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Wochenspiegel > Köthen > in eigener Sache > Ein Redakteur sagt tschüs! >
Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 27.12.2017 um 14:33:51

Ein Redakteur sagt tschüs!

Nach fast 25 Jahren als Redakteur beim Wochenspiegel beendet Detlef Barth seine beruflich aktive Zeit. Nach fast 25 Jahren als Redakteur beim Wochenspiegel beendet Detlef Barth seine beruflich aktive Zeit.
Foto: Stefan B. Westphal
Der Dessauer erinnert sich an seine Zeit beim Wochenspiegel.

Dessau-Roßlau/Köthen (red). Detlef Barth ist wahrlich kein Unbekannter in der Region. Das bringt vor allem seine langjährige Tätigkeit als Redakteur beim Wochenspiegel mit sich. Er hat eine große Strecke des Anzeigenblattes mitgestaltet. 22 Jahre arbeitete er hauptamtlich vor Ort. Eigentlich bezieht er bereits Rente, unterstützte die Redaktion jedoch auch danach noch tatkräftig weiter.

Zum Ende des Jahres 2017 zieht sich der 68-Jährige nun wirklich in seinen Ruhestand zurück. Er engagiert sich künftig bei unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten und wird weiterhin privat mit der Fotokamera unterwegs sein.
An dieser Stelle erinnert er sich an seine vielen Jahre beim Wochenspiegel:


„Meine Zeit als Redakteur ist eng verbunden mit der Entwicklung unserer Region zwischen Dessau-Roßlau, Coswig und dem Wörlitzer Winkel nach der politischen Wende. Denn diese Wende hat das Zustandekommen der Zeitungsvielfalt erst möglich gemacht.

Als der Wochenspiegel in Dessau im November 1991 das erste Mal erschien, da war ich noch Betriebszeitungsredakteur im damaligen Reichsbahnausbesserungswerk Dessau. Doch die übernehmende Deutsche Bahn beendete die Geschichte der Betriebszeitungen im Dezember 1992 und so war auch ich auf der Suche nach einer neuen Betätigung.

Kurzfristig wurde ich auf den Wochenspiegel aufmerksam und wurde im März 1993 angenommen. Es begann in Wittenberg und führte über die Stationen Königswusterhausen und Bitterfeld. Im April 1994 bekam ich die Möglichkeit, als Dessauer nach Dessau zu wechseln und unsere Stadt sollte 22 Jahre (bis April 2015) mein Arbeitsort als Lokalredakteur des Wochenspiegel sein. Zuerst in der Ferdinand-von-Schill-Straße, dann in der Johannisstraße (beim Super Sonntag). Gemeinsam mit dem Super Sonntag erfolgte der Umzug in das Rathaus-Center, wo sich auch Wochenspiegel und Super Sonntag vereinigten.


Besondere Erinnerungen

Was ist besonders in Erinnerung geblieben, werde ich in diesen Tagen oft gefragt. Natürlich fallen einem da die großen Dinge ein, wie die Grundsteinlegung (Mai 1994) und das Richtfest des Rathaus-Centers im April 1995, die vielen Bauabschnitte des Neubaus des Dessauer Klinikums, die Baustellen der großen Hotels „Steigenberger“ und „NH-Hotel“ und die weitere Entwicklung unserer Stadt. Da mein Verantwortungsgebiet auch die Bereiche Roßlau, Coswig und den Wörlitzer Winkel umfasste, konnte ich auch die Entwicklung in diesen Bereichen eng verfolgen und begleiten. So zum Beispiel auch die Entwicklung des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches unter der Gestaltung der „Freunde des Gartenreiches“.

Nicht zu vergessen natürlich die Besuche von Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, die ich begleiten konnte. Dazu gehören zwei Besuche der niederländischen Königin in Oranienbaum, der Besuch vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler in Wörlitz, der Besuch von Bundeskanzler Helmut Kohl im Technikmuseum in Dessau oder die Beratungen der „Grünen“ in Wörlitz.


Treffen mit Udo

In Erinnerung werden ebenso die Gespräche mit Udo Lindenberg in Ferropolis, mit Jonny Hill im Hotel an der Adria und das Frühstücks-Interview mit Norbert Riehl im NH-Hotel bleiben. Begegnungen, bei denen die Kamera mit dabei war und bei denen ich mehr über die Stars erfahren durfte.
Es waren schöne Jahre, in denen ich auch die vielen regionalen Unternehmen und Betriebe kennenlernen durfte. Viele Firmenprofile sind dabei entstanden, enge Verbindungen zu den Innungen des Handwerks wurden geknüpft und es entstanden dabei auch persönliche Bindungen. Die Kreishandwerkskammer Dessau-Roßlau bedankte sich nach rund 20 Jahren Zusammenarbeit mit dem „Goldenen Meritennagel“, ein Dankeschön an den Redakteur, aber vor allem auch an den Wochenspiegel.


