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Wochenspiegel > Mansfelder Land > Pilze und Pilzvergiftungen >
Jacqueline Dallmann Jacqueline Dallmann
aktualisiert am 16.10.2019 um 15:43:38

Pilze und Pilzvergiftungen

Auch der giftige Fliegenpilz ist derzeit im Wald zu finden. Auch der giftige Fliegenpilz ist derzeit im Wald zu finden.
Foto: Helios Klinik Hettstedt/Dagmar Mansfeldt
Herbstzeit ist Pilzzeit. Aber Vorsicht! Nicht jeder Pilz ist essbar.
Hettstedt (red). Milde Temperaturen und Regen lassen essbare und giftige Pilze in den Herbsttagen schnell wachsen. In den letzten Jahren haben schwerwiegende Pilzvergiftungen stetig zugenommen, teilt das Statistische Bundesamt mit. Ursache sind vor allem Verwechslungen. Wer einen grünen Knollenblätterpilz irrtümlich für einen Champignon hält, riskiert im schlimmsten Falle sein Leben. Durchschnittlich zehn Todesfälle pro Jahr gehen in Deutschland auf das Konto des gefährlichen Doppelgängers. Immer öfter landen Pilzfreunde aus Leichtsinn oder Unkenntnis auch mit nicht lebensbedrohlichen Symptomen, wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall im Krankenhaus. 

Die vor allem bei jüngeren „Pilzjägern“ beliebten Smartphone-Apps sind nicht immer eine zuverlässige Hilfe bei der Pilzbestimmung, denn hier ist vor allem Erfahrung gefragt. Im Zweifel sollte eine Pilzberatungsstelle aufgesucht werden. 

Dr. med. Frank Schöning, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Inneren Medizin der Helios Klinik Hettstedt, im Interview über Symptome und Arten von Pilzvergiftungen, über Krankheitsverlauf und Behandlungsmöglichkeiten: „Wir hatten zum Glück in den letzten Jahren keine Fälle von schweren Pilzvergiftungen. Gelegentlich sehen wir Patienten mit unspezifischen Beschwerden im Rahmen einer Unverträglichkeit nach einem Pilzgericht“, erklärt  Schöning.

Gibt es unterschiedliche Arten von Pilzvergiftungen? 
Schöning: Prinzipiell unterscheidet man echte Pilzvergiftungen von Unverträglichkeitsreaktionen. Erstere werden durch Giftpilze hervorgerufen, letztere durch verdorbene Speisepilze, falsche Zubereitung, Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen. 

Welche Symptome treten bei einer Pilzvergiftung auf? 
Schöning: Häufig sind es Magen-Darm-Beschwerden, wie Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Aber auch Sehstörungen, Zittern, Kopfschmerzen oder Atemnot können Anzeichen einer Pilzvergiftung sein. Entsprechend der verschiedenen Giftpilze kann es im Verlauf zum Nieren – und Leberversagen oder zu Störungen des Nerven- und Herzkreislaufsystems und vegetativen Symptomen kommen.

Wie äußert sich der Krankheitsverlauf? 
Schöning: Dieser ist unterschiedlich und abhängig vom im Pilz enthaltenden Giftstoff. Bei Vergiftungen durch den Knollenblätterpilz treten die Symptome erst nach sechs bis 20 Stunden auf. 

Wie sollte man sich bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung verhalten? 
Schöning: Hierbei ist es wichtig, sofort einen Arzt bzw. Notarzt zu kontaktieren. Reste der verzehrten Pilze oder Putzabfälle sollten in das Krankenhaus mitgenommen werden. Die Zeitspanne vom Verzehr bis zum Auftreten der Symptome sollte angegeben werden können. Wichtig ist auch der Hinweis, ob weitere Personen an der Pilzmahlzeit teilgenommen haben. Es ist hilfreich, Angaben über den Zustand der Pilze geben zu können. Auf eigene Faust sollen Hausmittel gegen Pilzvergiftung nicht eingenommen werden. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? 
Schöning: Der behandelnde Arzt wird, je nach Art der Vergiftung, die Therapie einleiten und Flüssigkeit für den Elektrolytausgleich geben. Bei schweren Vergiftungen wird der Magen ausgespült und Aktivkohle verabreicht, um das Pilzgift aus dem Körper zu entfernen.  Der Puls, die Atmung und der Blutdruck werden kontrolliert. Gegen manche Pilzgifte (Knollenblätterpilzvergiftung) gibt es auch spezielle Medikamente, die der Arzt bereitstellen kann. 


 

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