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Wochenspiegel > Mansfelder Land > Bus fahren in leichter Sprache leicht gemacht >
Jacqueline Dallmann Jacqueline Dallmann
aktualisiert am 25.09.2020 um 13:23:15

Bus fahren in leichter Sprache leicht gemacht

v.l.n.r.: Maria-Johanna Hielscher vom Öffentlichen Teilhabemanagement MSH, Silke Kirchberg, Michael Bach, Leiter des Büros für leichte Sprache der Lebenshilfe Mansfelder Land, Nick Hausner, Anja Reise, Sprecherin der VGS, Susann Müller vom Öffentlichen Teilhabemanagement MSH, Kai Kluke und vorn Christin Kretschmar zeigen die neue Broschüre „Bus-Fahren mit der VGS“  in leichter Sprache. v.l.n.r.: Maria-Johanna Hielscher vom Öffentlichen Teilhabemanagement MSH, Silke Kirchberg, Michael Bach, Leiter des Büros für leichte Sprache der Lebenshilfe Mansfelder Land, Nick Hausner, Anja Reise, Sprecherin der VGS, Susann Müller vom Öffentlichen Teilhabemanagement MSH, Kai Kluke und vorn Christin Kretschmar zeigen die neue Broschüre „Bus-Fahren mit der VGS“ in leichter Sprache.
Foto: jd
Beförderungsbedingungen der VGS wurde in leichte Sprache übersetzt.
MSH (red). Mal ganz ehrlich: Haben Sie sich schon einmal mit den Beförderungsbedingungen der VGS beschäftigt? Die sind ziemlich umfangreich und bestückt mit vielen Paragrafen. Für Christin Kretschmar sind sie ein Buch mit sieben Siegeln. Die Behördensprache ist ihr viel zu kompliziert formuliert. Christin Kretschmar ist behindert, arbeitet bei der Lebenshilfe Mansfelder Land. 

Gemeinsam mit Kai Kluke, Nick Hausner und Silke Kirchberg und zwei anderen Kollegen hat sie an einer Broschüre in leichter Sprache mitgearbeitet. Diese Broschüre soll Menschen, die eine geistige Behinderung haben, nicht gut lesen können oder kein oder nur wenig Deutsch können, eine bessere Orientierung beim Bus fahren ermöglichen. Das Angebot richtet sich aber im Grunde an alle Menschen, unabhängig einer körperlichen, geistigen oder psychischen Einschränkung. 

Die 43-seitige Broschüre „Bus-Fahren mit der VGS“ ist in Zusammenarbeit des „Büros für leichte Sprache“ der Lebenshilfe Mansfelder Land, der Verkehrsgesellschaft Südharz VGS und dem Teilhabemanagement des Landkreises entstanden. Seit 2018 gibt es schon eine Arbeitsgruppe, die an dem Projekt arbeitet. Mit der Idee, den Zugang zu Informationen leicht verständlich aufzuarbeiten, rannte man bei der VGS offene Türen ein.

„Barrierefreiheit ist nicht nur die Rollstuhlrampe im Niederflurbus oder die Blindenschrift an den Tasten im Bus. Kommunikation und Sprache können auch Barrieren sein“, sagt Anja Reise vom Verkehrsunternehmen. Wie viel kosten Fahrkarten, welche Fahrkarten brauche ich, wie muss ich mich im Bus verhalten, wie benutze ich einen Rufbus... Das nicht zu verstehen, kann eine Hürde sein und zum Hemmnis werden, überhaupt den ÖPNV zu nutzen, weiß Reise. Mit der Broschüre, die übrigens in dieser Art einmalig bundesweit ist, soll niemand von den Angeboten des öffentlichen Personennahverkehrs ausgeschlossen werden, bloß weil er die Bedingungen nicht versteht.

Die leichte Sprache hat klare Regeln: kurze Sätze, die bebildert sind, nur eine Aussage in einem Satz, keine Fremdwörter. „Die Übersetzung dauerte drei Monate. Denn die Beförderungsbedingungen sind oft schwer verständlich, manche Paragrafen gehen über bis zu fünf Zeilen“, so Michael Bach vom Büro für leichte Sprache. die Zunächst wurde alles in leichte Sprache übersetzt, anschließend von den sechs Prüfern wie Christin Kretschmar überarbeitet und dann hat die VGS noch einmal geschaut, ob alles passt. 

Das Projekt zieht schon Kreise. „Wir fahren auch im Kyffhäuserkreis. Die Verkehrsbetriebe in ganz Thüringen wollen ihre Beförderungsbedingungen nun auch in leichte Sprache übersetzen lassen", sagt Anja Reise zu der Resonanz auf die Vorreiterrolle der VGS. Das Unternehmen möchte auch die Tafeln an den Haltestellen sowie seinen Internetauftritt schrittweise verständlicher aufbereiten.


Leichte Sprache
Das Büro für leichte Sprache bei der Lebenshilfe Mansfelder Land gibt es seit drei Jahren. Es ist von der "Aktion Mensch" für vier Jahre mit insgesamt 250.000 Euro gefördert. Nach Ende der Laufzeit ist das Ziel, das sich das Büro finanziell selbst trägt. Laut dem Büroleiter Michael Bach gibt es einen großen Bedarf an leichter Sprache, Museen und Gedenkstätten seien schon Partner bzw. haben angefragt. In Eisleben zum Beispiel gibt es in der Stadtbibliothek Lesungen in leichter Sprache und die Benutzerregeln wurden schon in leichte Sprache übersetzt.

 

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