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Nadine Rößler Nadine Rößler
aktualisiert am 12.11.2018 um 16:58:17

KAV siegt in Ispringen

Bereits um 8 Uhr musste das KAV-Team die 550 km lange Reise zum DRL- Meister KSV Ispringen antreten. Im Derby-Kampf am 3. November  gegen den SV Germania Weingarten konnte der KSV leider aus verschiedensten Gründen (Verletzungen, verweigerte Ausreisen) nicht auf seinen stärksten Kader zurückgreifen. Eine bittere 13:8 Niederlage war bei dem absolut hohen Leistungsniveau der DRL die logische Konsequenz. Für die sportliche Leitung war klar, dass Ispringen bei seinem Anspruch gegen den KAV unbedingt vor heimischer Kulisse die Siegpunkte einfahren will. Und das wurde schon beim Wiegen unmissverständlich aufgezeigt. 
Zehn Topathleten aus mittlerweile vier Kontinenten standen in der Aufstellung des KSV, wovon die Hälfte bei der WM in Budapest überaus erfolgreich am Start war. Aber auch der KAV konnte auf weitere wichtige Leistungskader zurückgreifen und ein starkes Team dagegen stellen. O-Ton vom DRL-Chef Professor Werner Koch: „Heute treffen zwei absolute Spitzenmannschaften aufeinander, wie wir es bisher in der DRL noch nicht gesehen haben.“ Und wer eine Prognose zu den zehn Kämpfen im  Wettkampf- Protokoll abgeben wollte, der wurde am Ende eines Besseren belehrt.
Leider erweist sich die momentane Besetzung der Klasse bis 60 kg im Greco beim KAV als die Achillesferse. Da Rovshan Bayramov noch wegen einer Fuß-Verletzung pausieren muss, stellt sich der U23-Freistil-Europameister Ibragim Ilyasov trotz allem stilartfremd in den Dienst der Mannschaft. Aber bei der Qualität der Gegner hat er eigentlich keine Chance. Routinier Roman Amonyan holte erwartungsgemäß vier Siegpunkte für den KSV Ispringen. 
Einen hohen  4- Punkterückstand in der DRL einzuholen, ist bei der Leistungsdichte und Ausgeglichenheit aller fünf Teams sehr schwer und kaum kompensierbar.  
Ein Kampf wie in einem WM-Finale bot die Klasse bis 130 kg-Freistil mit dem aktuellen WM-Bronzemedaillen-Gewinner Nicholas Gwiazdowski aus den USA und Anzor Khriziev als WM-Fünften und mehrfachen russischen Meister. Hier trafen zwei absolute Hochkaräter aufeinander und es war technisch und taktisch ein Kampf, der das Publikum begeisterte. Mit welcher Dynamik die schweren Jungs agierten, war einfach der Wahnsinn. Denkbar knapp, vielleicht auch etwas umstritten, gewann der Amerikaner und holte einen weiteren Punkt für das Heimteam. Stand: 5:0
Bis 63 kg-Freistil bot der armenische Junioren-Europameister und aktuelle Junioren-WM-Bronzemadaillengewinner Vazgen Tervanyan dem WM-Dritten von 2017 Akhmednabi Gvarzatilov über die volle Distanz einen Kampf auf Biegen und Brechen. Nach einer sicheren Führung des Punktegaranten Gvarzatilov schmolz dieser auf 5:8 Punkte, aber am Ende holte er zwei ganz wichtige Siegpunkte für den KAV.  Stand: 5:2
Auch in der Klasse bis 97 kg-Greco standen sich zwei international erfahrene Haudegen gegenüber. Das  georgische Kraftpaket Revazii Nadarreishhvili traf auf Kantemir Magomedov und nach kräftezehrenden sechs Minuten stand es 3:4 Punkte für den Eisleber. Stand: 5:3  
Eine echte Überraschung gelang im Limit bis 67-kg Azamat Akhmedov. Gegen ihn wurde der ägyptische Neuzugang Hassan Hassan Ahmed Mohammed gesetzt. Ein 19 Jahre alter Youngster,  der als Vize-Juniorenweltmeister und aktueller WM-Fünfter bei den Männern schon jetzt in Ringerkreisen für Furore sorgt. Aber wie Azamat seinen Gegner, taktisch zur entscheidenden Aktion hinsteuerte, das war schon genial, freut sich der KAV. Der Ägypter griff zur Kopfklammer und wurde dann eiskalt von Azamat Akhmedov nach 2:11 min mit einem Durchschlüpfe ausgekontert. Schultersieg mit vier Punkten. Halbzeitstand: 5:7
