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Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 30.08.2019 um 13:50:20

Das Anhaltische Theater Dessau: Eines des größten Bühnenhäuser Europas

Generalintendant Johannes Weigand (3. v. l.) stellte gemeinsam mit Generalmusikdirektor und Chefdirigent Markus L. Frank (r.) und den künstlerischen Leitern der Sparten die Produktionen, Konzerte und Vorhaben der 225. Spielzeit des Anhaltischen Theaters Dessau vor. Generalintendant Johannes Weigand (3. v. l.) stellte gemeinsam mit Generalmusikdirektor und Chefdirigent Markus L. Frank (r.) und den künstlerischen Leitern der Sparten die Produktionen, Konzerte und Vorhaben der 225. Spielzeit des Anhaltischen Theaters Dessau vor.
Foto: Anke Katte
Ein- und Ausblicke in interessante sowie außer- und gewöhnliche Orte.

Dessau (red). In diesem Jahr begeben sich die Reporter auf eine Reise zu Orten, die gewöhnlich, außergewöhnlich und ungewöhnlich sind. 
Der aktuelle Ort zum Sonntag ist das Anhaltische Theater Dessau, das am 7. September, 19 Uhr, mit dem Eröffnungskonzert auf dem Vorplatz einen musikalischen Einblick in die Produktionen der neuen Spielzeit gibt.

Als Anziehungspunkt für die gesamte Region konzipiert, bietet das 1938 eröffnete Große Haus mehr als 1.070 Plätze. Mit seiner gewaltigen, multifunktionalen Bühne gehört das Anhaltische Theater Dessau zu den größten Bühnenhäusern Europas. 

18 Premieren stehen in der 225. Spielzeit des Anhaltischen Theaters auf dem Spielplan. 
 
Zu Beginn der Spielzeit führt das  Theater im Rahmen des Festivals „Bühne Total“ zum 100-jährigen Bestehen des Bauhauses in einer spektakulären Aufführung am 13. September die Ideen zweier Bauhaus-Meister zusammen: Wassily Kandinskys Bühnenkomposition „Violett“ und eine Raumbühne auf der Bühne des Großen Hauses im Sinne des Totaltheaters von Walter Gropius. Die Trennung von Bühne und Zuschauerraum ist aufgehoben. Das Publikum taucht unmittelbar in ein kontrastierendes Zusammenspiel von Musik, Tanz, Sprache, Farbe und Licht ein, das diesen 1913 begonnenen Theatertext zum Welttheater für die Moderne werden lässt. Für die Inszenierung und Choreografie der Uraufführung konnte die renommierte Regisseurin Arila Siegert engagiert werden. Für die Musik zeichnet der international erfolgreiche Komponist Ali N. Askin verantwortlich. Die musikalische Leitung hat Sebastian Kennerknecht. Dank der großzügigen Unterstützung von Land und Stadt wird so für Dessau ein zusätzliches Theaterformat geschaffen, das dem monumentalen Theaterbau der 30er Jahre die damals aus Deutschland verbannte Moderne implantiert und nachhaltig den Spielraum des Theaters für experimentelles Performen und Musizieren erweitert. Insgesamt neun Vorstellungen sind in der Spielzeit 2019/20 geplant.

Mit der darauffolgenden Premiere der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ am 25. Oktober ehrt das Theater den 1819 geborenen Jacques Offenbach. Ein fantastisches und rauschhaftes Werk, von dem, inspiriert von E.T.A. Hoffmanns traumhaft-unwirklichen, magisch-irrationalen Motiven, eine ungebrochene Faszination ausgeht. Roman Hovenbitzer zeichnet für die Inszenierung verantwortlich, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Elisa Gogou.

Ein Highlight in jeder Saison ist die Stummfilm-Reihe – live begleitet von der Anhaltischen Philharmonie. Am 10. und 18. Januar 2020 zeigt das Anhaltische Theater „Lichter der Großstadt“, eine Tragikomödie von und mit Charles Chaplin aus dem Jahr 1931. Die originale Filmmusik dazu spielt die Anhaltische Philharmonie unter der Leitung von Elisa Gogou.

Regisseur Jakob Peters-Messer bringt nach seinem herausragenden Erfolg mit Wagners „Fliegendem Holländer“ und Dvořáks Oper „Katja und der Teufel“ nun die Oper „Die Sache Makropulos“, komponiert von Leoš Janáček, am 25. Januar 2020 auf die Bühne. Mystisch und außergewöhnlich sind Figuren, Handlungen und Schauplätze. Das Thema der Unsterblichkeit nimmt  gefangen, verstört und bewegt, denn Janáček formt aus der ursprünglich zynischen Komödie von Karel Čapek ein ernstes, ja philosophisches Drama. Am Dirigentenpult steht GMD Markus L. Frank.  
 
Mit der Inszenierung „Die Macht des Schicksals“ (Regie: Tobias Ribitzki, Premiere am 3. April 2020) widmet sich das Theater Giuseppe Verdis komplexester und wendungsreichster Oper. Vor dem Hintergrund einer unbarmherzigen Welt im Krieg erzählt das Melodrama in leidenschaftlichen Duetten, intimen Arien und monumentalen Chorbildern das unglückliche Ende einer ausweglosen Liebe. Die musikalische Leitung hat GMD Markus L. Frank.
 
