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Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 03.07.2020 um 09:26:46

Wertvolles Kirchenbuch ist nach Pißdorf heimgekehrt

Von Anke Katte

Dr. Jan Brademann bescheinigt Johann August Lüdicke eine außergewöhnlich gestochen scharfe und gut lesbare Handschrift. Vor 243 Jahren setzte jener Johann August Lüdicke in seinem Amt als Pfarrer der Gemeinde Pißdorf den ersten Federstrich in das Kirchenbuch, das von 1777 bis 1814 akribisch alle Taufen, Trauungen und Bestattungen namentlich aufführt.

Dass das verloren geglaubte Kirchenbuch unverhofft  wieder auftauchte, ist für die Kirchengemeinde, den kleinen Ort bei Osternienburg und für das Landeskirchliche Archiv ein großer Gewinn. Schließt der Zufallsfund doch eine historische Lücke.
Bei der Präsentation im Kirchsaal der Pißdorfer Kirche sprach Pfarrer Dankmar Pahlings aus Osternienburg von einem großen Schatz für die Gemeinde.

Das handgeschriebene Buch wurde im Frühjahr dieses Jahres bei einer Haushaltsauflösung in Teicha (Saalekreis) entdeckt. Dass es nicht im Altpapier landete, ist dem Finder zu verdanken, der es einer Kirchenvertreterin vorlegte, die daraufhin Kontakt zur Evangelischen Landeskirche Anhalts und somit nach Pißdorf aufnahm.

Dr. Jan Prademann, Leiter des Landeskirchlichen Archivs in Dessau, betont die genealogische Bedeutung des Fundes: „Vor 1876 gab es keine Standesämter. Wer Informationen über Menschen aus der Zeit davor sucht, ist auf Kirchenbücher angewiesen.“
In den kommenden Jahren soll das Kirchenbuch aus Pißdorf ebenso wie insgesamt ca. 3.500 Kirchenbücher aus Anhalt digitalisiert und damit für die Nachwelt besser zugänglich gemacht werden. Bisher wurden bereits 1.000 Kirchenbücher online erfasst.

Im pfarramtlichen Archiv Osternienburg befindet sich  ein noch älteres Kirchenbuch von Pißdorf, und zwar für die Jahre von 1651 bis 1703. Danach sind die Kirchenverzeichnisse ab 1815 vorhanden. Es ergibt sich also noch eine Lücke für die Jahre von 1703 bis 1776. Vielleicht schlummert dieses Buch ja noch unerkannt auf einem Dachboden?

Warum Pißdorf so heißt?

Der zugegeben ungewöhnliche Name hat sich erst im 18. Jahrhundert durchgesetzt. Der ursprüngliche Name des Ortes leitet sich von einem ehemaligen bischöflichen Besitz ab. Bis 1370 findet sich die Schreibweise Biscopestorp, was Bischofsdorf bedeutet. Später wurde daraus Bisdorp, Bisdorf, Pistdorf und schließlich Pißdorf.

Der Kirchturm

Der zwiebelförmige Kirchturm ist heute wieder das weithin sichtbare Wahrzeichen des Ortes. Nachts wird der Turm sogar angestrahlt.
Dass die im 18. und 19. Jahrhundert in ihrer heutigen Form erbaute Kirche überhaupt wieder einen Turm besitzt, ist der Initiative eines Fördervereins zu verdanken.
Bei Arbeiten am Turm im Jahr 1972 stürzten Teile davon auf das Kirchendach. Viele Jahre stand das Gotteshaus  daraufhin leer. Ab 2011 wurde das Bauwerk mit Unterstützung des Kirchenbauvereins in Teilen wieder hergestellt.

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