverkauf: Anhaltisches Theater Dessau, Theaterkasse im Rathaus-Center und Touristinformationen in Dessau-Roßlau, Wörlitz und Wittenberg

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