Den Kontrapunkt zur schicksalhaften Tragik setzt das Anhaltische Theater mit Gioacchino Rossinis Komischer Oper „Der Barbier von Sevilla“ (Premiere am 22. Mai 2020) in der Regie von Generalintendant Johannes Weigand. Beaumarchais gleichnamige spritzige Komödie voller Situationskomik diente als Vorlage für ein Feuerwerk mitreißender Rhythmen, einprägsamer Melodien und brillanter Arien.  Die Anhaltische Philharmonie Dessau spielt unter der Leitung von Elisa Gogou. 
 
Der Platz vor dem dorischen Kuppelbau des Mausoleums zu Dessau im sommerlichen Georgium ist der Spielort für eine „Operngala“. Sie bietet am 26. Juni 2020 die perfekte Kulisse für die schönsten Arien, Ensembles und Chöre der großen Opern-Klassiker, gestaltet durch das Opernensemble, den Opernchor und die Anhaltische Philharmonie unter der musikalischen Leitung von GMD Markus L. Frank.

Schauspiel, Ballett und Chor bringen mit „Cabaret“ das Musical auf die Bühne, das als Zeitschilderung der frühen 30er Jahre in Berlin wie kein zweites ein Werk der Stunde ist und aus gutem Grund auch im Kurt Weill Fest auf dem Spielplan steht (Premiere am 21. Februar 2020). Malte Kreutzfeldt wird den Musicalklassiker inszenieren. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Wolfgang Kluge. 
 
Stefano Giannetti ist ab der Spielzeit 2019/20 Ballettdirektor und Chefchoreograf am Anhaltischen Theater. Giannetti studierte Tanz an der Accademia Nazionale di Danza in Rom bei Yvette Chauviré und am Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris, wo er 1982 den Prix du Conservatoire gewann. John Neumeier engagierte ihn 1983 an das Hamburg Ballett, wo auch erste eigene Choreografien entstanden. Nach verschiedenen Stationen u. a. beim English National Ballet in London und als erster Solist beim Zürcher Ballett arbeitete er ab 1990 am Ballett der Deutschen Oper Berlin, wo zahlreiche eigene Choreografien entstanden. Zudem war er als Gastchoreograf u. a. in Miami, Rom, Oslo, Zürich und Dresden engagiert. Von 1999 bis 2000 war er Ballettdirektor am Northern Ballet Theatre, England. 2004 gründete er das Tanzzentrum uomo danza in Berlin. Von 2006 bis 2015 war er Ballettdirektor und Chefchoreograf am Pfalztheater Kaiserslautern. 
 
Das Ballettensemble bringt am 24. April 2020 das Ballett „Die Schöne und das Biest“ nach Jeanne-Marie Leprince de Beaumont (La Belle et la Bête) zur Uraufführung (Choreografie: Stefano Giannetti). Das ursprünglich französische Volksmärchen eroberte als Film und als Musical die Welt. Ein Meisterwerk ist die geniale filmische Version des Märchens durch den Surrealisten Jean Cocteau von 1946, für die der Komponist Georges Auric eine faszinierend traumverlorene und schillernde Musik schrieb. Diese 1992 rekonstruierte Partitur bildet die Grundlage für einen Ballettabend, der alle Generationen in die Wunderwelt des Märchens entführt.

Dr. Alexander Kohlmann wird ab der Spielzeit 2019/20 neuer Schauspieldirektor und leitender Dramaturg für Schauspiel und Puppentheater. Alexander Kohlmann studierte Germanistik, Geschichtswissenschaft und Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin und der Universität Hamburg sowie Theaterregie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. 
Nach dem Studium arbeitete er mehrere Jahre als freier Dramaturg und Theaterjournalist für zahlreiche überregionale Medien, unter anderem Theater heute, Deutschlandfunk Kultur und nachtkritik.de. Mit Beginn der Intendanz von Dagmar Schlingmann wechselte er als Schauspieldramaturg an das Staatstheater Braunschweig. Hier arbeitete er unter anderem mit den RegisseurInnen Jürgen Kruse, Klaus Gehre, Marcus Lobbes, Rieke Süßkow und dem Bühnenbildner Wolf Gutjahr.  
Die Auseinandersetzung mit Grenzgängen der bildenden Kunst, des Theaters und der Performance möchte er gerne auch im Rahmen seiner Arbeit am Anhaltischen Theater in Dessau fortsetzen.      
 
