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Thomas Schmidt Thomas Schmidt
aktualisiert am 23.08.2018 um 20:09:19

Sommerplausch: Zusteller sind Frühaufsteher mit herausfordernden Job

Für Christel und Fritz Paul (Mitte) gehört das Zustellen des Wochenspiegels Woche für Woche dazu und beide machen diesen Job gern, trotz des zeitigen Aufstehens, egal ob es regnet, stürmt oder schneit. Für Christel und Fritz Paul (Mitte) gehört das Zustellen des Wochenspiegels Woche für Woche dazu und beide machen diesen Job gern, trotz des zeitigen Aufstehens, egal ob es regnet, stürmt oder schneit.
Foto: Stefan Julius Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Im Sommerplausch unterhält sich Reporter Thomas Schmidt Zusteller-Pärchen Christel & Fritz Paul. Beide müssen in aller Herrgottsfrühe aufstehen - bei Wind und Wetter, auch bei Regen, Schnee und Sturm los.

Roitzsch (ts).
Was nützt die schönste (gedruckte) Zeitung, wenn sie nicht morgens früh im Briefkasten steckt?
Da braucht man Zustellerinnen und Zusteller als ein wichtiges Bindeglied und vor allem ihre Zuverlässigkeit. Sie sind ein unverzichtbares Glied in der Kette von der Redaktion bis zu den Leserinnen und Lesern. Zwei dieser Bindeglieder sind Christel und Fritz Paul.

Die beiden sind Roitzscher aus Leidenschaft und Überzeugung, zudem sind sie Rentner. Vom Ruhestand wollen Christel und Fritz Paul nicht viel wissen. Sie genießen ihren Unruhestand lieber etwas anders. Beide haben es wahrlich nicht immer einfach im Leben gehabt, doch für Christel und Fritz Paul zählen familiäre Werte mehr als materieller Wohlstand. Etwas für sich und die Gesellschaft leisten, das möchte das Roitzscher Ehepaar.

Daher ist das gesellige Ehepaar bereits seit vielen Jahren als Wochenspiegelzusteller-Pärchen unterwegs… bei Wind und Wetter heißt es, die Wochenzeitung pünktlich am Mittwochmorgen in die Zeitungsrollen und Briefkästen zu legen. Redakteur Thomas Schmidt hat sich im Sommerplausch mit dem „Zusteller-Pärchen“ aus Roitzsch bei einer Tasse Kaffee unterhalten.

Zeitungszusteller ist sicher ein Job mit festen Grundsätzen, wie sind Sie beide dazu gekommen?
Um ganz ehrlich zu sein, wir sind ja Zusteller aus Überzeugung, das kann man ruhig mal sagen. Wir sind ja schon lange Zusteller in Roitzsch und haben schon unzählige Jahre auch andere Druckmedien in der Zustellung. Da wir nicht ausgelastet sind (lachen beide), hatten wir noch etwas an „Kapazitäten“ frei, um noch einen weiteren Schwung Zeitungen mitzunehmen.

Gibt es denn eine gewisse Praxis wie Sie die Zeitung falten?
Nun ja, es gibt schon eine gewisse Falzart. Die Zeitungen werden ja mit einem Falz in der Mitte geliefert und so wandern sie auch in die Zusteller-Tasche. Beim Einwurf kommt es auf den Briefkasten an und wir rollen auch die Zeitung zur Zeitungsrolle.

Wie schwer sind denn Ihre Taschen und wie viele Wochenspiegel tragen Sie aus?
Nun ja (beide überlegen), der Fritz hat im Durchschnitt 250 Exemplare und die Christel bringt es auf ähnliche Werte, so rund 225 Exemplare. Das Gewicht variiert dabei immer etwas, da die Zeitung unterschiedliche Seitenzahlen bzw. Beilagen hat. Da kommen schon ein paar Kilogramm zusammen. Doch Muskelkater oder einen Tennisarm hatten wir noch nicht, höchstens mal kalte Hände und Füße. Mit dem Wetter lassen wir uns jede Woche überraschen.

Wie sieht er denn aus, der typische Zusteller-Alltag beim Verteilen der Wochenspiegel?
Der Zusteller-Alltag beginnt eher zu einer unchristlichen Zeit und das kann man wörtlich nehmen. Die Zeitung wird nachts in der hofeigenen Garage abgelegt. Das ist aus unsere Sicht auch sehr wichtig, denn somit sind die Exemplare samt Beilagen auch witterungsgeschützt. Wer möchte schon eine durchnässte Zeitung lesen, wenn das überhaupt geht. Auf alle Fälle geht es für uns 2 Uhr nachts los. Dann wird der Drahtesel gesattelt und los geht’s hinaus in die Roitzscher Nacht, egal ob es regnet, schneit oder der Mond scheint. Je nach Zeitungsstärke und Beilagenmenge muss der Drahtesel 2- bis 3-mal nachbeladen werden und es geht da weiter, wo die letzte Zeitung eingeworfen wurde.