Zufällige Begegnung

Es war der 21. Juni 2008 in Wörlitz. Der damalige Bundespräsident Horst Köhler war gemeinsam mit seiner Gattin zu Gast in Wörlitz. Er besuchte dort die Ausstellung im Grauen Haus, war im Schloss und lernte den Park in Wörlitz kennen. Fernab des Trubels der offiziellen Fototermine traf ich auf das Paar. Nach der Bitte für ein Lächeln für „unsere Leser“ nahm sich Horst Köhler Zeit und fragte nach der Zeitung. So konnte ich ihm und seiner Frau in knapp fünf Minuten den Wochenspiegel Dessau näher bringen. Ob und was er sich von unserem Gespräch ge­­merkt hat, ich weiß es nicht. Es war aber auf jeden Fall für mich eine Begegnung, die ich in Bildern noch heute vor mir habe.


Der andere Standpunkt

Pressetermin am Dessauer Hauptbahnhof. Zum Beginn der Rekonstruktion des Bahnhofes sollte ein Bauschild enthüllt werden und viele Gäste hatten sich angesagt. Acht Personen sollten das Bauschild enthüllen und alle Pressefotografen postierten sich so, dass sie die Personen und das Bauschild zusammen auf das Foto bekommen. Da mir das zu viel Trubel war, bin ich an den Bauzaun gegangen und habe mich nur der Personengruppe gewidmet. Heraus kann ein Foto, welches keine andere Zeitung hatte und welches die Deutsche Bahn im A4-Format in der Bilanzbroschüre 2011 ebenfalls veröffentlichte. Dieses Foto hat mir gezeigt, dass man als Fotograf immer eingelaufene Wege verlassen muss, um besondere Fotos anfertigen zu können.


Sport im Spiegel

Einen breiten Raum nahm in der Berichterstattung im Wochenspiegel auch immer der Sport ein. Hautnah mit Fußballstars verbunden war ich im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion bei den Spielen um den Liga-Cup, als unter anderem Hertha BSC und Bayer Leverkusen sich gegenüberstanden. Berlin hatte damals Sebastian Deisler unter Vertrag und der konnte sich als Torschütze in Dessau beim Sieg über Leverkusen auszeichnen. Deisler ging dann 2002 nach München und beendete viel zu früh wegen Depressionen 2005 seine Laufbahn. Ebenso der Auftritt von Bayern München im Pokal gegen Völpke (August 2004), da habe ich das Stadion zum letzten Mal so richtig voll gesehen.

Doch auch die Internationalen Leichtathletikmeetings und die großen Veranstaltungen in der Anhalt-Arena bleiben in Erinnerung. Es gelangen Fotos und Gespräche, die ohne die Akkreditierung als Pressefotograf nicht möglich gewesen wären.


Die Lesermeinung

Meine Jahre beim Wochenspiegel sind auch untrennbar mit den Kontakten zu den Lesern verbunden. Es waren alle dabei, die „Deutschlehrer“, die auf Fehler aufmerksam machten, die „Besserwisser“, die nach jeder Recherche die wahre und einzig richtige Geschichte mitteilen wollten und die vielen Anrufer, die die Redaktion mit der Telefonauskunft verwechselten. Aber es hat jeden Tag Spaß gemacht und diese Zeit ist mit vielen persönlichen Erinnerungen verbunden.

Besonders viele Anrufe bekam die Redaktion auch immer bei den Leser-Blatt-Aktionen, die mit den Wonneproppen im Jahre 1994 (Vorreiter für alle anderen Baby-Aktionen, die es in den Folgejahren in Dessau geben solle) begannen. Erinnern Sie sich noch an die Aktion „Mit dem Wochenspiegel in den Urlaub“, die es ebenfalls erstmalig im Wochenspiegel für unsere Region gab. Und es gab und gibt sie immer noch, die Leserbriefe und Meinungen. In ihnen wird zumeist auf Aktionen aufmerksam gemacht, die vom Ehrenamt organisiert und begleitet werden. Ein Dankeschön an die vielen Menschen, die sich im Ehrenamt organisieren und engagieren.


Der Abschied

Als am 30. April 2015 mein Arbeitsvertrag mit dem Wochenspiegel beendet wurde, da war ich bereits seit Monaten Altersrentner. Doch es war ein leiser Abschied, denn ich durfte als freier Mitarbeiter noch verschiedene Termine und Serien begleiten.

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