Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die letzten drei Ausgaben

E-Paper Archiv E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,


zur Zeit finden Wartungsarbeiten an unserer Online-Anzeigenannahme statt.

Bitte schicken Sie uns Ihre Anzeige per E-Mail oder Fax oder rufen Sie bei uns an.

E-Mail: info@wochenspiegel-halle.de
Fax: (0345) 130 10 61
Telefon: (0345) 130 10 0
Wochenspiegel > Merseburg > Herzog Christian schrieb >
Wolf-Eike Mardas Wolf-Eike Mardas
aktualisiert am 05.09.2017 um 12:44:38

Herzog Christian schrieb

Diesen Stiftereintrag schrieb Herzog Christian zu seinem Geburtstag am 23. Februar 1713 in das Buch. Diesen Stiftereintrag schrieb Herzog Christian zu seinem Geburtstag am 23. Februar 1713 in das Buch.
Foto: W.-E. Mardas Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder) Galerie (5 Bilder)
Weißenfels (wm). Es ist ein in Holz, Leder und Silber ge­­bundenes Buch, das mit ei­­nem silbernen Verschluss und Gravierungen versehen ist. Schon von der Aufmachung und der großen und fetten Schrift ist das Buch eine Besonderheit. Ein Unikat ist es, weil Herzog Christian am 23. Februar 1713, sein erster Ge­­burtstag als Regent, handschriftlich einen Stiftereintrag auf die erste Seite geschrieben hat: „SymBolum Cum Deo Salus oder Gott ist es Hertzens Trost und Theil Von ihm erwart ich alles Heil p. Christian HzS mpp. Weißenfels den 23. Februar ao.1713"
Das schrieb der Herzog und schenkte das Exemplar der Weißenfelser Hofkirche.

Die Großenhainer Kirchenagenda wurde noch nie der Öffentlichkeit präsentiert und zählt mit zu den wertvollsten Ausstellungsstücken der Sonderausstellung „Dynastiegewitter - August der Starke versus Herzog Christian", die am 29. September, 17 Uhr, im Schloss Neu-Augustusburg eröffnet wird.

Joachim Säckl, der Kurator der Sonderausstellung, präsentierte schon einmal vorab das Ausstellungsstück.

Das Buch ist zwischen 1668 und 1777 in mehreren verschiedenen Auflagen ge­­druckt worden. Dieses Exemplar aus dem Jahr 1712 ließ der Herzog mit Silberbeschlägen, dem Herzogswappen und dem Monogramm - drei ineinander verschlungene Cs - verzieren. Die Pfarrer der Weißenfelser Hofkirche nutzten es viele Jahre als Arbeitsbuch, da in dem Exemplar praktisch der Leitfaden der protestantischen Glaubenslehre verarbeitet ist. So enthält das Buch die Evangelien, einen Gesangsteil, die Augsburger Konfession von 1530, Luthers Kleinen Katechismus und die Ehe-Ordnung.

Der Kurator: „Nach Auflösung des Herzogtums Sachsen-Weißenfels 1746 gingen alle Gegenstände des Weißenfelser Hofes an das Kurfürstentum nach Dresden. Von dort ging das Buch nach Großenhain, wo es in einer Vitrine in der Kirchenbibliothek lag. Nach der Restauration der Silberbeschläge und des Buchkörpers ist es nun als eines der ersten Stücke der Ausstellung nach Weißenfels zurück gekommen."

Säckel erklärt auch den doch im ersten Moment ungewöhnlichen Titel der Ausstellung. „Kurfürst Friedrich August der Starke konvertierte im Jahr 1696 zum katholischen Glauben. Herzog Christian als vierter Regent der Linie Sachsen-Weißenfels hatte sich allerdings dem Protestantismus verschrieben. Diese unterschiedlichen religiösen Auffassungen brachten zahlreiche Konflikte mit sich und endeten praktisch in einem Dynastiegewitter, da­­rum auch so der Namen der Ausstellung", so Joachim Säckl.

Doch warum ist das Buch in relativ großer und fetter Schrift gedruckt? Das hängt mit dem Alter und dem Nachlassen der Sehkraft zusammen, weiß der Kurator. Alle, auch die älteren Pfarrer sollten es gut lesen können.

Insgesamt werden in der Ausstellung rund 100 Ausstellungsstücke zu sehen sein, davon viele, die lange Zeit nicht mehr in Weißenfels waren. Zu den persönlichen Gegenständen zählt auch die Flinte von Herzog Christian, der leidenschaftlicher Jäger war. Wie Säckl sagte, war er schließlich nahezu erblindet, so dass an seine Waffe eine Verlängerung geschraubt wurde. Ein Bediensteter stand demnach hinter dem Herzog und zielte und sagte ihm, wann er abdrücken sollte.

Museumsleiter Aiko Wulff: „So einen umfassenden Kulturschatz hatten wir seit der Herzogszeit nicht mehr hier in Weißenfels. Wir beziehen in die Ausstellung auch einige Stücke der vorhandenen Dauerausstellung mit ein."

In den nächsten Tagen werden weitere Ausstellungsstücke erwartet.

Die Ausstellung wird Rainer Robra, Staatsminister und Chef der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt (CDU), eröffnen. Er hat auch die Schirmherrschaft übernommen.

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Ein (statistischer) Tag in Sachsen-Anhalt Ein (statistischer) Tag in Sachsen-Anhalt Ein gewichtiges Buch mit 660 Seiten und 1 153 Gramm schwer. ...
Anzeige
Trauerportal
Bluray-Verlosung: Emoji - Der Film Bluray-Verlosung: Emoji - Der Film Eine Abenteuerreise in die geheime Welt des Smartphones. Textopolis ist eine geschäftige Stadt, in der alle Emojis wohnen. In dieser Welt haben alle Emojis...
Anzeige
Sachsen-Anhalts bester Nachwuchs im Handwerk Sachsen-Anhalts bester Nachwuchs im Handwerk Festveranstaltung der Handwerkskammern und des Handwerkstages. ...
Anzeige
WebFIT