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Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 05.11.2019 um 13:22:02

Ein erinnerungsreicher November: Dessau bekommt wieder eine Synagoge - Im Anhaltischen Theater werden 30 Jahre Friedliche Revolution gefeiert - Wiederbeisetzung von Mitgliedern des Herzoghauses Anhalt-Dessau

Wiederaufbau der Ruine der Marienkirche:  Nach der Restaurierung der Fürstengrüfte wurde im Oktober 1991 das Plateau des Kirchenschiffes betoniert.  Wiederaufbau der Ruine der Marienkirche: Nach der Restaurierung der Fürstengrüfte wurde im Oktober 1991 das Plateau des Kirchenschiffes betoniert.
Foto: Bernd Helbig
Der November ist traditionell ein Monat der Gedenktage und des Erinnerns. 2019 kommen in Dessau-Roßlau neben den klassischen Terminen noch mehrere hoch angebundene Veranstaltungen und Anlässe hinzu, zu denen die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist. 

Pogromgedenken und Grundsteinlegung

Wegen des Shabbats findet das jährliche Gedenken an die Pogromnacht bereits am 8. November, um 13 Uhr an der Stele in der Askanischen Straße/Kantorstraße statt.
Am Morgen des 9. November 1938 veröffentlichte die Tageszeitung „Die Mitteldeutsche“ die Namen aller 204 noch in Dessau und Roßlau lebenden jüdischen Bürger. Bereits am Nachmittag begannen die Plünderungen jüdischer Geschäfte, Wohnungen und der  Synagoge, die 30 Jahre zuvor feierlich eingeweiht worden war.  Die Synagoge wurde in Brand gesetzt und  einige Tage später abgetragen. Mit dem Holocaust endete das bis in Jahr 1672 zurückreichende jüdischen Leben und Wirken in Dessau.
Fünf Jahrzehnte später  gründeten Einwanderer aus der untergegangenen Sowjetunion eine neue Jüdische Gemeinde zu Dessau. Ihren Sitz hat die Gemeinde im historischen Rabbinerhaus in der Kantorstraße. 
Am 8. November 2019 wird in Dessau nach dem Gedenken an die Novemberpogrome im Beisein des Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff und des Vizepräsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland der symbolische Grundstein für den lange geplanten Synagogenanbau gelegt. 

Lieder gegen das Vergessen

Anlässlich des 81. Jahrestages des Novemberpogroms von 1938 erinnert die Interessengemeinschaft „Lieder gegen das Vergessen“ auch in diesem Jahr an die Opfer des Holocaust in Dessau-Roßlau. Das diesjährige Programm trägt den Titel „Vom Bauhaus nach Auschwitz“ und wird am 9. November, 18 Uhr, in der Marienkirche Dessau vom Alternativen Jugendzentrum e. V. in Kooperation mit der Musikschule „Kurt Weill“ und Schülern des Liborius-Gymnasiums gestaltet. Im Jubiläumsjahr „100 Jahre Bauhaus“ widmet sich die musikalische Lesung den Lebenswegen von Bauhäuslerinnen und Bauhäuslern im Nationalsozialismus. Während die einen aufgrund ihrer jüdischen Herkunft oder ihres Widerstandes gegen den Nationalsozialismus verfolgt wurden, passten sich andere den neuen Machthabern an. 
Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für den Synagogenneubau wir gebeten. 

30 Jahre Friedliche Revolution

Der 9. November ist in historischer Hinsicht auch ein Tag des Jubels und der Hoffnung, seit mit der Friedlichen Revolution 1989 die innerdeutsche Grenze zu Fall gebracht wurde. 
Das Kuratorium der Stiftung Friedensglocke lädt aus diesem Anlass um 10 Uhr zu einem ökumenischen Friedensgebet an der Friedensglocke ein.
Um 11 Uhr findet im Rangfoyer des Anhaltisches Theaters eine Feierstunde der Stadt Dessau-Roßlau statt. Mit Barbara Elze, Pfarrerin und Ehrenbürgerin der Stadt und Dr. 
Ulrich Meisel, Pastor i. R. und Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer, kommen zwei Zeitzeugen zu Wort, die sich an die Ereignisse im Herbst 1989 in Dessau und Roßlau erinnern. 
Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von einem Streichquartett von Joseph Hayden, das als „Kaiserquartett“ berühmt geworden ist.
Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten (Tel.  0340 204-1102 oder jutta.ziemba@dessau-rosslau.de).

Letzte Ruhe in der Marienkirche

Nach langer Reise finden zehn Mitglieder des Herzoghauses Anhalt-Dessau ihre letzte Ruhestätte in der Gruft der einstigen Schloss- und Stadtkirche St. Marien. Mit Ansprachen und einem Gottesdienst wird am 10. November, um 14 Uhr die Wiederbesetzung von zehn Särgen vom städtischen Friedhof in Ziebigk in die Kirche in Anwesenheit der Familie vollzogen. Damit soll ein Wunde geheilt werden, die den historischen Wendungen des vergangenen Jahrhunderts geschuldet ist. 
Ihre letzte Ruhestätte fanden die Askanier einst in der Gruft der Marienkirche. Nach dem Bau des Mausoleums Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses als Begräbnisstätte genutzt. Bei den Bombenangriffen im März 1945 wurden die Marienkirche und das Mausoleum teilweise zerstört. An beiden Stätten kam es  zu erheblichem Vandalismus und zur Störung der Totenruhe. Auf Initiative des Evangelischen Landeskirche wurden 1958 mit Billigung des Rates der Stadt zehn Särge aus den Mausoleum nach Ziebigk gebracht, eingesegnet und bestattet. Die Öffentlichkeit wurde nicht informiert. Zehn Jahre später wurden auch die sterblichen Überreste aus der Ruine der Marienkirche auf den Historischen Friedhof in die Gruft von Georg von Berenhorst (Sohn von Leopold I. von Anhalt-Dessau) überführt. Alfred Radeloff, Pfarrer i.R. und Ehrenbürger der Stadt,  hatte maßgeblichen Anteil daran, dass diese Familienmitglieder  2015  zurück an ihre ursprüngliche Ruhestätte überführt wurden.

Nach der feierlichen Gedenkstunde mit Ansprachen von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff und Eduard Prinz von Anhalt besteht von 17 bis 21 Uhr die Gelegenheit, die Mittelgruft zu besichtigen.

 

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