Nach der Pause musste sich in der Klasse bis 87 kg-Freistil der frischgebackene WM-Bronzemedaillengewinner Ali Shabanau mit dem 3. russischen Meister Zelimkhan Mikailov auseinandersetzen. Nach einer schnellen 4:0-Führung sah der Ispriinger schon wie der sichere Sieger aus. Aber Ali wurde immer stärker und nutzte seine konditionellen Vorteile zum entscheidenden 4:4 Ausgleich in der Schlussminute. Ein weiterer KAV- Siegpunkt zum 5:8.
Im Limit bis 72 kg-Freistil kämpften mit Usman Shahgiriev und Gitinomagomed Gadhziev in einem von der Taktik geprägten Gefecht um die entscheidende Kampfaktion. Diese konnte Gadhziev setzen, clever bis zum Ende verteidigen und den Kampf mit 2:1 Punkten gewinnen. Stand: 5:9  
Elvin Mursaliev hatte in der Klasse bis 87 kg-Greco mit dem WM-Driitten Roberti Koblishvali einen sehr starken Gegner, der sich vor allem im Bodenklampf mit sauberen Rollen eine sichere Punkteführung erarbeitete. 8:0 Punktsieg war das Ergebnis. Ispringen verkürzt dadurch auf  8:9 Punkten.
Bis 77 kg kämpfte Igor Besleaga (7. WM 2018) gegen den KAV-„Mattenfuchs“ Hasan Aliyev. Es war ein Fight über die volle Distanz. Der siegorientierte, erfolgsverwöhnte Moldavier wurde einige Male im Stand vom Routinier technisch ausgekontert und mit einer sicher nicht geplanten 4:9 Punktniederlage von der Matte geschickt. Stand vor dem letzten Kampf damit 8:11.
Im letzten Gefecht trafen mit Israil Kasumov und Yakub Shikhdzhamalov zwei absolute russische Topringer aufeinander. In diesem entscheidenden Kampf ging es voll zur Sache und beide Athleten schenkten sich nichts - ein offener Schlagabtausch. Am Ende hieß der Sieger Kasumov – PS 12:7
Mattenleiter Uwe Steuer musste einige Male die Gemüter in der roten und auch blauen Ecke beruhigen und auch mehrmals den Videobeweis hinzuziehen. Aber mit seiner langjährigen Erfahrung und seiner souverän ruhigen Art hatte er diesen Kampf in jeder Phase fest in Griff - Gratulation an den Unparteiischen.
Fazit nach dem Kampf:  Eine Topleistung beider Teams, wo es eigentlich keinen Sieger hätte geben dürfen und ein Remis am Ende mehr als gerecht gewesen wäre. Auf der Matte wurde Weltklasse-Ringen gezeigt und den Fans und Zuschauern in zehn Kämpfen absoluter Spitzensport geboten. Es war wieder eine tolle Werbung für den Ringkampfsport. Das KAV-Team konnte endlich zeigen, dass es in der DRL sportlich mithalten kann. "In Ispringen hatten wir das Quäntchen Glück, was wir in der letzten Saison leider aus bekannten Gründen nicht hatten", sagt Andreas Kraus vom KAV. 
KAV-Trainer Magomedshapi Gadhziev war nach dem Kampf zwar nervlich am Ende, aber auch stolz glücklich auf seine Jungs: "Unser Team zeigte Charakter und man merkt ganz deutlich, dass die Jungs immer besser auf und neben der Matte zurechtkommen."
Ein ganz besonderer Dank geht vor allem an die Wohnungsbau-Gesellschaft der Lutherstadt Eisleben, die es dem KAV ermöglicht,  dass die Sportler während dieser langen Saison in Eisleben kostengünstig untergebracht wurden.
In 14 Tagen muss das KAV- Team zum SV Germania nach Weingarten reisen. Alle  Ringkampfkenner in Deutschland wissen,  dass dort beim DRL-Tabellenführer die Hütte randvoll sein wird und die Stimmung top ist. "Wir freuen uns auf dieses DRL- Spektakel und werden versuchen, auch im Rückkampf in der Höhle des Löwen vielleicht ein weiteres Wunder wahr werden zu lassen", heißt es beim KAV.   

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