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Wochenspiegel > Mansfelder Land > Nach 30 Jahren erstmals einstellige Arbeitslosenquote >
Nadine Rößler Nadine Rößler
aktualisiert am 17.02.2020 um 14:43:48

Nach 30 Jahren erstmals einstellige Arbeitslosenquote


Foto: Steffi Rohland
Ab 1.7.1990 galt die Wirtschaft,-Währungs-und Sozialunion in der DDR. Das neue Wirtschaftssystem bedeutete für viele Menschen in der Region Arbeitslosigkeit; Arbeitslosenquote stieg zeitweise auf 28 Prozent.

Die Menschen der Region Mansfeld-Südharz   werden das Jahr  1990 nicht nur mit der Einführung der D-Mark und der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staatten verbinden. Für sie steht die Wirtschafts-Währungs-und Sozialunion auch für Massenarbeitslosigkeit.

„Die Menschen standen Schlange vor dem Amt. Es gab viele Unsicherheiten. Betriebe gab es von einem Tag auf den anderen nicht mehr“, sagt Martina Scherer,  die heutige Vorsitzende der Arbeitsagentur Sangerhausen. Sie selbst hat  vor 30 Jahren als Abteilungsleiterin Berufsberatung im Arbeitsamt in Halle (Saale) gearbeitet  und den Umbruch hautnah miterlebt. 

Mit der Einführung des Arbeitsförderungsgesetzes am 1.7.1990 erlebte man auch auf den Arbeitsämtern den gesellschaftlichen Umbruch.  Mitarbeiter mussten rekrutiert und qualifiziert werden. 

Im Arbeitsamtsbezirk Sangerhausen der  damals  Eisleben, Hettstedt, Aschersleben und Staßfurt umfasste, wurden  30.000 Arbeitslose registriert. Bundesweit hatte der Arbeitsamtsbezirk  lange Zeit  die höchste Arbeitslosenquote mit bis zu 28 Prozent. „Es gab faktisch keine offenen  Stellen“, so Scherer im Rückblick.

In dieser Zeit wurden die  Arbeitsämter in Sangerhausen, Eisleben und Hettstedt aufgebaut.  Allein in Sangerhausen  verteilte es sich auf zwölf Liegenschaften. 

Dabei gab es in den Anfangsjahren auch noch keine Computer. „Die Daten wurden mit der Schreibmaschine auf Karteikarten erfasst“, erinnert sie sich. Bei einem Hochwasser der Gonna im April 1994 stand die Leistungsabteilung unter Wasser. Die Mitarbeiter mussten alle mit zupacken, um die Akten zu retten. „Schließlich hingen die Leistungszahlungen davon ab“, erinnerte sich  Pressesprecherin Uta Mayer, die seit 1992 beim Arbeitsamt in Sangerhausen tätig ist.

„Das Schlangestehen nach Arbeit ist noch heute in den Köpfen der  Menschen“, wissen die Mitarbeiter des Arbeitsamtes. Aber  auch sie hatten damals die Hoffnung: „Es wird einmal anders sein.“ 

Arbeitslosenquote erstmals einstellig 
Dreißig Jahre später, im  Jahr 2019, ist die Arbeitslosenquote im Agenturbereich, der Sangerhausen, Hettstedt und Eisleben umfasst, erstmals  einstellig auf  9,4 Prozent gesunken.  Insgesamt gab es im Dezember 2019  im Agenturbereich 6335 Arbeitslose. Dabei ist der  Anteil an Arbeitslosen zu 55 Prozent männlich und oft älter als 50 Jahre, so die Zahlen. Die Zu-und Abgänge hielten sich in etwa die Waage. Es gibt weniger witterungsbedingte Freisetzungen. Dafür gibt es mehr Zu- und Abgänge aus oder in die Nichterwerbstätigkeit - vor allem in die Arbeitsunfähigkeit (Krankheit). Es gibt auch mehr Abgänge in Rente. 

Auf dem Stellenmarkt hat sich einiges getan: Der Bestand an freien Stellen lag  im Jahresdurchschnitt 2019 immer bei rund 1.000. Ein hoher Stellenbestand ist im verarbeitenden Gewerbe, Bau, Handel, Gastgewerbe, Dienstleistungen und Gesundheits-und Sozialwesen zu verzeichnen. Für 70 Prozent der offenen Stellen werden Fachkräfte gesucht.    

Für Arbeitgeber ist es schwieriger, die passenden Fachkräfte zu finden. Deshalb legt man bei der  Arbeitsagentur auch Wert auf die passende  Qualifikation der Bewerber, die kann auch in Form von Bildungsgutscheinen sein. Schulabgänger haben gute Chancen. Im vergangenen Jahr gab es erstmals mehr Stellen als Bewerber für Ausbildungsplätze. Für  Jugendliche gibt es eine Vielzahl  von Angeboten   zur Berufsorientierung. Neben den klassischen Messen, wie der   Berufsorientierungsmesse ZACK, Hochschule Live gibt es Möglichkeiten sich im Berufsinformationszentrum (BIZ) und im Internet über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. 

Bereits am 4. März findet wieder der Tag der Berufe statt, der sich diesmal den Berufen in den Bereichen Metall und Elektro widmet. 

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