Für die Schauspielsparte beginnt die kommende Saison im Großen Haus mit dem Weihnachtsmärchen „Die Schneekönigin“ (Premiere am 17. November 2019). Ob jung oder älter – das Publikum fiebert gemeinsam mit Gerda, die ihren besten Freund Kai aus den Zauberfängen der bösen Schneekönigin erlösen muss. Generalintendant Johannes Weigand inszeniert das Märchen nach Hans Christian Andersen.
Zuvor bringt das Schauspiel im Alten Theater (Premiere am 5. Oktober) mit „Bürgerwehr“ “eine der schwärzesten Ayckbourn-Komödien überhaupt„ – so der Daily Telegraph, in der Regie von Philip Tiedemann auf die Bühne. 
Damit setzt die scheidende Schauspieldirektorin Almut Fischer für das Anhaltische Theater die Linie zeitgenössischen Autorentheaters fort. 

Mit allen Theaterwassern gewaschen ist die gefeierte Gegenwartsautorin Yasmina Reza. Mit weit über 1.000 Inszenierungen weltweit und in mehr als 40 Sprachen übersetzt, hat sich „Kunst“ zu einem wahren Publikumsrenner entwickelt und zählt zu den meistgespielten zeitgenössischen Komödien. Ein spritziger Beitrag (Premiere am 22. November) zum Streit über moderne Kunst und Kultur, nicht nur im Bauhausjahr in Dessau. Regie führt Wolfgang Hagemann, der in Dessau bereits „Wir sind keine Barbaren!“ und „Terror“ erfolgreich inszenierte.
 
Die verschobene Premiere der spartenübergreifenden Produktion von Witold Gombrowicz“ Groteske „Yvonne, die Burgunderprinzessin“ gelangt am 6. Juni 2020 zur Premiere.  Frank Alexander Engel zeichnet für die Inszenierung verantwortlich.

Als Sommertheater wird auf der Insel Stein im Wörlitzer Park das Stück „Die Mitschuldigen“, – die einzige Boulevard-Komödie des 20-jährigen Johann Wolfgang von Goethe zu erleben sein – ein wahrer Geheimtipp! Tim Egloff inszeniert die Open-Air Produktion, die am 12. Juni 2020 zur Premiere gelangt.

Der Spielplan für die kleinsten Zuschauer wird mit „Der kleine Prinz“ (Premiere am 29. September), „Riesling und Zwerglinde“ (Premiere am 2. Februar 2020) und „Die kleine Hexe“ (Premiere am 19. April 2020) um drei hinreißende und zauberhaft erzählte Geschichten auf der Puppenbühne ergänzt.

Die Theaterpädagogik feierte in Kooperation mit der Dessauer Wohnungsbaugesellschaft mbH im Mai 2019 die nunmehr zweite Ausgabe des Jugendtheaterfestivals „Schau rein!“ Auch für die Spielzeit 2019/20 ist das Theaterfestival mit einem facettenreichen Workshopangebot, Aufführungen des Theaterjugendclubs und anderen Spielclubs der Stadt Dessau-Roßlau sowie Gesprächsangeboten und vielem mehr geplant.
 
Die Anhaltische Philharmonie wird nach einer erfolgreichen Konzertsaison 2018/19 wieder mit acht hochkarätigen Sinfoniekonzerten vertreten sein und nimmt auch in der kommenden Spielzeit musikalisch weiterhin Bezug auf die bekanntesten Bauhaus-Meister, allen voran den Direktor Walter Gropius. Dessen im Alter von 18 Jahren verstorbener Tochter Manon setzte Alban Berg mit seinem Violinkonzert ein klingendes Denkmal. Gemeinsam mit dem Geiger Linus Roth, der dafür nach Dessau zurückkehrt, möchte die Anhaltische Philharmonie und ihr GMD Markus L. Frank dem Publikum dieses expressionistische Konzert nahebringen. 
 
Zum 75. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges erwartet die Konzertbesucher die monumentale, 1943 komponierte und die Gräuel des Krieges anklagende 8. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch (7./8. Mai 2020).

Die ersten drei Sinfoniekonzerte der Saison bieten den drei Gymnasien der Stadt Dessau-Roßlau ein Forum zur Präsentation eigener auf das Bauhaus bezogener Projekte.
 In einem der Sonderkonzerte wird die Anhaltische Philharmonie am Totensonntag gemeinsam mit dem Universitätschor Halle „Johann Friedrich Reichardt“ das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms aufführen.
 
Die nunmehr neunte Auflage der Reihe „staging the bauhaus“ knüpft im Jubiläumsjahr 2019 an die Klassik-Romantik-Rezeption der Bauhaus-Meister an und setzt damit die erfolgreiche Kooperation mit der Stiftung Bauhaus Dessau fort. 
Mit Schuberts „Winterreise“ gelangt eine Ikone abendländischer Musikkultur in zeitgenössisch interpretierender Lesart von Hans Zender auf die Bauhausbühne. Als Tenorsolist ist Robert Sellier dabei. 
 
Zahlreiche weitere Konzerte stehen auf dem Programm: u.a. das Konzert „Liebeslieder“, das populäre Melodien aus Oper, Operette und Konzert bietet und fünf „Weihnachtliche Konzerte“, bei der neben der Philharmonie auch Solisten, der Opern-, Extra- und Kinderchor sowie das Kinderballett mitwirken. 

Die Eintrittspreise bleiben in der Spielzeit 2019/20 unverändert






 

 

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