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Antje Weiß Antje Weiß
aktualisiert am 20.03.2020 um 16:45:32

Wir brauchen eine neue Solidaritätswelle

Sepp Müller vor dem Bundestag in Berlin. Sepp Müller vor dem Bundestag in Berlin.
Foto: privat
Zur Corona-Pandemie sprach die Wochenspiegel/Super Sonntag Redakteurin Antje Weiß mit dem Bundestagsabgeordneten Sepp Müller (CDU).

Was meint die Bundeskanzlerin mit der Forderung, auf soziale Kontakte zu verzichten?

 
Sepp  Müller: Unser Ziel ist es, die Neuinfektionen über einen langen Zeitraum zu strecken. Bilder wie aus Italien und China dürfen und werden nicht aus Deutschland zu sehen sein. Wir haben das weltbeste Gesundheitssystem, das sich gerade jetzt auf eine Pandemie in noch nie dagewesenem Ausmaß vorbereitet. Allerdings dürfen wir unser Gesundheitswesen nicht mit einer großen Zahl von gleichzeitig Erkrankten überfordern. Deswegen liegt es an uns, Kontakte mit unseren Mitmenschen möglichst zu reduzieren. Wir müssen uns zurücknehmen und auf nicht lebensnotwendige Kontakte verzichten, dann strecken wir die Zahl der gleichzeitig Infizierten und retten somit Leben. Kurz: Bleiben Sie Zuhause und werden Sie Lebensretter.
 
Wie soll das mit denjenigen funktionieren, die arbeiten gehen? Wie sollen die zuhause bleiben?
 
Sepp Müller: Selbstverständlich werden und können wir das Arbeitsleben nicht einstellen. Das wäre auch eher kontraproduktiv. Wie sollten denn dann die Medikamente zu den Krankenhäusern kommen oder die Lebensmittel in den Supermarkt, wenn beispielsweise die LKW- Fahrer zuhause bleiben würden? Dort wo es geht, sollte der Mitarbeiter von Zuhause aus arbeiten. Mit sozialen Kontakten sind insbesondere Termine in der Freizeit gemeint. Ja, wir müssen jetzt auf liebgewonnene Sachen und unsere Freiheit ein Stück weit verzichten. Insbesondere für unsere älteren Bürger und chronisch Kranke ist ein solches Vorgehen von sehr großer Bedeutung.
 
Einzelhändler, Gastronomie, Dienstleister und Unternehmen merken  enorme Umsatzeinbrüche. Angestellte haben Angst um ihren Arbeitsplatz. Welche Hilfe ist hier geplant?
 
Sepp Müller: Wir haben am Freitag im Eilverfahren einen noch nie dagewesen Schutzschirm für Unternehmer und Arbeitnehmer aufgespannt. Wir haben das Kurzarbeitergeld flexibilisiert und das Quorum für die in einem Betrieb betroffenen Mitarbeiter auf 10 Prozent gesenkt. Steuerstundungen sowie die Anpassung der Vor-auszahlungen sind deutlich erleichtert wurden. Wir stellen über die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) Liquiditätshilfen sowie Überbrückungskredite zur Verfügung. Weiterhin ist der Rahmen der Bürgschaftsbanken ausgeweitet wurden. Am Ende stehen über 500 Milliarden Euro zur Verfügung, um Arbeitnehmern und Unternehmen in dieser Krise zu helfen. Es ist genug Geld vorhanden, um die Krise zu bekämpfen und wir werden diese Mittel jetzt einsetzen. Sind weitere Maßnahmen notwendig, werden wir auch diese entschlossen beschließen und schnellstmöglich umsetzen. Die Hotline für Unternehmen des Bundeswirtschaftsministeriums ist unter 030/ 186151515 zu erreichen. 
 
Wie lange hält dieser Zustand noch an? Müssen wir uns Sorgen um weitere Verschärfungen machen?

 
Sepp Müller: Wie lange diese Situation noch anhält, kann ich Ihnen nicht beantworten. Aktuell gehen wir eher von Monaten, anstatt von Wochen aus. Die Situation wird täglich neu bewertet, deswegen sind weitere Maßnahmen nicht auszuschließen. Dennoch habe ich gar keine Bedenken, ganz im Gegenteil. Die Hochwasser 2002 und 2013 haben gezeigt, wie unsere Bürger in solchen Krisen zusammenstehen. Wir merken besonders in diesen Tagen, wie hervorragend organisiert unsere Verwaltungen, angefangen von den Städten bin hin zum Landkreis sind. Die Frauen und Männer machen gerade einen super Job. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Vieles hängt in den nächsten Wochen an uns Bürgern selbst. Wir brauchen eine neue Welle der Solidarität. Den persönlichen Kontakt, insbesondere zu Älteren, müssen wir weitestgehend reduzieren. Das gilt natürlich nicht für die Menschen in den Gesundheitsberufen, die gerade jetzt einen großartigen Job machen und sich weiterhin super um die Kranken in unserer Gesellschaft kümmern. Den über 50-Jährigen und chronisch Kranken kann jeder unter die Arme greifen, beispielsweise als Einkaufshelfer. In den Kindergärten und Schulen organisieren sich gerade über die Elternvertretungen gemeinsame Betreuungen der Zöglinge, damit diejenigen, die keine Alternative haben, nicht im Regen stehen bleiben.

Hamsterkäufe, das Verbreiten von Falschmeldungen, insbesondere in den sozialen Medien, und Panikmache sind nicht nur unangebracht, sondern unsolidarisch. Lassen Sie uns in diesen Zeiten noch enger zusammenstehen und helfen. 
 

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