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Anke Katte Anke Katte
aktualisiert am 13.10.2020 um 14:20:56

Anhalt im Aufbruch

Dr. Gert Hoffmann. Dr. Gert Hoffmann.
Foto: Privat
von Dr. Gert Hoffmann, Ehrenpräsident des Anhaltischen Heimatbundes

Als vor 30 Jahren mit der Wiedervereinigung auch ein Regierungsbezirk Dessau auf den Weg gebracht wurde, herrschte in Anhalt Aufbruchsstimmung. Das merkte ich noch, als ich Anfang 1991 mein Amt als erster Regierungspräsident dort antrat. Emotionaler Rückhalt der neuen Bezirksregierung war der Anhaltische Heimatbund, der neben unseren Abgeordneten mit Adolf Bill an der Spitze mitverantwortlich war, dass Dessau überhaupt einen eigenen Bezirk neben Halle und Magdeburg bekam.
Und es gelangen rasche Erfolge: Wir konnten die Kommunen in den neuen, schwierigen rechtlichen Angelegenheiten wirksam unterstützen, ihnen millionenschwere Förderprogramme weiterleiten und mit einer gezielten Raumordnung einen planerischen Wildwuchs verhindern.

Mit der Autorität dieses neuen Amtes konnte ich die Ansiedlung des Umweltbundesamtes in Dessau anstoßen. Und auch die Ansiedlung der großen neuen Unternehmen (Bayer und Heraeus in Bitterfeld, die neue Zuckerfabrik in Könnern zum Beispiel) wäre ohne die neue Bezirksregierung nicht möglich gewesen.

Besonderes Augenmerk lag auf dem reichhaltigen kulturellen Erbe der Region, in das wir hohe Summen lenken konnten. Und es gelang nicht nur, das weltbekannte Bauhaus und die Luther-Gedenkstätten, sondern auch unser Gartenreich auf die Welterbeliste der UNESCO zu bringen. Das hatte positive Auswirkungen auf den bisher hier völlig unterentwickelten Tourismus.

Diese Erfolge konnten allerdings zunächst nicht annähernd die hohen Arbeitsplatzverluste ausgleichen, die durch den Zusammenbruch der großen Unternehmen entstanden. Erst nach dem Ende der DDR kam die ganze Wahrheit über ihren wirklichen Zustand und ihre mangelnde internationale Wettbewerbsfähigkeit ans Licht. Die Folgen sind als schmerzliche Narben zum Teil noch bis heute spürbar. Trotzdem waren die Menschen entschlossen, sich von diesen Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen und ließen auch mit unseren Fördermitteln ihre wunderschönen, traditionsreichen Städte und Dörfer wieder aufblühen.

Ein schwerer Rückschlag war dann die Abschaffung unserer Bezirksregierung knapp 15 Jahre nach der Wiedervereinigung. Sie beraubte die Region einer identitätsstiftenden Institution und ihres Einflusses in Magdeburg. Und die Gebietsreform trennte Wörlitz vom Anhaltischen Kernland.

Aber wiederum gab Anhalt nicht auf. Der Anhaltische Heimatbund blieb unter meinem Nachfolger Peter Kuras aktiv (Anhalt 800!) und das Luther-Jahr und das Bauhaus-Jubiläum mit dem neuen, großartigen Museum ließen die Region wieder glänzen.
Auch als Ehrenpräsident des Anhaltischen Heimatbundes hoffe ich, dass diese positive Entwicklung anhält und an die Aufbruchsstimmung vor 30 Jahren anknüpfen kann. Voraussetzung dafür ist auch, dass die Region wieder zu stärkerer Geschlossenheit findet. Eine „Anhaltische Landschaft“ wäre dafür eine gute Klammer und ein starkes Signal.

 

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