Was sind denn die kuriosesten Begegnungen gewesen?
Wie man sich denken kann, trifft man um diese nachtschlafende Zeit nur wenige Leute. Doch es gibt da ja noch ein paar andere „Roitzscher“, das sind die Vierbeiner wie Marder, Katzen und Hunde. Vor allem die Roitzscher Hunde kennen wir alle schon persönlich und da gibt es schon mal die eine oder andere Streicheleinheit. Zu unserer Zusteller-Standartausrüstung gehören Leckerlies einfach dazu.

Was sind die lustigsten Momente?
Kommt darauf an, was man unter lustig versteht...... platte Reifen, Kette runter oder man braucht eine Schneefräse vor dem Fahrrad, weil man im Schnee nicht vorwärtskommt. Das könnte man schon als lustig bezeichnen. Wobei, in dem Moment wo das passiert, wird mächtig geflucht, aber hinterher wird bei einer Tasse frisch gebrühtem Kaffee herzhaft geschmunzelt.

Hat man als Zusteller Angst vor Hunden?
Nein, die Vierbeiner von Roitzsch kennen wir alle, da diese die Einzigen sind, die uns zu nachtschlafender Zeit begrüßen und wie gesagt, wenn ein Hündchen, mal schlecht drauf ist´, dann ist die Bestechung ja immer mit an Bord (lachen).

Sie müssen ja bei Wind und Wetter raus, ob es regnet, schneit oder die Sonne brennt. Bereitet Ihnen diese Arbeit Freude?
Ja, es gibt diese Tage, vor allem in der dunklen Jahreszeit, da möchte man sich lieber nochmal im Bett umdrehen. Doch wir haben diesen Job angenommen, wir machen ihn sehr gerne und auch mit Freude. Letztendlich ist es auch ein Zubrot für uns. 

Mal Hand aufs Herz, schauen Sie beide bevor es losgeht auch mal in den Wochenspiegel rein?
Ja, Herr Schmidt, vor dem Austragen (zwinkernd). – Nein, natürlich nicht, denn das würde ja mehr Zeit kosten und die Zeitungen landen nicht pünktlich im Briefkasten. Doch beim gemeinsamen und genüsslichen Frühstück wird geschmökert, gelesen und auch angeregt diskutiert.

Kurz und knapp:
Was schätzen Sie an sich selber?

Wie wir, möchten auch die anderen Einwohner aus Roitzsch ihre Zeitung pünktlich lesen und hier kommen natürlich unser Pflichtbewusstsein und die Pünktlichkeit durch. 

Was schätzen Sie an anderen?
Ehrlichkeit und Menschen, die unsere Arbeit schätzen und respektieren, denn wir sind beide keine 20 mehr.

In zehn Jahren…?
Der Zusteller-Job hält uns jung – Fritz wäre dann 85 Jahre und Christel 84 Jahre jung. Wenn es die Gesundheit zulässt, sind wir guter Dinge und in 10 Jahren immer noch leidenschaftlich Zusteller. 

Für welche drei Dinge in Ihrem Leben sind Sie am dankbarsten?
Dass wir uns vor 60 Jahren kennengelernt haben und jetzt schon 55 Jahre glücklich verheiratet sind. Dazu die Gesundheit und unsere vier Kinder mit Familien.

Auf was könnten Sie in Ihrem Leben nicht verzichten?
Auf uns, auf unsere Familie und etwas Geld, um sich auch mal etwas leisten zu können, wie zum Beispiel einen erholsamen Urlaub.

Welcher Mensch kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie das Wort erfolgreich hören?
Ehrlich gesagt keiner – unser Leben war schwer, wir haben was daraus gemacht... erfolgreich heißt auch, mit kleinen Dingen glücklich und zufrieden zu sein. Wir waren und sind erfolgreich – immer in Lohn und Brot und die Familienplanung hat auch geklappt. Jetzt genießen wir die gemeinsame Zeit, die wir hoffentlich noch eine ganze Weile haben.

Vielen Dank Christel und Fritz Paul für diesen bewegenden und lustigen Sommerplausch. Eine angenehme Zeit in Roitzsch, beste Gesundheit sowie natürlich noch viel Kraft, Schwung und prall gefüllte Taschen mit unserem Wochenspiegel.
 

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