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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 18.10.2017 um 10:23:39

Ergotherapeuten helfen Menschen

Sophie, Lisa und Franziska beschäftigen sich gemeinsam mit mir mit der Seidenmalerei sowie dem therapeutischen Weben. Die Therapie bezieht sich auf den Ausbau bzw. die Erhaltung der motorischen Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltages.   Sophie, Lisa und Franziska beschäftigen sich gemeinsam mit mir mit der Seidenmalerei sowie dem therapeutischen Weben. Die Therapie bezieht sich auf den Ausbau bzw. die Erhaltung der motorischen Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltages.
Foto: Stefan Julius Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder)
Im Berufsschulzentrum Anhalt-Bitterfeld geht es ‚zurück ins Leben‘ - Redakteur Thomas Schmidt ist heute als Schmidtschüler im Berufsschulzentrum Bitterfeld in einer Ergotherapie-Klasse unterwegs.

Bitterfeld (ts).
Auf dem Weg zur Berufsschule in Bitterfeld habe ich überlegt, was könnte das Berufsbild eines Ergotherapeuten inhaltlich darstellen. Ich muss zugeben, dass ich diese Berufsbezeichnung schon oft gehört habe, jedoch konnte ich sie bisher nicht mit Inhalten ausfüllen. In meinem Verständnis sind Ergotherapeuten Bindeglieder zwischen Physiotherapeuten und Ärzten. Am Ende lag ich da gar nicht so verkehrt. Der Schulleiter Rainer Woischnik begleitet mich im grauen Betonpalast persönlich in Richtung Ergotherapie-Klasse. Ich nehme das als große Wertschätzung an.

Im Raum empfangen mich rund 20 Ergotherapeuten der Ausbildungsjahrgänge 2015 und 2016, zudem der Berufsschullehrer Raik Putzing. Während ich mein Herz in der Halsschlagader klopfen höre, demonstrieren Berufsschullehrer und Auszubildende auffällige Gelassenheit. „Nehmen Sie doch Platz Herr Schmidt. Schön dass Sie hier bei uns sind, fühlen Sie sich wohl. Wie können wir Ihnen helfen?“, sagt Raik Putzing in einem beruhigenden und fast hypnotisierenden Ton.

‚Wow‘ - denke ich: ‚hier wird dir geholfen‘ – Ich bin beeindruckt. Ich sitze neben Franziska, Lisa und Sophie. Franziska ist bereits dreifache Mutter und erklärt mir, dass sich die beiden Klassen gerade mit der Seidenmalerei beschäftigen. Irgendwie erinnert mit das aufgespannte Tuch an ein Batiktuch aus den achtziger Jahren. Franziska erklärt mir: „Seidenmalerei in der Ergotherapie-Ausbildung bedeutet, Grundkenntnisse über Materialien, Techniken und Gestalten für therapeutische Anwendungsmöglichkeiten zu erlangen.“  

Die 23-Jährige gestaltet gerade einen dreidimensionalen Kreis mit einer Pyramide drin. Lisa erzählt mir dann noch, welche therapeutischen Ziele mit der Seidenmalerei verfolgt werden. Sie dient der Stimmungsaufhellung und angenehmen Entlastung durch kreative Aktivitäten von Patienten im späteren Berufsleben. Während Franziska weiter ihr Seidentuch gestaltet, beschäftigen sich Lisa und Sophie mit dem therapeutischen Weben. Dabei ist ein Holzrahmen mit Fäden bespannt, wo die Wolle dann quasi aufgeknüpft wird. Lisa erklärt mir: „Weben ist das Herstellen von Textilienflächen durch zwei Fadensysteme, die einander kreuzen, wobei das eine fest gespannt wird, während das andere beweglich ist.“ - ich muss zugeben, ich verstehe in dem Moment nur Bahnhof und kann Lisa nicht folgen. Sophie versucht es etwas einfacher zu erklären.

„Das fest gespannte System heißt Ketter, das bewegliche nennt sich ein Schlag oder ein Schussfaden“, so die 30-Jährige. Ah ja, alles klar, denke ich und verstehe nach wie vor nicht, worum es geht. „Therapeutisch geht es um die Erhaltung und Verbesserung der Feinmotorik der Hand-zu-Hand- und Hand-zu-Auge-Koordination sowie die Gelenksbeweglichkeit bei Patienten, erklärt mir die gegenübersitzende Melanie. Eine Reihe weiter sitzt Justine, die Klassensprecherin und flechtet gerade einen Korb. Justine verdeutlicht mir, dass therapeutisches Körbeflechten der Verbesserung der Motorik der oberen Extremitäten, also dem Schulter-, Arm- und Handbereich dient.

Ich muss zugeben, ich bin von den beiden Klassen und der Berufsausbildung zum Ergotherapeuten schwer beeindruckt. Das hätte ich so nicht erwartet. Lehrer Raik Putzing erläutert mir noch, dass Ergotherapeuten bei der Wahl ihrer Therapieform häufig mit der Logopädie, der Physiotherapie und der Osteopathie zusammenarbeiten. Ich frage nach: Welche Menschen werden denn vom Ergotherapeuten behandelt? Der Lehrer erklärt mir, dass Ergotherapeuten Menschen jeden Alters, die durch Erkrankungen, Unfälle oder Störungen in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkungen bedroht sind, behandeln. Zum Schluss klärt mich Svenja, die aus Hamburg kommt und extra wegen der kostenfreien Ausbildung zum Ergotherapeuten nach Bitterfeld gezogen ist, auf, dass Ergotherapie aus dem griechischen Wort ‚ergon‘ abgeleitet wird. Was so viel wie tun, werken und handeln bedeutet.

Mein Fazit:
Eine Ergotherapie-Ausbildung ist für alle jene die richtige Wahl, die gerne mit Menschen und im sozialen Bereich arbeiten möchten. Sie vermittelt wichtige Kenntnisse, um psychisch oder physisch erkrankten Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags zu helfen. Das betrifft Demenzkranke, Menschen mit einer Depression, Schlaganfallpatienten, psychisch auffällige Kinder und viele andere. Ergotherapeuten fragen gezielt nach Gewohnheiten und Wünschen. Sie sprechen nicht von Patienten, sondern von Klienten, die sie auf Augenhöhe behandeln.

 

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